Letztens, da ist es wieder passiert. Nix Böses ahnend bedudelt mich ein Radio. Doch dann. Das Grauen. Pur. Und ungefiltert. Der ganz offenkundig höchstkompetente Moderator des Hamburger Lokalsenders Alster Radio 106!8 sabbelt mir einem Anrufer und der sagt „Moin“. Was macht besagter Moderator? Er meint, daß es ja noch nicht ganz Mittag sei und man deshalb ja noch „Moin“ sagen könne. Arg. Oder wie wir bei Twitter sagen: #epic #fail

Daß vielleicht die eingefleischten Bajuwaren unter uns hie und da Interpretations- und Übersetzungsprobleme mit norddeutschem Vokabular haben, dafür habe ich vollstes Verständnis. Geht mir andersrum ja nicht wesentlich besser. Aber wenn Leute, die — so darf man doch wohl annehmen — im norddeutschen Sprachraum sozialisiert oder eben mit sprachlich nicht vollkommen irrelevanter Multiplikatorrolle beruflich tätig sind und dann so eklantante Fehler machen, dann bin ich sprachlos. Und auch ein bißchen entsetzt. So von wegen Bildungsnotstand, Untergang des Abendlands, allgemeiner Kulturpessimismus und so. Ihr wißt schon… :-)

Moin

Aaaalso, mal gaaaanz langsam zum Mitschreiben: Das Wort „Moin“ ist eine hochentwickelte und sehr aussagekräftige Begrüßungsformel, die zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet werden kann. Ich wiederhole: Zu absolut jeder Tages- und Nachtzeit. Denn die etymologische Herkunft des Wortes ist nicht „Morgen“, sondern es stammt von „moi“=„gut“ ab und heißt daher so viel wie „einen Guten“ [Morgen|Mittag|Tag|Abend].

Moin ist eben ganz simpel. Kurz. Effizient. Norddeutsch halt. Wie das Land. Wie Plop ;-)

Moin-Moin und Moinsen

Als Erweiterung zu Moin gibt es dann noch das Moin-Moin. Aber Vorsicht: Wer Moin-Moin sagt, gilt gemeinhin als ein wenig zu redselig, mitteilungsbedürftig oder gar aufdringlich. Er fällt dann in die Kategorie Quasselkmors (höflich übersetzt: Laberbacke). Moin-Moin wird daher eigentlich nur verwendet, wenn man ein Gespräch anbahnen oder gar aufdrängen möchte. Eine Sache, die man mit dem Norddeutschen an sich nur sehr diplomatisch angehen sollte.

Außerdem gibt es dann noch Moinsen. Moinsen wird meist verwandt, um eine Gruppe von Leuten anzusprechen oder das Moin zu betonen, ohne eben ein ewig langes Moin-Moin in epischer Breite aufwendig zu formulieren.

Norddeutsches Dehnungs-C

Im Zusammenhang mit den großen Mißverständnissen Norddeutschlands möchte ich bei dieser Gelegenheit eine weitere hochwichtige Problematik nicht unerwähnt lassen, weil zu befürchten ist, daß sie langsam zu verschüttetem Wissen wird: Das norddeutsche Dehnungs-C (im ck). Ähnlich wie das Dehnungs-E, welches in Soest, Coesfeld, Bad Oldesloe etc. Verwendung findet, dehnt ein norddeutsches Dehnungs-C vor einem k den vorangehenden Vokal. Das klassische Beispiel ist Mecklenburg [ˈmeːklənˌbuɐç]. Auch wenn man landläufig MeckPom wie einen McDonalds-Burger ausspricht: Das erste e in Mecklenburg gehört lang. Wie auch in Bleckede oder Lübeck. Kein Witz. Oder ursprünglich auch Barmbeck, welches (wie viele andere Ortsnamen) extra deswegen in Barmbek umbenannt wurde. So hat auch Thomas Mann zwecks Verständnis den Namen Buddenbrock sicherheitshalber in Buddenbrook geändert, um alle Fehlaussprachen auszuschließen.

Zur weiteren Lektüre hinsichtlich dieser Thematiken empfehle ich:

Außerdem interessant für den norddeutschen Sprachraum insb. mit Blick auf das Plattdeutsche:

Eine kleine Bitte habe ich noch: Wenn ihr — insb. in Radio oder Fernsehen — ein fehlausgesprochenes Dehnungs-C oder ein fehlinterpretiertes Moin etc. hört: Bitte schickt den Verantwortlichen eine Mail, twittert das usw.; nicht, um oberlehrerhaft Schlaubischlumpf zu spielen, sondern um die Schön- und Eigenheiten des Norddeutschen zu erhalten! Danke!

