Am liebsten nie mehr ohne Notstrom...
Mittwoch, 3. September 2008
Ich sag nur: Murphy. Da will ich gestern Abend schön nach normalem Dienstschluß quasi antizyklisch Datenbankarbeiten im Büro vornehmen und was passiert? Während ich gerade so schön an der Datenbankstruktur bastele und nach einer Änderung auf Return tippe, ist plötzlich mein Bildschirm dunkel - genauso wie mein Büro insgesamt. Stromausfall. Toll. Ausgerechnet jetzt. Nur der Hauptserver neben mir wird noch von einer unterbrechungsfreien Stromversorgung am Leben gehalten, die das Schlimmste verhindert hat (eigentlich hätte ich ja am liebsten alle wichtigen Geräte hier mit einer USV versorgt, aber das ist leider sehr teuer, da zum einen die modernen Rechner doch recht stromhungrig sind und zum anderen dann an so vielen Orten (Server, Arbeitsplatz, Switsch, Telefonanlage, WLAN-AccessPoint etc) entsprechende Batterien erforderlich wären oder gar ein zweites Stromnetz im Haus). Selbst mein Handy zeigt keinen Empfang mehr - scheinbar hat auch der Funkturm eine Stromunterbrechung (die aber nicht lange dauerte, nach 1-2 Minuten hatte ich wenigstens wieder funknetz). Nach einigen Minuten warnt die USV hier neben mir immer eindringlicher, daß gleich gar nix mehr geht. Alles andere ist aus.
Aber dann: Nach 10 Minuten geht das Licht an! Ich bin gerade im Begriff “Juchu” zu schreien - da ist es schon wieder aus. Nicht einmal fünf Sekunden lang war der Strom wieder da. Na super...
Die USV piept immer nerviger - bis sie plötzlich erstummt und es nun endgültig alles ruhig ist im Haus...
Nachdem ich nochmal ca. 30 Minuten gewartet habe, obs wieder anspringt (eine Hotline-OdysseeAnfrage bei Eon-Hanse förderte keine konkreten Angaben zum Ausfall zutage), bin ich dann erstmal zum Burgerbrater meines Vertrauens gefahren, um mich von dem ganzen Frust abzulenken. Denn es ist unfaßbar, wie sehr man vom Strom abhänig ist. Ich konnte nicht einmal Akten sortieren oder ähnliche Aufgaben verrichten, weil es ohne Kerzen im Büro schon zu duster war.
Als ich zurückkam vom Donaldieren, war die Stadt immer noch dunkel. Ich fuhr auf den Hof, parkte mein Auto ein und drehte den Zündschlüssel ab. In just dem Moment war der Strom - nach insgesamt “nur” ca. 100 Minuten Ausfall - endlich wieder da.
Dann hieß es erstmal: Alle zum Zeitpunkt des Stromausfalls in Betrieb befindlichen Rechner prüfen, insb. den Zustand der Datenbanken und automatisierten Routinen, die in dem Zeitbereich laufen. Telefonanlage checken, an diversen Geräten die Uhren wieder stellen usw usf...
Irgendwie hatte ich mir den Abend im Büro produktiver vorgestellt... ![]()
(es stellt sich raus, daß dummerweise mein AccessPoint bei der ganzen Aktion über den Jordan befördert wurde, klasse....)
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Kommentare
Genau das ist der Grund warum ich meinem Rechner befohlen habe alle 10 Minuten eine Sicherung meiner Bachelorarbeit auf einem USB-Stick, der externen Festplatte und meinem FTP-Server zu machen.
Nachdem mir bei meiner ersten Hausarbeit die 4 produktivsten Stunden Arbeit abhanden gekommen sind bin ich da ein wenig paranoid.
Aber immerhin haben wir ein relativ zuverlässiges Stromnetz. Ich kann mich erinnern, dass wir an meinem ehemaligen Wohnort eigentlich niemals Strom, Wasser und Telefon gleichzeitig funktionierten. 4 Jahre lang...
Mein Mitleid hast Du trotzdem.
Allerdings sind die Stromausfälle hier leider nicht soooo selten. Ganz kurze Aussetzer (also Lichtflackern, ohne daß die ganze Elektrik sich ausschaktet) gibt’s ca. einmal im Monat und alle halbe Jahre zumindest einige Minuten Totalausfall...
Einige verorten dieses Land ja daher schon ganz anders, siehe http://blog.koehntopp.de/archives/2219-Gruesse-nach-Karlsruhe.html mwN
So netzlos ist wirklich komisch. In Brandenburg war ich ja auch vom Internet abgeschirmt. Allerdings halbwegs geplant. Das ging noch. Schließlich hatte ich noch Strom und Telefon. Ich glaub aber ich mach irgendwann eine Kur. Nur wo finde ich einen Ort ohne Strom, Internet, Telefonmast?
Ich glaub ich geh mal googln…
Die Abhängigkeit von den Netzen (egal ob nun Strom, Wasser, Gas oder Internet) ist heutzutage leider enorm. Man ist faktisch in vielerlei Hinsicht total hilflos, wenn da was schiefläuft.
Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob sich die Verantwortlichen hinreichend mit dem Thema “Schutz kritischer Infrastrukturen” auseinandersetzen
Gefahren wie ABC-Verseuchung des Leitungswassers bzw. der Reservoire oder das Abschalten von Gaspipelines im Winter sind ja leider nie völlig auszuschließen bzw. teilweise geradezu mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit versehen.
Und wer hat zuhause noch so wunderbare Sachen wie Batterien, Berge von Konserven oder Eingemachtem, Kerzen, Wasservorräte etc (wie es “damals” im Kalten Krieg war)?!
Für Notlagen sind wir kaum vorbereitet...und wer kennt überhaupt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ( http://www.bbk.bund.de )?
Im Büro konkret wäre ein Generator/Notstromaggregat aber eben auch nur dann sinnvoll, wenn man einen zweiten Stromkreis hat, an dem dann nur die wichtigen Verbraucher hängen. Insofern leider schwer nachzurüsten, wenn mans nicht gleich mit eingebaut hat...