'Atom-Sekte' CDU?

Montag, 30. Juni 2008

In einer für ihn sehr seltenen rhetorischen Glanzleistung hat SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die CDU als ’Atomsekte’ bezeichnet (siehe z. B. Spiegel Online).

Auf dem Weg nach Erleuchtung schauen wir also mal Sekte bei Wikipedia nach:

Sekte … ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die durch ihre Lehre oder ihren Ritus im Konflikt mit herrschenden Überzeugungen steht. … Aufgrund seiner Geschichte und Prägung durch den kirchlichen Sprachgebrauch bekam der Ausdruck abwertenden Charakter und verbindet sich heute mit negativen Vorstellungen, wie der möglichen Gefährdung von etablierten religiösen Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesellschaften.

Und siehe da: Das hilft einem wirklich weiter. Denn Hubertus Heil hat – was zugegebenermaßen erstaunlich ist – absolut Recht: Die CDU steht mit ihrer Haltung zur Atomenergie in der Tat gegen die herrschenden Überzeugungen – jedenfalls gegen die veröffentlichte Meinung und Panikmache. Und daß er den Sektenbegriff in diesem Zusammenhang gern wegen seiner negativen Konnotation verwendet verwundert nicht weiter, da sich die SPD als zukünftig ehemals etablierte quasi-religiöse Gemeinschaft (denn die SPD-Haltung zur Kernenergie dürfte doch wohl aufgrund ihrer latenten Irrationalität deutlich eher eine Glaubensfrage sein) hier in der Tat gefährdet sieht. Denn vor dem Hintergrund der Klimadebatte und Energiepreisexplosion ist anzunehmen, daß die Anzahl derjenigen, die sich nicht weiter durch Angstszenarien aufhetzen lassen und stattdessen zielführend und unideologisch kontemplieren und abwägen, wie man Klimaschutz, Wohlstand und Versorgungssicherheit unter einen Hut bekommen kann, stetig zunehmen wird. Ich jedenfalls halte es inzwischen für nicht mehr unwahrscheinlich, daß in Deutschland in den nächsten zehn-zwölf Jahren wieder ernsthafte Planungen für neue Kernkraftwerke aufgenommen und umgesetzt werden. In derselben Zeitspanne wird sich die SPD aufgrund ihrer inhaltlichen, strategischen und personellen Defizite dann weiter marginalisieren.

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Der ‘Erfinder’ des World Wide Web, Tim Berners Lee, prägte das Mantra: Cool URIs don’t change.

Aber so richtig internalisiert haben das Motto wohl nur die Wenigsten. Ein schönes Beispiel, wie man es nicht machen sollte, bietet heute das Bundesinnenministerium mit seinem Neustart von www.zuwanderung.de, siehe die Meldung Die Internet-Seite www.zuwanderung.de ist migriert.

Nach der Migration auf ein anderes Redaktionssystem (Government Site Builder) ist www.zuwanderung.de nun auch barrierefrei für alle Nutzer zugänglich. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass sich durch diese Migration die Internetadressen (URL) für alle Seiten hinter der Startseite geändert haben und bei externen Verlinkungen angepasst werden müssen.

Ich möchte nicht mißverstanden werden: Die Umstellung auf Barrierefreiheit ist heutzutage insb. für staatliche Stellen ein absolutes Muß (und auch geltendes Recht). Aber: Warum muß man dabei alle URLs ändern? Und wenn das neue System schon zwingend neue URLs erzeugt: Haben die noch nie was vom HTTP-Statuscode 301 ‘moved permanently’ gehört, um dafür zu sorgen, daß Bookmarks und Suchmaschinenergebnisse trotzdem zur richtigen Seite und nicht ins leere verweisen?

Bei kleinen Web-Auftritten (wie diesem hier), die nur wenige Nutzer haben, kaum über Suchmaschinen angesteuert und selten gebookmarkt werden, kann man ja meinetwegen den Aufwand der Permalink-Migration unterlassen. Aber bei Sites des Bundes?! Einfach schlecht beraten. Tss...

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Steckbausteine, virtuell reloaded

Samstag, 21. Juni 2008

Beim Thema LEGO® (zur Schreibweise siehe Der antastbare Name von Bastian Sick) werden Kindheitserinnerungen wach. Ich könnte jetzt sentimental in Erinnerungen schwelgen, wie ich als kleines Kind architektonische Höchstleistungen mit den kleinen Klötzchen erbracht habe und stundenlang in den Plastiksteinbergen gewühlt habe.