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Vor kurzem hatte ich folgenden Blog-Eintrag geschrieben: Was fehlt: Qualitativ ausdifferenziertes Soziales Meta-Netzwerk. Dank eines Tweets von Jens Best wurde ich aufmerksam auf die Story Google Me: Mitarbeiter enthüllt erste Details, in der auch die unten angezeigte ausführliche und sehr lesenswerte Präsentation The Real Life Social Network v2 des Google-User-Experience-Researchers Paul Adams eingebettet war.

Die Präsentation ist sowohl für Profis als auch Neulinge im Bereich Sozialer Netzwerke m.E. Pflichtlektüre; sie geht auf Schwachstellen und Erfordernisse hinsichtlich einer zeitgemäßeren Online-Repräsentation von persönlichen Netzwerkstrukturen ein und deutet an, wo die Fahrt hingehen könnte — auch wenn ich nach wie vor einige Aspekte zu wenig berücksichtigt finde (angefangen bei der Erforderlichkeit einer simplen Grundeinstellung, damit beispielsweise neu hinzugefügte Kontakte nicht per Default potentiell kompromittierende (möglicherweise Jahre) alte Einträge einsehen können bis hin zu halb- oder gar vollautomatischer Metrik hinsichtlich der Intensität und des Types einer Verbindung).

Da mich das Thema jedenfalls fasziniert, habe ich mir sicherheitshalber sofort auch das im August erscheinende Buch von Paul Adams Social Circles: How Offline Relationships Influence Online Behavior and What It Means for Design and Marketing (Voices That Matter) vorbestellt… :-)

Als kleine Ergänzung empfehle ich von Philip Banse in der heutigen Breitband-Sendung „Facebook-Killer? Spekulationen um Googles Social Network“ den drk_20100717_1442_991aa7de.mp3 . Man darf — unabhängig von der Frage, ob/was Google in diesem Segment plant und umsetzen wird — auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein. Nach meiner Einschätzung droht Facebook mittelfristig (wenn es nicht die Kurve kriegt) am eigenen Erfolg zu scheitern, da die Wehklagen über schwierige Bedienbarkeit und intransparente Einstellungen zum Persönlichkeitsschutz zunenehmen, während gleichzeitig die Anforderungen an individuell präziserer Sichtbarkeitssteuerung von Daten angesichts stark steigender Nutzerzahlen immer komplexer und dringlicher werden und Facebook dieses Problem meines Erachtens nicht hinreichend ernst nimmt bzw. es nicht konsequent und schnell genug angeht. Schau’n mer mal…

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Soeben erfuhr ich bei der Lektüre der Stormarn-Beilage des Hamburger Abendblatts: Bargteheide-Land will wissen, wie langsam das Internet wirklich ist — Amt hat E.on Hanse beauftragt, eine Analyse zu erstellen (Paywall durch First-Click-Free via Googe-Suche umgehen).

Das Amt reagiert nun auf die Unzufriedenheit der Bürger und die vielen Anfragen nach einer besseren Internetversorgung. Die Verwaltung hat den Strom- und Erdgasversorger E.on Hanse mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Unternehmen wird prüfen, wie noch bestehende Lücken bei der Internetversorgung im gesamten Amtsgebiet geschlossen werden können.

Dazu gibt es zum einen folgenden Fragebogen, den Bürger/Unternehmen bis zum 27.08.2010 absenden können; ferner sollen die Bürgermeister Auskunft hinsichtlich gemeindespezifischer Bandbreiten-Anforderungen (beispielsweise bzgl. Gewerbegebieten) geben und es werden 30 Internet-Diensleister befragt.

Ich möchte festhalten, daß ich in der Tat mit Blick auf technische digitale Spaltung zwischen Stadt und Land grundsätzlichen Optimierungsbedarf hinsichtlichtlich der Breitbandversorgung sehe und daher alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation geeignet sind, begrüße und unterstütze.

Etwas schade finde ich, daß ausgerechnet der Fragebogen qualitativ nicht das hergibt, was er könnte und meines Erachtens müßte. Folgende Aspekte fehlen aus meiner Sicht:

  • Es fehlt die wichtige Frage, welchen Upstream-Bandbreite man hat und welchen man erwünscht/benötigt (Upstream ist zB für Webentwickler/Medienkleingewerbe kampfentscheidend, nicht Downstream).
  • Es fehlt die Frage, ob man eine feste IP braucht (ausgerechnet die teilweise ja vorhandenen schnellen Anbieter wie KabelDeutschland bieten das nicht; feste IPs sind aber für Unternehmen sehr wichtig).
  • Es wird zwar gefragt, welche Downstream-Bandbreite man hat; aber gerade bei Kabel-Kunden ist es so, daß aufgrund der technischen Rahmenbedingungen die nominelle Bandbreite und die reale teils stark voneinander abweichen (ich habe z.B. nominell 32 MBit/s Downstream und 2 MBit/s Upstream; aber der Anschluß erreicht faktisch aufgrund Bandbreitenteilung mit anderen nur ca. 8-1 down); würde ich also meine nominelle Bandbreite “>16” ankreuzen, entspräche das nicht meiner faktischen Bandbreite.

