Ursprünglich war das mit dem Personal Computer ja mal so, daß er einem als Rechenknecht Arbeit abnehmen und Vorgänge beschleunigen sollte. Und mal abgesehen davon, daß es viele Probleme gibt, die man ohne Rechner nie gehabt hätte — und ich mir manchmal nicht sicher bin, ob ein PC unterm Strich Zeit spart oder klaut :-) — ist so ein Gerät ja ein durchaus nützliches Teil.

Und wenn man ohnehin für so ziemlich alles, was man tut, auf seinen Compi angewiesen ist, dann will man (jedenfalls ich) damit nicht nur möglichst effektiv sondern durchaus auch effizient umgehen. Schließlich ist Zeit das kostbarste Gut, was wir haben (ok, Plattitüde; dennoch nicht unwahr).

Meiner einer hat festgestellt, daß es sich daher für häufig verwendete Programme als echte Effiziensteigerung lohnt, Tastaturkürzel auswendig zu lernen und konsequent einzusetzen. Jeder Griff zur Maus kostet x-fach mehr Zeit, als zwei bis drei Tasten zu drücken. Glücklicherweise halten sich auch die meisten (leider nicht alle, da fängt das Problem natürlich bereits an; Programmierer, die sich an solche Standards nicht halten, gehören strenggenommen gesteinigt) Programme artig an Betriebssystemstandards (in meinem Fall derzeit überwiegend Windows) und ermöglichen so in der Regel Ausschneiden mit Strg-X, Kopieren mit Strg-C, Einfügen mit Strg-V usw.

Um diese Tasten zu erlernen, gibt es im Wesentlichen zwei Wege:

  1. Man sucht in der Hilfe (ich habe auch gehört, daß es auch noch Handbücher gibt, so richtig auf totem Holz) nach einer entsprechenden Übersicht und lernt und lernt und lernt. Optimalerweise kann man sie auch neben sich auf seinen (Zweit-)Monitor schalten (ich habe mir extra ein Utility geschrieben, welches bei jedem Wechsel des aktuellen Programms auch eine entsprechende Hilfsseite wechselt, dazu später vielleicht mal mehr) oder an die Wand pinnen. Der große Nachteil dieses Ansatzes: Meist sind diese Übersichten extrem unübersichtlich (ja, schöne contradicto in adiecto), fast immer viel zu lang und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enthalten sie wahnsinnig viel Noise, also Befehle, die man selbst nunmal nie benötigt.
  2. Der zweite Ansatz ist wesentlich individuell-praxisorientierter: Bei jedem Menüpunkt oder Button, den man anklickt (so selektieren sich ja von selbst die Funktionen raus, die man wirklich benötigt), lernt man einfach das dazugehörige Kürzel und benutzt es dann per sofort. Nur ist das mit dem “einfach” ein klitzekleines Problem. Denn obwohl es an sich Usus ist, daß ein Shortcut hinter dem jeweiligen Menüpunkt oder im Tooltip (das ist das kleine Info-Fenster, das sich bei fast allen Programmen öffnet, wenn man mit der Maus über einem Knopf stehenbleibt) des Buttons angezeigt wird.

Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Einige, leider wenige Programme, zeigen konsequent alle Tastaturkürzel jederzeit an. Optimal. Andere Programme zeigen nur bei vermeintlich häufig verwendeten Funktionen die Kürzel an. Oder nur Kürzel bei Menüpunkten, nicht aber als Button-Tooltips. Oder nur auf explizites Einschalten in den Optionen. Oder nur nach einer gewissen Zeitspanne. Oder es sind nur die sog. Menu-Shortcuts zugänglich (Kenntlichmachung durch Unterstrich im Text des Menüpunkts; manchmal muß man vorher das Menü mit Alt erst aktivieren). Oder nur nach einer Kombination aus vorhergehendem :-) Zwar gibt es durchaus auch Lichtblicke, so Microsoft Office 2007 (wobei man auch dort noch viel konsequenter sein könnte). Summa summarum gibt es aber jedenfalls einen viel zu großen Anteil an Programmen, die die in Tastaturkürzeln liegenden Effizienzsteigerungsmöglichkeiten mangels Kürzeln oder zumindest mangels Zugänglichmachung selbiger unnötig erschweren. Ich empfinde derartiges als Zeitdiebstahl.

