Steinbrücks Sonnenstich

Sonntag, 30. Juli 2006

Bislang hatte ich die Berichterstattung zu einzelnen Eckpunkten der geplanten Unternehmenssteuerreform offengestanden nicht ganz ernstgenommen.

Zu abstrus waren die Informationen, die in den Medien durchsickerten. Doch es verdichten sich die Anzeichen, daß das, was ich bislang für einen ziemlich schlechten Scherz hielt, ernsthaft angedacht wird. So berichtet beispielsweise der aktuelle Spiegel:

Aktiengesellschaften und GmbH, so will es Steinbrück, sollen künftig Teile ihrer Finanzierungskosten, also zum Beispiel Zinsen und Leasingraten, dem Gewinn zurechnen. Eine kuriose Innovation: Kosten würden zu Gewinnen, nicht im wahren Leben, aber vorm Finanzamt.

Perverser gehts es nun wirklich nicht mehr. Da muß einigen “Verantwortlichen” (falls man das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt noch benutzen sollte) im Finanzministerium doch wohl ein bißchen zu viel der gleißenden Sommersonne aufs Haupthaar geschienen sein (oder um es kürzer zu sagen: Die sind wohl nicht ganz schußecht!). Daß solche vollkommen absurden Vorschläge durchsickern, ja überhaupt gedacht werden, läßt ganz tief blicken und wirft kein gutes Licht auf die Berliner Politik.

Man darf nur hoffen, daß dieser Gehirnsdurchfall nicht den Weg in die Gesetzgebung findet, sondern da landet, wo er hingehört: Ins Skurrilitätenkabinett der Großen Koalition.

Nachtrag (weils mich so echauffiert): Wenn die schon dabei sind, dann können sie doch auch konsequenterweise gleich alle Betriebsausgaben als Gewinn steuerpflichtig machen. Die Kosten für Material und Ausstattung und ganz besonders natürlich das Gehalt für die Mitarbeiter. Das hat bestimmt gaaanz tolle Steuerungseffekte. ARG!

Dieser Text ist mir etwas wert:

Jetzt vorbestellen: FSX Deluxe

Samstag, 29. Juli 2006

Ab sofort kann man bei Amazon den neuen Microsoft Flightsimulator FSX in der Deluxe-Version vorbestellen... (voraussichtlicher Liefertermin ist der 13. Oktober)
Dieser Text ist mir etwas wert:

Verbale Reisewarnung

Freitag, 28. Juli 2006

Ganz großes Kino: Der Spiegel-Online berichtet über einen deutschen Fotographen, der offenbar die “Frechheit” besessen hatte, in den USA in einem Zug sitzend zu telefonieren und dabei offenbar Silben zu verwenden, die für unbedarfte aber nicht minder hysterische Zeitgenossen wie das gefährliche Wort “Bombe” klangen.

Es kam wie es kommen mußte, wenn “im Zweifel für die Sicherheit” entschieden wird (ganz nach dem Motto: “Erst schießen, dann fragen”): Unplanmäßiger Zwischenstop des Zuages, unsanfte Überwältigung/Festnahme, umfangreiche Befragungen (ich seh förmlich die Cops die grelle Lampe auf ihn richten und ihn nach guter alter Jeff & Mutt-Technik zu “interviewen”) usw. Volles Programm halt. :-)

Was lernen wir daraus? Es gibt inzwischen jede Menge Tabuwörter, die man besser nicht mehr in den Mund nimmt. Man streiche also bombig, bombastisch usw usf schnellstmöglich aus seinem aktiven Wortschatz!

Dieser Text ist mir etwas wert:

It's raining routers...

Dienstag, 25. Juli 2006

Daß die Telekomiker ganz grundlegende Probleme in der Auftragsbearbeitung haben, weiß sicher jeder von uns. Ich persönlich kann mich an exakt gar keinen Auftrag erinnern, der so abgearbeitet wurde wie beauftragt/besprochen - selbst simpelste Angelegenheiten enden in der Regel im Chaos. Daß man dabei auch mal ISDN-NTBAs oder DSL-Modems/-Splitter mehr als einmal zugeschickt bekommt, ist an sich nicht weiter ungewöhnlich und kommt durchaus häufiger vor (wobei ich mich frage, wie das intern verbucht/kontrolliert/korrigiert wird - aber das steht auf einem anderen Blatt).

Golem fragt nun: Wie viele DSL-Router braucht ein Mensch? (Anmerkung eines durch viele Rechtschreibreformreformen Verunsicherten: Müßte es nicht eigentlich “Wieviele” heißen?)

Manchmal muss es einfach etwas mehr sein, hat sich die Deutsche Telekom womöglich gedacht. Eine Privatperson hatte einen DSL-Anschluss bei dem rosa Riesen bestellt und erhielt statt eines DSL-Routers gleich 552 Exemplare. Kamen die ersten 56 DSL-Router noch per Post, wurden die restlichen 496 Geräte mit einem Schlag per Lkw geliefert.

Ich schau gleich mal bei Ebay, ob ich mir ein paar von den Dingern ersteigern kann :-)

Dieser Text ist mir etwas wert:

Spiegel-Online berichtet über “Baumärkte für Frauen” und weiß:

Der Gang in den Baumarkt ist für Gelegenheitshandwerker meist noch immer wie eine Dschungel-Expedition: Unmengen an Dichtungen, Schläuchen und Schrauben in spartanisch ausgezeichneten Kisten und Regalen, Maschinen mit Beschreibungen, die vor allem aus Einzelbuchstaben und Ziffern zu bestehen scheinen. Nach einem mühsamen Kampf und vielen Irrwegen kann der Weg schließlich zum Ziel führen.