Unabhängig davon hoffe ich, daß der Bedarf nicht nur auf konkreten Fragebogenantworten basierend berechnet wird, da ich mir nicht sicher bin, ob alle Umfrageteilnehmer wirklich abschätzen können, wie sich die Bandbreitenerfordernisse in Zukunft entwickeln werden (siehe auch meine Ausführungen zu Breitband im Bericht vom JU-Deutschlandrat) bzw. wissen, was in unmittelbarer Nähe in Bargteheide bereits für Bandbreiten verfügbar sind oder werden usw.

Mich würden nun zum einen Infos von „Lesern auf dem Land“ :-) interessieren, wie vor Ort mit der Thematik umgegangen wird , zum anderen natürlich gern allgemeine Rückmeldungen zur Thematik. Ich bin gespannt.

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The Web is Agreement

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ich habe mir überlegt, gelegentlich ein paar (gar nicht zwingend brandaktuelle) Dinge zu posten, die vielleicht in die Kategorie Inspiration/Serendipität fallen. Ein schönes Fundstück, das schon seit Jahren großformatig ausgedruckt an meiner Bürowand hängt, ist “The Web is Agreement” von Paul Downey. Wenn man es in Ruhe betrachtet, wird es zum Quell freier Assoziationsströme. Bei jedem Betrachten eröffnen sich neue Perspektiven. Schaut selbst (unbedingt auch die flickr-Version mit Tag-Map anschauen; weitere Links dazu auf thewebisagreement.com; Material ist CC):

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Am vergangenen Wochenende war ich auf dem Deutschlandrat der Jungen Union (JU) — siehe meinen Kurzbericht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Beratung des Leitantrages „Freiheit und Verantwortung — Plädoyer für eine moderne Netzpolitik“ (siehe den vorhin veröffentlichen Beschluß und die News-Meldung dazu).

Zunächst gab es eine allgemeine Diskussion zu den gesellschaftlichen und politischen Implikationen der Entwicklungen im Internet. Es diskutierten Dr. Alexander Görlach von The European, der über Skype hinzugeschaltete Medienpsychologe Prof. Dr. Jo Groebel (Direktor des Deutschen Digital-Institus Berlin), Dr. Stefan Hennewig (Leiter Bereich Internes Management im Konrad-Adenauer-Haus) unter der Moderation durch die stellvertretende JU-Bundesvorsitzende Dorothee Bär insbesondere über die durch soziale Netzwerke entstehenden Effekte und Herausforderungen und deren Bedeutung für die politische Arbeit.

Aus meiner Sicht wurden hier viele Selbstverständlichkeiten diskutiert — aber vermutlich bin ich zu sehr in den Untiefen von Social Media aktiv :-) Für viele Zuhörer dürften jedenfalls die Ausführungen von Jo Groebel hinsichtlich Authentizität, Mehrwert und Personalisierung gewesen sein und die Aufforderung, den „Multilog“ selbst zu praktizieren. Auch der Aufruf von Alexander Görlach, das Netz bejahend zu umarmen, um dort geistige Führerschaft übernehmen zu können war interessant, wie auch der Hinweis, daß Netzkenntnisse essentiell seien und die Netzgemeinde zu recht von der Politik fordert, daß diese wirklich das Netz versteht und worum es bei den Debatten geht. Man darf hoffen, daß die Angesprochenen sich dies zu Herzen nehmen.

Danach ging es in die Diskussion des Papiers. Etwas schade fand ich, daß es dazu keine Generaldebatte gab. Stattdessen stieg man direkt in die einzelnen Kapitel ein. Dadurch war es leider kaum möglich, ein paar Grundlegende Aspekte in die Diskussion einzubringen, die vielleicht auch bei denjenigen unter den Delegierten, die keine spezielle Netzkenntnisse haben und sich weniger mit der abstrakten Entwicklungsperspektive beschäftigen ein paar Aha-Effekte erzeugt hätten. Vermutlich war es aber auch aufgrund der ambitionierten Zeitplanung nicht anders möglich. Dennoch hätte ich mir gewünscht, daß als Nebeneffekt der Debatte auch allgemeine Fortbildung und Aufklärung entsanden wäre (so wie dies ja beispielsweise ein erwünschter Nebeneffekt der Enquête-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestages ist).

Der unter der Ägide von Henrik Bröckelmann (@HenrikMSL) entstandene Antrag stellt besonders auf die Chancen des Netzes ab, ohne sich den Herausforderungen und Problemen zu verschließen. Dabei wird auch nicht mit der berechtigten Kritik an den Mutterparteien gespart, daß diese primär die Risiken im Auge habe und dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung nicht gerade für eine moderne Netzpolitik stünde. Gelobt wird, daß die Internet-Enquête auf Initiative der Union zustande kam und die Bundesregierung offenbar auf dem Weg der Besserung ist (siehe die E-Konsultationen der BMI und die Entwicklung einer Strategie zur digitalen Zukunft). Die JU bekennt sich zum Primat von Freiheit und Verantwortung im Netz und will, daß der Staat so wenig wie möglich eingreifen soll (und wenn, dann primär international, transparent und demokratisch legitimiert).