Daher also nun mein Aufruf:

Programmierer aller Sprachen, einigt euch! Haltet euch an Standards oder Best-Practices und sorgt dafür, daß die Benutzer eurer Programme schnell und effizient damit arbeiten können. Zeigt Tastaturkürzel überall und jederzeit gut auffindbar an: Beim Menüpunkt, als Infofenster über Befehlsflächen und natürlich auch bei Erwähnung von Kommandos in der Hilfe. Der Zusatzaufwand ist minimal. Und übrigens habt auch ihr etwas davon: Denn wer auf ein Programm besonders trainiert und damit entsprechend schnell ist, wird es nicht so schnell mal eben durch ein anderes ersetzen. Und ganz en passant gewinnt ihr damit also zufriedende und treue Kunden. Danke!

Dieser Text ist mir etwas wert:

Zwischenruf zur Zensurdebatte

Sonntag, 14. Juni 2009

Vorwort: Ich habe folgenden Text “mal eben” locker runtergeschrieben. Vielleicht sind nicht alle Formulierungen genial, möglicherweise sind sogar einige zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht einmal grammatikalisch korrekt :-) (die Rechtschreibung ist es jedenfalls sicher nicht) und habe sicher viele Punkte vergessen oder nicht so umfassend beleuchtet, wie es vielleicht sein muß. Ggf. werde ich also den Text noch optimieren und/oder erweitern. Ich bitte um ein wenig Nachsicht…

Es gibt Situationen, ob in der Familie, auf der Arbeit oder in der Politik (der großen Familie sozusagen), da haben sich alle Beteiligten in Positionen hineinmanövriert und versteift, aus denen sie schwer wieder rauskommen, weil niemand sein Gesicht verlieren will. In solchen Situationen empfiehlt es sich, einmal innezuhalten, kurz durchzuatmen und nachzudenken. Ich glaube, im Rahmen der “Kinderpornoseitenstopschildzensurdebatte” sind wir in eine solche Situation geraten und sollten daher ein wenig deeskalieren.

Vielleicht können wir uns auf ein paar Fundamente einigen:

  1. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, daß vernünftigerweise niemand der Diskutanten — auf keiner Seite — für Kinderpornographie, den dazugehörigen Kindesmißbrauch und die Verbreitung entsprechender Materialien ist.
  2. Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat. In einem solchen machen demokratisch legitimierte Organe Gesetze, die sowohl abstrakt als auch konkret einer (Normen-)Kontrolle durch unabhängige Gerichte unterliegen.
  3. Wir akzeptieren Artikel 5 des Grundgesetzes, in dem es lautet: “Eine Zensur findet nicht statt. […] Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.”

Außerdem wäre es ergänzend hierzu hilfreich, wenn wir in einer Diskussion nicht gegenseitig anfangen, uns mehr zu unterstellen, als konkret beabsichtigt und beispielsweise in Gesetzentwürfen und konkreten Absichtsbekundungen hierzu zu Protokoll gegeben wird. Ein derartiges Theme ist nicht geeignet für Polemik, Wahlkampfgetöse und anderweitigen Populismus.

Meines Erachtens sind das Geschäftsbedingungen für jede sachliche und zielorientierte Diskussion, gerade bei einem so diffizilen Thema. Wer obige Rahmenbedingungen nicht akzeptiert, verfolgt m. E. andere Ziele als die konstruktive Beteiligung am Prozeß der demokratischen Meinungsfindung in der pluralistischen Gesellschaft.