Da kommt mir die Nachricht in Lifehacker über die neue Version 2 des LEGO® Digital Designer gerade recht.

Mit selbigem kann man rein virtuell aus sage und schreibe 763 verschiedenen Steinen seine Modelle bauen. Einfach genial (jedenfalls deutlich besser als die eßbaren Steine von Kelloggs). Ich glaube ich weiß, was ich dieses Wochenende mache(n würde, wenn ich die Zeit dafür hätte).


Nachtrag vom 8. Juli 2010: Zwischenzeitlich hatte ich genug Zeit gefunden, das Ergebnis findet man unter Brick-Bauklotz-Baumeister Stecki@lego.

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Die Ideale der Aufklärung sind leider in den letzten Jahren/Jahrzehnten ein wenig unter die Räder gekommen. Wie ich schon in einem anderen Beitrag schrieb, ist der Verstand immer mehr auf verlorenem Posten. Der Bildschirmarbeiter Harnasch hat with a little help from Doc House mal wieder einen besonderen Leckerbissen für uns aus dem Metier der technikfeindlichen Mainstream-Religion des 21. Jahrhunderts: TV-Kritik: Schlechte Nachrichten - Ihr gutes, öffentliches Recht

Dem ist nichts hinzuzufügen - außer der Feststellung, daß man den Eindruck nicht loswird, daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich durch solche Beiträge dankenswerterweise selbst sukzessiv die Existenzberechtigung entzieht.

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...oder vielleicht doch “nur” lecker geröstete Riesen-Ameisen, Toffee-Skorpion oder Riesen-Hornissen-Honig? via

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Also auf so eine Idee muß man erstmal kommen: Kellogg’s™ Lego® Fruit Flavored Snacks (via, via)

Da bringen Eltern ihren Kindern also mit viel Mühe bei, möglichst nicht jeden Kleinkram in den Mund zu nehmen und zu verschlucken und dann wird das mal eben locker auf diese fast schon perfide weise konterkariert. Da darf man wirklich auf die juristischen Konsequenzen gespannt sein…

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EU-Verfassung, Nagel, Kopf, Autsch

Mittwoch, 18. Juni 2008

Was der Isotopp da schreibt, ist wirklich nicht von der Hand zu weisen und trifft denke ich den Nagel auf den Kopf, warum das EU-Verfassungsprojekt bei direkter Konfrontation mit dem Wahlvolk seine Schwierigkeiten hat...

Eine Verfassung wird vom Volk beschlossen und getragen. Wenn absehbar ist, daß das Volk die Verfassung wegen ihrer Länge und Komplexität nicht verstehen kann und deswegen aus Prinzip ablehnen wird, ist der Verfassung kaputt und nicht das Volk.

Auch der für einen europäischen Rahmenvertrag möglicherweise suboptimale und potentiell zu hochgreifende Titel “Verfassung” weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Da muß noch einiges an Nachbesserungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werdeb…

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Laß es krachen

Montag, 16. Juni 2008

Kaputtes Porzellan auf Knopfdruck! Gehört in jeden gut sortierten Haushalt: Die “Anger-Release-Machine” von Yarisal and Kublitz.

Via BasicThinking via Karrierebibel.Twitter via rebel:art.

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No-Go-/Drive-/Park-Areas in Berlin

Samstag, 14. Juni 2008

So weit sind wir also inzwischen. Der Berliner Polizeipräsident rät Besitzern von Luxusfahrzeugen davon ab, ihr Auto in Kreuzberg zu parken. Und sein Vorgesetzter — Innensenator Körting — sekundiert:

Man sollte als Besitzer teurer Karossen nicht provozierend parken …

(tja, und eigentlich hatte ich hier einen extrem langen Text zu geschrieben, aber “dank” meiner Software, ist das (mal wieder) alles flöten gegangen.

Ich hatte noch verwiesen auf Tagesspiegel: Braucht Berlin einen Kriminalitätsatlas und www.brennende-autos.de, aber mehr kriege ich hier aus dem Kopf nicht mehr zusammen (und bin auch zu frustriert jetzt).

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Wußtest Du, daß einige phantasievolle Leute das Zeichen " statt ganz nüchtern-sachlich als Anführungszeichen beispielsweise stattdessen als Hasenohren bezeichnen?

Man lernt nie aus...auf Coding Horror findet sich dieser schöne Beitrag (mwN) zu ASCII Pronunciation Rules for Programmers.

Hier eine weitere Kostprobe, wie man z. B. das ! aussprechen kann: bang, shriek, smash, boing, yell, wow, hey, wham, eureka, soldier …

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