Das Internet ist das freiheitlichste Kommunikations- und Informationsmedium der Welt. Zur Freiheit gehört aber auch immer die Verantwortung für sich und für andere. Eine moderne Netzpolitik muss daher Freiheit mit Verantwortung verbinden. Der Staat sollte dabei grundsätzlich so wenig wie möglich eingreifen, zumal seine Befugnisse im World Wide Web an Grenzen stoßen. Soweit internationale Einrichtungen mit netzweiten Regulierungsbefugnissen notwendig sind, muss deren Arbeit transparent und demokratisch legitimiert sein.

Ein Schwerpunkt soll dabei die Verhinderung von digitaler Spaltung, sowohl technisch als auch sozial sein. Mit Blick auf die Breitbandstrategie wies ich unter Hinweis auf die Bandbreitenentwicklungen in anderen Ländern nachdrücklich darauf hin, daß wir aufpassen müssen, nicht ins Hintertreffen zu kommen und den Anschluß zu verlieren. Insbesondere muß aus sich aus meiner Sicht ein klar dynamisierter Bandbreitenbegriff durchsetzen, quasi ein Bandbreiteninflationsausgleich. Denn bisher scheint doch die Attitüde vorzuherrschen, daß mit 1 Mbit alles gut wäre, statt zu begreifen, daß ganz andere Bandbreiten heute als Basisinfrastruktur erforderlich sind. Gerade da die allgemeine Diskussion sich gewissermaßen zu einem Grundrecht auf Netzzugang entwickelt (was ich sehr begrüße), muß eben klar sein, daß dieser mit einer angemessene Geschwindigkeit verfügbar ist. Dem Staat muß klar werden, daß ein solcher Zugang immer mehr zum entscheidenen Zukunftsparameter werden wird. Ich will nicht gleich so weit gehen zu fordern, daß der Staat den Zugang selbst zur Verfügung stellt (wie z. B. unsere Straßen), aber wir müssen uns schon Gedanken machen, wie wir hier weitere, nachhaltige und vor allem stetige Verbesserungen ermöglichen.

Die Politik muss zusammen mit der Wirtschaft dafür sorgen, dass Unternehmen und privaten Nutzern sowohl in Ballungsräumen als auch im ländlichen Raum eine moderne Netzinfrastruktur zur Verfügung steht.

Was die Maßnahmen gegen soziale digitale Spaltung angeht, schlug ich vor, daß die JU hier auch mit gutem Beispiel selbst vorangehen solle, indem sie ihre flächendeckende Organisation vor Ort nutzt, um z. B. Internetkurse für Senioren u.ä. anzubieten. Ich freue mich, daß die JU diese „Selbstverpflichtung“ beschlossen hat ;-)

Ein größerer Diskussionspunkt war die Forderung nach einem eigenen Schulfach „Medienkunde“ um die Medienkompetenz zu verbessern. Mir ist es offengestanden fast egal, ob hier ein Schulfach eingerichtet wird, die Thematik im Informatikunterricht eingebettet (sofern dieser nicht angeboten wird, müßte dieser dann aber gegeben werden) oder interdisziplinär in die Lehrpläne integriert wird. Vermutlich wäre die Vermittlung entsprechender Kompetenzen in einem eigenen Fach besser gewährleistet. Im Ergebnis wurde ein entsprechender Modellversuch beschlossen. Klassicher Politik-Kompromiß sozusagen…

Sehr positiv finde ich, daß die JU sich in dem Beschluß erneut klar gegen ein Leistungsschutzrecht für Verlage ausspricht und damit einen Beschluß des Deutschlandtages 2009 untermauert. Allerdings erlaubte ich mir, hier deutlich zu kritisieren, daß die JU sich bisher trotz des Deutschlandtagsbeschlusses nicht geäußert hat und einzufordern, daß die JU diese Beschlußlage auch angesichts der aktuellen Diskussionen durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit in die politische Diskussion einbringen müsse. JU-Bundesvorsitzender Philipp Mißfelder sagte dies zu. Ich warte also gespannt auf Aktivität in diesem Bereich.

Wir sprechen uns gegen die Einführung eines speziellen Urheber-und Leistungsschutzrechts für Verlage aus. Anstatt nach neuen urheberrechtliche Spezialregeln im Onlinebereich zu rufen, fordern wir die Verlage dazu auf, sich dem Wettbewerb im Internet zu stellen und sich der Entwicklung neuer, innovativer Geschäfts- und Vermarktungsmodelle zu widmen.