Daher nun mal ein paar Fragmente zum Nachdenken, Versachlichen und gern auch Neujustieren von Positionen:

  1. Gern wird suggeriert (oder auch explizit behauptet), man wolle gar nicht wirklich gegen Kinderpornographie vorgehen und nur schöne Symbolpolitik betreiben. Ich muß offen sagen: Eine solche Argumentation ist grenzwertig bis böswillig. Die Sperrung von Seiten ist ein Baustein unter vielen. Selbstverständlich ist davon auszugehen, daß jeder Verdacht auf kinderpornographisches Material — sei es im Netz oder IRL — zu Strafverfolgung führt. Nur muß man eben auch festhalten, daß das im globalen Netz leicht gesagt, aber nur sehr sehr schwer getan ist. Internationale Strafermittlungen sind extrem aufwendig, zeitintensiv und zäh — und daher nur mittelfristig erfolgversprechend. Nichtsdestotrotz sind sie durchzuführen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Muß man deshalb andere Maßnahmen hintenanstellen und die langsamen Mühlen der internationalen Justiz malen lassen? Ich meine: Nein. Es gilt also, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen.
  2. Ein sehr starkes Argument ist die wie ich denke zugegebenermaßen unbestreitbare Tatsache, daß DNS-basierte Stopseiten bzw. Internetsperren relativ leicht zu umgehen sind. Ich betone aber das Wort relativ. Denn natürlich ist das für uns digital natives keine große Aktion. Allerdings bin ich mir sicher, daß es dennoch einen hinreichend großen Kreis technischer Analphabeten gibt, für die das zumindest eine echte Hürde ist. Das für mich entscheidende daran aber ist: Es wird auf diesem Wege weitestgehend ausgeschlossen, daß jemand aus Versehen über Suchmaschinen oder Links (beispielsweise durch URL-shortening-services wie tinyurl.de, tr.im oder bit.ly etc.) auf die Seiten gerät. Vor allem aber ist es ein sehr deutliches Mahnsignal an die “Umgeher” dieser Regelung: “Ihr begebt Euch ins Abseits der Illegalität, seid kriminell”. Niemand wird dann noch treudoof sagen können, es wäre ein Versehen gewesen, ihm sei nicht klar, was er da gemacht habe und überhaupt sei die Seite doch frei erreichbar gewesen.
  3. Natürlich ist die Pflege der Sperrlisten ein unaufhörliches Wettrennen. Aber mit Verlaub: Nur weil man stets Daten aktualiseren muß und es immer Seiten geben wird, die noch nicht entdeckt und gesperrt wurden, kann man doch nicht ernsthaft daraus den Schluß ziehen, daß die ganze Maßnahme blödsinnig ist. Die Problematik wohnt doch unendlich vielen Bereichen des Rechtsstaats inne und ich denke, daß es besser ist, (freie Schätzung) 90 % zu sperren als wg. der 10 %, die man (noch) nicht gesperrt hat die anderen 90 % erreichbar zu lassen. Natürlich kann eine solche Maßnahme nur sinnvoll sein, wenn gleichzeitig durch Strafverfolgung intensiv versucht wird, das Angebot immer weiter zu beschneiden. Nur wie gesagt: Besser als nichts.
  4. Sehr problematisch (=inaktzeptabel) scheint mir allerdings die Forderung von Bundesjustizministerin Zypries (SPD), die in den Gesetzentwurf hat aufnehmen lassen, daß bei einem Aufruf einer Stopseite die IP-Adresse gelogt und automatisch ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt werden soll. Das geht in der Tat eindeutig zu weit. Es kann nicht sein, daß wir hier einen Generalverdacht implementieren und ein Nutzer hier kriminalisiert wird. Denn es liegt nunmal in der Natur des Netzes, daß man vor Aufruf einer Seite nicht wissen kann, was einen wirklich erwartet, denn Links könnten unverfänglich aussehen bzw. gänzlich keinen Rückschluß auf intendierten Inhalt zulassen (URL-Verkürzer) oder es könnte sich um gehackte Seiten (Defacement, Injections) handeln. Kurz und gut: Dieser Teil des Gesetzentwurfes ist vollständig zu streichen.
  5. Gern wird dann noch das (angeblich) mangelnde Technikverständnis unserer Politiker kritisiert. Da kann ich nur sagen: Wer im Glashaus sitzt… Denn wenn ich mir anschaue, auf welch billigem Niveau die Diskussion in vielen (nicht allen) Bereichen läuft, können viele froh sein, daß ihnen nicht von den bösen, inkompetenten Politikern mit ähnlicher Münze heimgezahlt und klargemacht wird, wie ahnungslos viele in Sachen Politikbetrieb und hinsichtlich unseres Rechtssystems sind. Mal abgesehen davon: Ein Landwirtschaftsminister muß keine Kuh melken können, ein Außenminister kein gelernter Diplomat und eine Familienministerin keine Internet-Expertin sein. Laßt also mal die Kirche im Dorf. Ihr dürft getrost davon ausgehen, daß die beiden agierenden Ministerinnen durch ihre Apparate, Experten, Anhörungen und nicht zuletzt auch das mediale Feedback hinreichend informiert und sensibilisiert sind.
  6. Einen andere Punkt hatte ich zwar mit meinen AGBs oben an sich schon ausgeschlossen, möchte aber noch einmal explizit darauf eingehen. Wer Angst davor hat, daß Internetsperren auf andere Bereich (z. B. politische Meinungsäußerungen etc.) ausgeweitet werden, befindet sich in guter Gesellschaft. Denn auch ich habe hier hinsichtlich der Anwandlungen Einzelner durchaus den Eindruck, daß einige Leute gern “mehr” wollen und die Kinderporno-Bekämpfung sozusagen nur der Fuß in der Tür sein soll. Das darf in der Tat nicht sein. Hier geht es um Kinderpornographie, Punkt. Alles andere ist eine andere Diskussion. Der (Kampf-)Begriff “Zensursula” ist und bleibt — ähnlich wie übrigens auch unsägliche “Stasi 2.0”-Insinuierungen — völlig daneben. Er tut Ursula von der Leyen Unrecht und der Sache keinen Gefallen.