Rewe nennt dies in seiner Pressemitteilung den “Brückenschlag zwischen Einkaufswelten von Frauen und Männern” und ruft sein Experiment als neuen “Branchentrend mit Service und Beratung von Ambiente bis Zement” aus.

Toom will dabei unter dem Stichwort “innovative Kundenorientierung” insbesondere auf umfangreiche Beratung setzen und Handwerker vermitteln - quasi alles aus einer Hand. Dazu gibts dann noch den “kompletten Renovierungs- und Möblierungsplan” von waschechten Design- und Einrichtungsexperten...

Ich muß zugeben, daß meine erste Assoziation ein pinkes Toom-Logo war und ich danach speziell “farblich-plüschig-optimierte” Akkubohrer etc. vor mir sah. Aber bei näherem Hinsehen finde ich die Idee gar nicht so abwegig und ich bin schon ein wenig gespannt, ob das Konzept aufgeht (und welche Auswirkungen es auf die lokale Handwerkerschaft hat usw.). Was meint ihr?

Dieser Text ist mir etwas wert:

Tropf...

Sonntag, 23. Juli 2006

Mein Blog schwitzt mindestens so wie ich, man hört die Schweißtropfen vom Serverprozessor platschen...daher gebe ich meinem kleinen Blog an diesem herrlich-sonnigen Sonntag mal ganz verdient hitzefrei! 8-)
Dieser Text ist mir etwas wert:

FSX-Trailer

Samstag, 22. Juli 2006

Bei FlightSim.com findet sich nicht nur ein SharedSkies_320_700.wmv (wo der Flusi programmiert wird) mit vielen Details zum neuen Flight Simulator X, sondern auch ein wirklich nett anzusehender Werbespot dafür von Microsoft:

SharedSkies_240_125.wmv (2.8 megs)
SharedSkies_320_700.wmv (16.4 megs)

Dieser Text ist mir etwas wert:

Ja, ist denn schon Krieg?

Freitag, 21. Juli 2006

Via DIENSTRAUM kam ein schönes Youtube von Jon Stewart über die “Frage”: The Middle East on the Brink of War? Auch Zapp auf N3 hat sich ausführlich ausgelassen über die Frage, ab wann etwas Krieg genannt werden darf (und das gegenseitige Gemetzel dann weiter als “Konflikt” bezeichnet): Wie Reporter über den Nahost-Konflikt berichten

Dieser Text ist mir etwas wert:

Metzger redet Tacheles

Donnerstag, 20. Juli 2006

Schade, daß Oswald Metzger in der Bundespolitik (derzeit) keine Rolle spielt. Aber vermutlich kann er sich es nur deshalb leisten, in seinem Focus-Blog in beispielloser Direktheit Tacheles zu reden:

Wählerinnen und Wähler, ihr habt die Politiker, die ihr verdient, weil ihr sie seit Jahrzehnten wählt. Ihr, das Volk, wolltet doch über viele Jahre angelogen werden. (...) Ihr habt doch allesamt an das Märchen glauben wollen, dass wir immer weniger arbeiten und immer mehr verdienen können. Ihr wolltet doch mit 55 ausgesorgt haben und eure ordentlichen Renten und Pensionen auf Mallorca oder anderswo verleben. Ihr wettert ständig gegen die Überbürokratisierung, stellt aber nur zu gern jeden denkbaren Anspruch an den Staat und verlangt Sicherheit in allen Lebenslagen. Ansprüche an den Staat habt ihr extrem viele, aber wehe, der Staat mahnt eure eigene Verantwortung an. (...) Wir brauchen kluge und engagierte Politiker, wir brauchen aber auch ein waches und kluges Volk. An beidem hapert es in Deutschland.

Der durchschnittliche Politiker hat vor schon vor Medienschelte Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser. Gar Wählerbeschimpfung zu betreiben ist schlicht undenkbar. Man muß Oswald Metzger für diesen mutigen Brandbrief dankbar sein - und es ist zu hoffen, daß vielleicht auch andere die Kraft finden, den Finger in diese Wunde zu legen.

Denn der Zustand in unserem Land - faktischer Staatsbankrott, Anspruchsdenken und Vollkaskomentalität bei den Bürgern (“Vater Staat wird es schon richten”), frustrierte bzw. emigrierende Eliten usw usf - kommt nicht von ungefähr, sondern ist Folge jahrzehntelanger verfehlter Politik. Man hat immer den bequemeren Weg eingeschlagen, Schulden aufgenommen, statt zu sparen, die sozialen Sicherungssysteme überstrapaziert, Leistung bestraft und Faulheit belohnt. So ritt man sehenden Auges in den Abgrund. Schaffen wir noch, das Ruder herumzureißen?

Dieser Text ist mir etwas wert:

What time is it? BigMac-Time!

Donnerstag, 20. Juli 2006

Für alle zeitlich desorientierten McDonaldisten kann ich nur empfehlen, sich auf diesen archaischen Chronographen zu verlassen...

(gesehen bei McChronicles via danzden’s-flickr-account)

Nachtrag: Es wird Zeit in diesem Blog für eine Kategorie ‘McDo’. Aber erstmal muß ich jetzt wohl der Versuchung nachgeben und mein Cabrio zu einer kleinen Burger-/Whopper-Tour ausfahren und dabei die 35° genießen...

Dieser Text ist mir etwas wert:
(Seite 1 von 4, insgesamt 34 Einträge) » nächste Seite