Ebenfalls freue ich mich, daß die JU sich sachlich pro Google StreetView äußert. Ein wohltuender Kontrapunkt zur teils populistischen Panikmache aus den Mutterparteien.

Im Bereich E-Government meldete ich mich zu Wort, da aus meiner Sicht die Thematik OpenData fehlte. Dies stieß allerdings auf den Widerstand von Dorothee Bär, die hier große Risiken sah, wenn die Politik nicht die Interpretationshoheit hätte (offengestanden zeigt diese Haltung, daß die mit modernen Medien zwingend einhergehenden Kontrollverluste noch nicht ganz internalisiert sind; mal ganz abgesehen davon, daß die Haltung konträr zur Ausrichtung auf Chancen neuer Medien ist). Aus meiner Sicht ist das Argument invalide, aber da offenbar im Raum sonst kaum jemand wußte, worüber gerade diskutiert wird, beließ ich es dabei. Nichtsdestotrotz denke ich schon, daß die JU gut daran täte, auch in dieser Thematik tätig zu werden, da sie große Chancen für Transparenz und Partizipation — und vielleicht auch neue Geschäftsmodelle — bietet. Wer weiß: Eventuell möchte ja jemand einen entsprechenden Antrag zum Deutschlandtag einbringen :-) Insgesamt hätte ich mir mehr und etwas tiefschürfendere Auseinandersetzung mit den Themen gewünscht. Auch hatte ich noch einige Punkte auf der Liste, die ich gern eingebracht hätte (statt Diskussion um Internetminister die Forderung nach gleichrangiger Behandlung der Thematiken im Bundestag; insbesondere aber meine Lieblingsthematik: Revision des Datenschutzrechts vor dem Hintergrund schwarmbasierter Aggregations- und Auswertungsmöglichkeiten usw.). Aber dazu war weder zeitlich Raum noch genügend Internetexperten anwesend.

Man muß davon ausgehen, daß der Beschluß insgesamt als sehr zaghaft empfunden wird (so z. B. die erste Reaktion von netzpolitik.org: Junge Union macht jetzt auch Netzpolitik). Allerdings läßt dies außer Acht, daß den Netzaffinen in der Union daran gelegen ist, die Mutterparteien lieber langsam aber nachhaltig umzusteuern, statt durch zu ambitionierte Zielvorstellungen der Sache einen Bärendienst zu erweisen. Daher ist der Beschluß meines Erachtens eine sehr gute Grundlage und eine wichtige Weichenstellung für die netzpolitische Debatte innerhalb der Union aber auch darüber hinaus. Luft nach oben ist bei so komplexen Materien ohnehin immer. Ich hoffe, daß die JU auf diesem Fundament aufbaut, einige der Themenbereiche noch intensiver aufarbeitet und damit Schritt für Schritt die Union auf einen zukunftsweisenderen Weg bringt. Ich freue mich, daß ich Anregungen in die Debatte einbringen konnte und werde mich — so man mich läßt ;-) — mit vielen netzpolitisch Gleichgesinnten in der Union weiter in die Diskussion einbringen.

Dieser Text ist mir etwas wert:

Vom 9. bis 10. Juli traf sich die Junge Union Deutschlands (JU) zu einem Deutschlandrat. Dieses Gremium tagt ca. drei Mal im Jahr und ist nach dem Deutschlandtag das zweithöchste Organ der JU. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Beratung des Leitantrages „Freiheit und Verantwortung — Plädoyer für eine moderne Netzpolitik“ (Link dazu folgt, sobald der Beschluß online vorliegt).

Da ich früher einmal als Mitglied des JU Bundesvorstandes u.a. für Netz-/Medienpolitik inhaltlich zuständig, davor viele Jahre Webmaster von www.junge-union.de war und heute im Kreis der Netzaktiven in der Union aktiv bin, durfte ich dankenswerterweise (auch wenn ich vor zwei Jahren altersbedingt aus der JU ausgeschieden bin) zusammen mit anderen Vertretern aus den Reihen der Netzaktiven mitdiskutieren.

Sobald der Beschluß online verfügbar ist (Änderungsanträge usw. müssen redaktionell eingebaut werden), werde ich ihn in diesem Blog besprechen und dann auch noch etwas ausführlicher von der Veranstaltung berichten. Für’s erste muß — nach einem hitzebedingt anstrengenden Tag und langem WM-Finalspiel — die Einschätzung reichen, daß die JU sich insg. deutlich progressiver und positiver zum Netz positioniert als die Mutterparteien CDU und CSU. An einigen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Mut oder pointiertere Positionen vorstellen können. Aber aus meiner Sicht kann das Papier für die Meinungsbildung innerhalb der Union richtungsweisend sein, wenn die JU es schafft, dies als Fundament für entsprechende Überzeugungsarbeit zu verwenden. Das Papier stellt die Chancen, die das Internet für eine freiheitliche Gesellschaft birgt, deutlich in den Vordergrund, bekennt sich zur Aufgabe, technische und soziale digitale Spaltung zu verhindern, plädiert für Medienkompetenz statt Überregulierung und lehnt beispielsweise das geplante Leistungsschutzrecht glasklar ab.