Ich halte auch gern fest: Man kann durchaus zu einer anderen Bewertung kommen, ob die Einrichtung einer Sperrliste mit Stopseiten ganz grundsätzlich eine geeignete und verhältnismäßige Maßnahme ist. Aber das ändert nichts daran, daß deren Zielsetzung im ganz konkreten thematischen Bezug der Bekämpfung von Kinderpornogrphie ehrenwert und in keiner Weise unlauter — und eine zulässige (weil unter Gesichtspunkt des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes vertretbare) Maßnahme im Rahmen der Schranken-Schranken unseres Grundgesetzes ist. Ich persönlich kann mit solchen Sperren leben. Ich sehe auch keinen Anlaß, hier das berühmte Martin-Niemöller-Zitat einzusetzen. Es ist hier schlicht und ergreifend nicht einschlägig.

Meine Bitte daher: Macht keinen billigen Bohai um “Zensursula”, denn wir werden nicht “von Laien” regiert. Purer Populismus und dummdreiste Demagogie sind keine Methoden für verantwortungsvolle Politik. Helft durch Konstruktivität statt Konfrontation. Und vor allem: Sucht und führt die richtige Diskussion. Führt keine Stellvertreterdebatte auf dem Rücken mißbrauchter Kinder!

Dieser Text ist mir etwas wert:

Als im Januar die erste Public Beta von Microsoft Windows 7, dem Nachfolger des (meines Erachtens ganz zu Recht) unbeliebten MS Windows Vista herauskam, hatte ich es mir sofort (iSv “sobald es nach dem Totalzusammenbruch der Microsoft-Server ging”) heruntergeladen und auf einer virtuellen Maschine installiert. Ich war positiv überrascht von der zügigen und problemlosen Installation — und es lief auch alles prima. Allerdings war es eben nur ein kurzer Test, um zu sehen, wie es sich verhält, was alles neu ist usw usf.

Daher hatte ich nach Erscheinen des Release Candidate (Win7 RC Build 7100 — für jedermann kostenlos bis Anfang März 2010 nutzbar) selbige Prozedur gleich wiederholt. Ebenfalls alles prima. Das System lief auf einer virtuellen Maschine unerwartet flott und war angenehm zu bedienen. Und obwohl ich kosmetischen Neuerungen prinzipiell abgrundtief skeptisch gegenüberstehe, weil diese häufig reiner Spielkram sind, nutzlos Rechenleistung verplempern und meist nur darüber hinwegtäuschen sollen, daß man keine substantiellen Verbesserungen an einer Software als Updateargument hat, muß ich zum konkreten Fall sagen: Ich bin einfach hin und weg von der neuen Optik und Haptik, quasi Liebe auf den ersten Blick.

