Notizen zum Qualitätsjournalismus, Teil 1
Montag, 8. März 2010
Liebe Ahrensburger Zeitung, ähm ich meine natürlich die „Stormarn-Beilage vom Hamburger Abendblatt“ (ein sehr griffiger und gut zitierbarer Titel, toll & clever gemacht, Abendblatt), nur mal so zur Fortbildung hinsichtlich des Berichtes „CDU-Wirtschaftsexperte Lauk ruft zum Optimismus in der Krise auf“*:
Kurt Lauk ist nicht irgendein CDU-Wirtschaftsexperte. Auch wenn er in der CDU und gleichzeitig Wirtschaftsexperte ist (was — auch wenn das erstaunen mag — kein Widerspruch ist, #breitgrins #inflektivnutz).
Nein, Kurt Lauk ist Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e. V. (kurz Wirtschaftsrat). Und als solcher war er zum Wirtschaftsforum der CDU-Ahrensburg geladen. Der Wirtschaftsrat ist ein unternehmerischer Berufsverband zur Beratung der CDU. Er ist rechtlich selbständig und politisch unabhängig. Insbesondere muß man nicht in der CDU sein, um Mitglied des Wirtschaftsrates werden zu können.
Es ist schade, daß der zuständigen Redakteurin dieser Sachverhalt so vollumfänglich entgangen ist.
Vielleicht scheint dieser Punkt etwas kleinkariert. Aber ich denke, daß exakt diese Art von mangelnder Recherche- und Berichtsqualität sich sehr negativ auf den Meinungsdiskurs auswirkt. Denn noch sind Zeitungen für viele oder zumindest eine noch nicht vollkommen unerhebliche Menge an Leuten die Basis ihrer täglichen Information.
*Ich hätte gern den Artikel direkt verlinkt, dies aber nicht getan, da abendblatt.de einen Paywall (siehe Abendblatt nun unangefochten Vorreiter beim Wettsterben) hat. Der Artikel ist im Rahmen von first-click-free zu erreichen über die Suche nach dem genauen Titel bei Google News.
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Gerade habe ich mir mal wieder ein paar Minuten Zeit genommen, um meine geöffneten 2read-Tabs „wegzulesen“. Darunter ein Interview in der Welt mit Annabella Weisl, ihres Zeichens “Strategic Partner Manager Google Book Search” mit der — wie ich finde recht
Aufgenommen: Jul 07, 00:26