Alles in allem also ähnlich wie die Positionierung des Bundesinnenministers de Maizière in seiner Grundsatzrede ein sachlich-konstruktiver Beitrag, der hoffen läßt.


Am Rande des Deutschlandrates hat Frederic Schneider (@frederics) ein paar kleine Interviews mit der stv. JU-Bundesvorsitzenden Dorothee Bär MdB, dem medienpolitischen Sprecher und Schatzmeister der JU Daniel Walther und auch mir geführt. Einen Zusammenschnitt daraus findet ihr in folgendem Podcast:

 

Dieser Text ist mir etwas wert:

Lex Google: Gesetz kaputt

Samstag, 10. Juli 2010

Der Bundesrat hat nun unter der Überschrift Bundesrat will Datenschutz ausweiten einen Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes (die sog. Lex Google) auf den Weg gebracht.

Ich hatte mich zu der Thematik ja bereits öfter ausgelassen — und eigentlich alles gesagt. Um mich nicht zu wiederholen und zur Vertiefung bzw. eine etwas weitsichtigere Perspektive auf die Thematik empfehle ich daher einen kurzen Umweg über folgende Beiträge:

Auch empfehle ich einen Blick in das sehr lesenswerte Interview mit Jens Best: Datennutzung im öffentlichen Raum beschützen.

Ich will mich also nicht wiederholen, aber bei Lektüre des Gesetzentwurfs und der Hintergrundinformationen dazu weise ich noch einmal auf folgende Problematiken/Problemstellungen hin, die in der Diskussion durch die Justizminister bislang nicht erfaßt/thematisiert oder deutlich gemacht wurden:

Der Entwurf bezieht sich auf “die systematische und georeferenzierte Übermittlung digital gespeicherter foto-grafischer oder filmischer Straßenansichten, insbesondere ihre Bereitstellung im Internet”. Ganz offenkundig hat man also (das ist ja auch kein Geheimnis) damit Google StreetView im Blick. Nur: Damit wiederholt und manifestiert man den zentralen Denk- und Webfehler im Datenschutzrecht. Denn man hat bei seinen Regelungen Unternehmen im Blick, die zentral Daten erfassen, bearbeiten und einstellen. Man hat immer noch nicht begriffen, daß jedermann in der Lage ist, solche Daten zu erzeugen — und zwar systematisch wie eben auch nur erratisch-individuell. Sprich: Wie genau will die Politik agieren, wenn jetzt eben eine große Zahl von Einzelpersonen im Schwarm völlig unsystematisch Bilder erfaßt und diese georeferenziert ins Netz stellt (kleiner Wink: Das gibt es schon und heißt dann z.B. Flickr, Panoramio (welches interessanterweise ja bereits der Google-Ersatz-StreetView-Layer für Deutschland ist) oder Locr usw.)? Und wenn diese Daten dann durch andere Dienste aggregiert, selektiert und als Straßenpanorama dargestellt werden (das gibt es letztlich auch schon und heißt z.B. Photosynth)? Und da es das schon gibt: Warum dürfen dort Bilder erscheinen, auf denen Personen, Fahrzeuge und Häuser (!) nicht anonymisiert sind oder deren Aufnahme eine Woche vorher in der Lokalzeitung bekanntgemacht wurde? Und was soll passieren, wenn dieses Crowdsourcing eine OpenLiveStreetView3D-Ansicht zeigt?

Welcher substantielle/materielle Unterschied soll hier bestehen, der das eine zur regulierungsbedürftigen systematischen Datenerfassung macht, während das andere (hoffentlich) unter die Panoramafreiheit fällt, nach der jedermann Bilder im öffentlichen Raum tätigen kann?

Konsequent und logisch wäre es, nun alle Aufnahmen im öffentlichen Raum diesen Regelungen zu unterwerfen, weil es im Internetzeitalter nicht mehr trennbar ist, wer welche Aufnahme mit welchem Zweck erzeugt und ob das systematisch gemachte Aufnahmen sind oder nicht.

Sorry, aber Politik & Datenschützer sind hier auf dem völlig falschen Dampfer. Sie überdehnen die Definition von personenbezogen Daten, schränken eine der selbstverständlichsten Freiheiten der modernen Demokratie ein, ohne überhaupt zu begreifen, was das bedeutet. Sie erliegen ihrer eigenen Uninformiertheit und Agitation. Und fühlen sich dabei vermutlich noch als Retter des Datenschutzes. Mein Status: Brutalstmögliches Fremdschämen!