Dennoch nutzte ich als eingefleischter XP-Nutzer Win7 in der Folgezeit eigentlich nur, um Internetseiten auf Internet Explorer 8 oder Programme unter Vista-Bedingungen zu testen.

Bis mir meine Notebook-Platte “abrauchte” (um genau zu sein rauchte sie nicht völlig ab, aber ich bekam derartige Probleme mit defekten Dateien, daß sie faktisch unbrauchbar wurde).

Da ich es etwas anachronistisch fand, im Jahre 2009 nochmal XP auf mein Notebook zu spielen und ich ohnehin immer Ärger mit passenden Treibern hatte, war dies ein guter Zeitpunkt, nun einmal Win7 einem echten Praxistest zu unterziehen. Gesagt, getan: Ich habe kurzentschlossen und wagemutig den RC von Win7 auf meinem Acer TravelMate 8204WLMi installiert. Und siehe da: Wow. Nicht nur ging die Installation wie schon bei den anderen Tests sehr fix, es fiel vor allem auf, daß danach wirklich so ziemlich alles ohne weiteren Treiber einwandfrei lief. Und das Beste: Das System verhielt (und verhält) sich wesentlich responsiver und schneller, auch bei relativ vielen geöffneten Anwendungen und Browser-Tabs.

Seit einer Woche nutze ich nun den RC täglich und sehr intensiv auf meinem Notebook. Zwischenzeitlich habe ich fast meine gesamte Software auf selbigem ohne Probleme installiert (nur das SP 1 meiner alten CorelDRAW Graphics Suite 12 ließ sich — unter Meldung eines Fehlers, zu dem ich ich Netz nichts sinnvolles finden konnte — hartnäckig nicht einspielen) und arbeite erstaunlich flott und produktiv mit dem neuen System.

Hier ein paar kurze Anmerkungen, positive wie negative (einige der Punkte gelten auch schon für Vista, welches ich aber nur kurze Zeit als Beta-Tester genutzt habe):

  • Die neue Oberfläche Aero mit (Halb-)Transparenzen, dickerem Fensterrahmen und gauß’scher Unschärfe gefällt mir recht gut. Man scheint an den Schriften und dem Rendering geschraubt zu haben, die Textdarstellung wirkt insgesamt jedenfalls deutlich besser als vorher.
  • Die Systemsteuerung ist neu sortiert worden. Wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, so sind die Einstellungsmöglichkeiten nun letztlich besser zugänglich, weil untereinander sinnvoll(er) verknüpft.
  • Wenn auch nur SchnickSchnack, so finde ich die neuen quasi-fotorealistischen Gerätesymbole einfach hinreißend :-)
  • Ob man “Desktopminianwendungen” (vulgo: widgets) wirklich braucht, scheint mir Geschmackssache. Meiner einer nutzt das eigentlich nicht.
  • Schade finde ich, daß man bei Dateioperationen (Kopiervorgängen) zwar Zusatzinfos einblenden kann. Eine Möglichkeit, Vorgänge zu pausieren oder priorisieren fehlt aber leider. Ohne es bisher getestet zu haben, denke ich mal, daß ebenfalls keine Optimierung des Verhaltens bei Kopierfehlern vorgenommen wurde (sprich: Daß der Vorgang nicht bei einem Fehler abgebrochen wird).
  • Was mich etwas irritiert ist der insg. nur sehr defensiv gestaltete Startbildschirm (kaum Inhalt, daher muß man genau hinschauen, ob sich was tut). Noch mehr stört mich, daß beim Versetzen in den Ruhezustand der Bildschirm gleich schwarz wird und man letztlich nur am Lüftergeräusch bzw. an der Power-LED erkennen kann, ob sich der Rechner schon ausgeschaltet hat. Das ist riskant (zumal der Vorgang subjektiv manchmal recht lange dauert).
  • Richtig praktisch hingegen sind die neuen Möglichkeiten beim Fensterhandling, Fenster durch Ziehen an Bildschirmränder zu verändern: Nach oben maximiert das Fenster, nach rechts oder links skaliert das Fenster jeweils auf volle Höhe aber halbe Breite.
  • Auch die Suche in Explorerfenstern ist einfacher, schneller und praktischer geworden; besonders hilfreich, um sich beispielsweise in der neuen Systemsteuerung zu orientieren.
  • Besonders gut gelöst ist meines Erachtens der neuen Taskbar: Die bisherige Schnellstartleiste ist damit obsolet. Man kann jede Anwendung an den Taskbar anheften und sieht an unterschiedlicher Darstellung, ob diese läuft oder nicht. Da standardmäßig nur noch die Symbole dargestellt und gleichzeitig alle Fenster einer Anwendung gruppiert werden (mit einer Live-Vorschau beim Hovern über einem Symbol, die sogar Videos darstellt) spart das enorm Platz und macht die ganze Sache übersichtlich. Das wird dadurch noch optimiert, daß man nun die Reihenfolge der Symbole jederzeit einfach per Drag & Drop ändern kann.
  • Ergänzt wird die Effiziensteierung durch das Suchfeld im Startmenü, welches sofort nach Drücken der Windows-Taste den Focus erhält. Man gibt nur ein paar Zeichen eines Wortbestandteils des gewünschten Programmes ein und bekommt dynamisch passende Anwendungen aufgelistet. Sehr einfach und schnell, gerade wenn man eine große Menge an Programmen installiert hat.

