Stegners unauflösliches Mißverständnis

Mittwoch, 26. September 2007

Tja, “nur” etwas über vier Stunden hat die SPD hinter verschlossenen Türen kungeln/beraten (und vermutlich widerspenstige Fraktionsmitglieder unter Druck setzen) müssen, bis endlich klar war, daß Stegner und Hay am 15. Januar rochieren. Die SPD hat sich damit für die naheliegendste Lösung entschieden. Ob naheliegend auch schlau war, wird sich zeigen müssen. Es ist schwer vorstellbar, daß Stegner auf Dauer trotz ständiger Provokationen und chronischer Beratungsresistenz so viel Rückhalt in den eigenen Reihen wird erzwingen können. Es ist auch ein Armutszeugnis für die SPD, daß sie offenkundig kaum mehr über eine regierungstaugliche Personaldecke verfügt. Ganz abgesehen davon, daß ihr Fraktionsvorsitzender/Spitzenkandidat in spe wegen seiner Arroganz und mangelnden Bodenständigkeit nicht gerade ein Publikumsliebling ist. Aber was solls - einen besseren Gegenkandidaten kann sich Peter-Harry nicht wünschen.

Was mich wirklich irritiert ist, wie handzahm und weitgehend unkritisch die Presse mit Stegners Einlassungen hinsichtlich seiner Absahn-Affäre umgeht. Für mich war und ist sein Verhalten ein Skandal - für die Medien nur eine Randnotiz. Andere wären von der BILD-Zeitung plattgemacht worden. Aber Stegner kommt in der Presse mit dem äußerst schwachen Statement von einem “unauflöslichen Mißverständnis” durch. Und Stegners Abwehrstrategie, eine Dementi-Suggestion durch Fragestellung zu erreichen, scheint zu aufzugehen:

“...für wie plausibel haltet ihr das eigentlich, daß ich in so einer Situation ... über meine Alterssicherung nachdenke? ...” (NDR-Video)
“Sehe ich aus wie jemand der aufs Altenteil geht?” (NDR-Video)

Frau Thewes von NDR (die nicht im Verdacht steht, Herrn Stegner übermäßig kritisch gegenüber zu stehen) bohrt mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit nach (“Also ist darüber gesprochen worden?”) und endet mit dem Schluß: “Keine Antwort. Vielen Dank Herr Stegner!” :-)

Da halt ich es dann hinsichtlich Stegners Äußerungen mit einem Stegner-Zitat aus demselben Interview: “Nicht alles was so geschrieben wird,ist ja auch so. (...) Von daher muß man nicht alles so nehmen, was behauptet wird.”



Dieser Text ist mir eine kleine Burgerbeteiligung fü McSteck wert:

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