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Verpackungswahnsinn

Freitag, 9. Juli 2010

Ich muß zugegen: Manchmal — also wirklich nur gaaanz gelegentlich — geht der Geek in mir mit mir durch. Letztens war mir das mal wieder passiert. Daß ich LEGO®-Fan bin, muß ich vermutlich angesichts einiger Blog-Beiträge nicht mehr extra betonen :-) (siehe Brick-Bauklotz-Baumeister Stecki@lego, Steckbausteine, virtuell reloaded und Oberschlau: Kelloggs präsentiert essbare Lego-Steine). Als ich dann beim Surfen in den LEGO® Exclusives auf das Shuttle Adventure (ein Modell des Space Shuttle aus 1.204 Steinen) stieß, war es mal wieder um mich geschehen. Als LEO® VIP-Mitglied (hier das Beweisfoto) hat es dann quasi vollautomatisch klick gemacht, und das Ding war bestellt.

Als kleine Driengabe konnte man im Shop eine limitierte kostenlose Promo-Figur “Spaceman Minifigure Magnet” hinzufügen.

Daß das Shuttle nicht sofort lieferbar war, war mir klar. Weniger klar war mir, daß die Minifigur offenbar sofort lieferbar war und Lego meinte, diese nun zwingend sofort liefern zu müssen. Da das für mich keine zusätzlichen Lieferkosten bedeutete, war es mir letztlich egal, ob die Lieferung nun zweigeteilt wurde. Denn mir ging es ja ums Shuttle. Was mich aber dann doch überrascht hat, war die Größe des gelieferten Kartons. Schaut selbst:

Diese niedliche, süße, kleine Minifigur kam also in einem Paket satter Größenordnung voller … Luft! Direkt verloren wie im großen dunklen weiten Weltenraum muß sich die Astronauten-Figur in dem Paket vorgekommen sein. Ich habe mal nachgemessen: Das Paket mißt innen ca. 30㎝ × 20㎝ × 8㎝ = 4.800㎤ — wohingegen die Figur selbst nur 3㎝ × 1,5㎝ × 6㎝ = 27㎤ mißt. Man hätte in dem Karton also (ohne die Figur in Einzelteile zu zerlegen, um den Platz noch besser ausnutzen zu können) rund 175 Figuren unterbringen können. Ich kann ja verstehen, daß man nicht für alle Produkte optimale Verpackungsgrößen und Versandmethoden hat; aber das Ding hätte man eigentlich sogar in einen Briefumschlag legen können.

Vielleicht mag es kleinlich sein. Aber irgendwie ärgere ich mich über eine solche Art der Resourcenverschwendung. Denn zum einen ist das Umhertransportieren von im Wesentlichen Luft nicht so fürchterlich effizient. Zum anderen zahlt man die dadurch letztlich entstandenen unnötigen Kosten ja als Kunde mit. Der Gedanke von umweltfreundlichen Verpackungen und Versand ist wohl noch nicht so ganz überall angekommen. Schade.

Naja, was soll’s…ich habe heute per Mail die Versandbestätigung für mein Shuttle bekommen. Mal sehen, ob das per Space-Mail wie eine Raumkapsel am Landefallschirm gesendet wird… ;-)

Dieser Text ist mir etwas wert:

Peter Tauber (Bundestagsabgeordneter der CDU und Mitglied der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft) hat beim http://www.massenpublikum.de einen sehr lesenswerten Gast-Beitrag verfaßt: „Demokratie 2.0 — Deine Meinung zählt“ (crossgepostet im Blog von Peter Tauber). Hier nur ein paar Auszüge:

“Die Frage in einem solchen Fall ist: Ist das nicht einfach noch eine zusätzliche Belastung für mich als Abgeordneten? Habe ich die Zeit, mich solchen Diskussionen noch zu stellen? Ich bin der Meinung: Diese Zeit muss man sich nehmen! Das ist eine der zentralen Aufgaben eines Abgeordneten. Ziel einer solchen Debatte muss dabei nicht zwangsläufig sein, dass man sich die Meinung derjenigen zu eigen macht, die da etwas posten. Die eingefangenen Meinungen sind nicht repräsentativ, manchmal polemisch und unsachlich. Aber es sind die Meinungen der Menschen, die sich Zeit für Politik nehmen. Darüber sollte sich ein Politiker erst einmal „tierisch“ freuen. Mir ging es am Ende dieser Debatte vor allem um eins: Ich wollte für alle, die es interessiert, transparent nachvollziehbar veranschaulichen, wie ich zu meiner Meinung und meinem Abstimmungsverhalten gekommen bin. Und ich behaupte, dass dies der entscheidende Punkt ist, der die Debattenteilnehmer interessiert.“

Diese Sichtweise spricht mir aus dem Herzen: Niemand hat etwas davon, wenn nach dem Mund geredet (bzw. Politik nach demoskopischem Orakel und vermuteten Mehrheiten ausgerichtet wird). Entscheidend ist, daß man transparent macht, mit bestem Wissen und Gewissen sachkundig abgewogen zu haben und seine Entscheidungskriterien und Prioritäten erklärt. Das ist wahrhaftige Politik, die glaubwürdig ist und auch Menschen mit konträren Meinungen Respekt abnötigt.