Insgesamt fühlt sich das Arbeiten mit Windows 7 jedenfalls klasse an. Einige der Funktionen konnte (und kann) man auf älteren Systemen mit entsprechender Erweiterungssoftware emulieren/nachrüsten. Aber so ist es nunmal alles standardmäßig implementiert, zeitgemäß und aus einem Guß. Der Abstand zu Mac OS X von Apple ist jedenfalls sehr deutlich geschrumpft. Dazu kommen noch einige neue bzw. verbesserte mitgelieferte Programme, wie dem SnippingTool oder Windows Live Writer (mit dem ich diese Zeilen testhalber geschrieben habe), so daß ich unterm Strich nur empfehlen kann, Win7 eine Chance zu geben.

Dieser Text ist mir etwas wert:

Web 2.0 und das Leben in der Cloud ist ja schön und gut: Praktisch, vielfältig, ubiquitös. Was ich aber immer mehr vermisse, sind Möglichkeiten, einfach und bequem meine Daten zentral zu sichern. Dabei geht es mir nicht (primär) darum, einen persönlichen Lifestream zu aggregieren (um diesen beispielsweise auf dem eigenen Server zu hosten), sondern darum, alle von mir gespeicherten Daten (also auch “meine” Stamm-/Bestelldaten in Shops) auf simplem Wege sichern zu können.

Was mir vorschwebt ist eine Art Standard-Api vergleichbar mit OAuth, OBackup sozusagen. Ein offenes, standardisiertes System, welches Webdienste anbieten können, so daß man als Nutzer alle seine Daten abfragen und en bloc sichern kann. Und zwar so, daß man eben nicht für jeden Dienst, den man nutzt, eine Schnittstelle zur jeweiligen API programmieren muß (zumal die APIs ja meist nicht den Zugang zu Stammdaten und Attention-Data liefern).

Der Ablauf könnte so sein:

  1. Man installiert die OBackup-Infrastruktur auf einem oder mehreren seiner Rechner/Server.
  2. Dann werden die OBackup-Instanzen mit der eigenen OpenID verknüpft.
  3. OBackup-fähige Anbieter senden alle Datenänderungen (ob sofort oder in Zeitabständen sollte konfigurierbar sein) an den OBackup-Server bzw. dieser fragt regelmäßig Änderungen zwecks Sicherung ab.

(Warum) gibt es soetwas noch nicht?


Nachtrag (09.09.2009)

Ein lobenswerter Schritt in die richtige Richtung: heise.de: Google verkündet Offensive zur “Datenbefreiung”

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