„Ganz besonders oft hat man als Bundestagsabgeordneter Besuch von Schulklassen aus dem eigenen Wahlkreis. Anders als bei Gruppen von erwachsenen Besuchern fragen die Schülerinnen und Schüler offen und direkt. Sie sagen, wenn sie etwas nicht verstehen und nehmen kein Blatt vor den Mund. Ich denke dann immer, dass es eine tolle Sache wäre, wenn man den erkennbaren Enthusiasmus junger Leute für Demokratie und Politik wachhalten könnte. Schließlich braucht unser Land Menschen, die sich in erster Linie für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung begeistern und dann in zweiter Linie erkennen, dass es eben Menschen braucht, die in einer Demokratie Verantwortung als Politiker (zumindest zeitweise) übernehmen. Je schlechter man über Politiker redet, je weniger man bereit ist, sich einzubringen, desto schlechter wird aus meiner Sicht auch die Qualität der Politiker.“

Diesen Blogbeitrag sollten sich einige Politik mal als Startseite bookmarken, äh, ich meine ausdrucken und an die Bürotür tackern lassen!


Ich will ja nicht zu Schneckenpostsubventionen aufrufen, aber vielleicht sollte man den Blogbeitrag seinem MdB im Rahmen des Servicegedanken ausdrucken und kohlenstoffmäßig mailen? ;-)

Dieser Text ist mir etwas wert:

Gerade habe ich mir mal wieder ein paar Minuten Zeit genommen, um meine geöffneten 2read-Tabs „wegzulesen“. Darunter ein Interview in der Welt mit Annabella Weisl, ihres Zeichens “Strategic Partner Manager Google Book Search” mit der — wie ich finde recht niedlichen — Überschrift „Am Strand wird sich das Taschenbuch bewähren“.

Das Interview gibt wenig Neues her — im Prinzip wird eigentlich im Wesentlichen erklärt, was Google Books ist und welche Implikationen es für Bibliotheken und Verlage hat. Dabei wird auch auf die bekannte unterschiedliche Zugänglichmachung von gemeinfreien Werken und Büchern aus dem aktuellen Verlagsprogramm eingegangen:

Bei uns ist kein einziges Buch eines urheberrechtlich geschützten Titels ohne die ausdrückliche Genehmigung des Rechteinhabers vollständig einsehbar. Man kann allenfalls hineinschauen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Offenbar war diese ganze Thematik aber für Jacques Schuster, der das Interview führte, wohl zu neu oder unübersichtlich, so daß er sich folgende, eine bedrohliche Uninformiertheit offenbarende, Frage stellte (die Frau Weisl höflich aber intern sicher kopfschüttelnd beantwortet hat):

WELT ONLINE: Kommen wir noch einmal zum Stand der Digitalisierung. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass manche eingescannten Bücher im Grunde unleserlich sind, weil immer wieder Seiten fehlen und man oft den Inhalt des Buches gar nicht mitbekommt.

Annabella Weisl: Wenn Seiten fehlen, dann werden Sie wahrscheinlich in Büchern aus dem Verlagsprogramm geblättert haben. Wir wollen Ihnen aus diesem Bereich nur eine Kostprobe bieten. Sie sollen entscheiden, ob Sie das Buch kaufen wollen oder nicht. Gesamte Inhalte eines Buches zeigen wir nur bei gemeinfreien Büchern.

Oder habe ich nur hochdidaktische und geschickt getarnte Maieutik übersehen? Ich glaube nicht…

Es sind dies solche Sachverhalte, die einen an dem vorgeblichen Qualitätsjournalismus zweifeln lassen. Internetkompetenz oder zumindest eine gewisse Recherche und Vertrautmachen mit dem Thema scheinen dort als obsolet eingestuft zu werden (vielleicht weil man meint, daß man sowieso von allem genug Ahnung hat, da man Qualitätsjournalist ist?). Es ist dieselbe Kategorie wie das Reinfallen auf Twitter-Fake-Accounts. Es zeigt, daß man Funktionsweisen und Mechanismen der betrachteten Dienste nicht erfaßt, seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Schlimmer: Solche Fehler sind von jedem Wissenden (iSv Menschen, die ihre Internetsphäre verstanden haben) sofort zu entlarven und befördern daher die Annahme oder Extrapolation, daß nämlich der Qualitätsjournalismus (der ja letztlich als Begründung für das Leistungsschutzrecht herhalten soll) ein Fall für die rote Liste bedrohter Medienbiotope ist.


In lockerer Folge blogge ich hier kurze Notizen zum Qualitätsjournalismus, siehe auch Teil 1 und Teil 2.

Dieser Text ist mir etwas wert:
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