Mein Leben mit dem iPad

Sonntag, 4. Juli 2010

Seit nunmehr ca. zwei Wochen bin ich ja stolzer Besitzer meines STECKiPAD®. Und eigentlich wollte ich schon längst einen Erfahrungsbericht abgeben, aber aus unerfindlichen Gründen mußte ich mir erst meine erste Woche mit meinem iPhone von der Seele schreiben.

Wie ist also dieses neue Gadget in der Praxis? Nun, ganz allgemein möchte ich sagen: Klasse. Punkt. Es ist ein völlig neues Nutzungsgefühl, um nicht das Wort „Erweckungserlebnis“ zu strapazieren. Denn offengestanden bin ich davon überzeugt, daß ich — ohne die Sache überhöhen zu wollen — damit Teil einer historischen Zäsur werde, oder (um mich ganz locker und komplett unbescheiden mal selbst zu zitieren):

„Ich bin mir sicher: Heute hatte ich die Zukunft in der Hand!“

Der Blick für’s große Ganze

Nun ist die Idee eines Quasi-Screen-Only-Gerätes ja alles andere als neu. Sogenannte Tablet-PCs gab und gibt es in diversen Ausführungen. Nur waren diese bisher aller Miniaturisierung zum Trotz nach wie vor schwer, klobig — und eben richtige Computer mit allen Vor- aber auch allen Nachteilen. Das iPad ist daher ein klarer Einschnitt. Ähnlich konsequent wie 2007 das iPhone reduziert es bewußt die Komplexität seiner Geräteklasse (wenn man „Geräteklasse“ so weit dehnt, daß man es überhaupt zusammen mit Tablet-PCs in einer prinzipiell ähnlichen Kategorie sehen will). Es beschränkt auch bewußt User-Interface, Optionen und Konfigurationsmöglichkeiten. Und darüber hinaus beschränkt es auch noch (Stichworte Flash, Walled Garden für Apps) die Einsatzmöglichkeiten.

Aber genau weil es das tut, ist es genaugenommen eine Klasse für sich, gewissermaßen der Anfang eines neuen Zeitalters, der Aufbruch in die Ära des (wie ich es mal nennen möchte) Convenience Computers.

Anwendungslückenfüller

Das iPad schließt aus meiner Sicht die Lücke zwischen Anwendungsbereichen, wo ein Smartphone aufgrund seiner sehr beschränkten Maße zu klein oder frickelig und unbequem zu handhaben ist oder ein Notebook bzw. selbst ein Netbook aufgrund der Ausmaße zu groß und schwer ist, zu heiß wird bzw. eine (ggf. akustisch und thermisch störende) Belüftung erforderlich macht oder die Klappmechanik des Displays gefährdet bzw. im Weg ist.

Es ist aufgrund seiner Instant-On-Fähigkeit geradezu gemacht für das „mal eben schnell“-Nachschauen in Google/Wiki/IMDB & Co (kleine Anmerkung am Rande: Ich persönlich hätte das Gerät ja deshalb auch anders benannt, denn am Anfang nahm ich an, daß sein Haupteinsatzgebiet darin liegen würde, beim DVD-Schauen Infos zu Filmen und Schauspielern nachzuschlagen; daher wäre der Name iMDB sicher angemessener gewesen :-) ).

Manko: Mangelnde Multiuserfähigkeit

Aus meiner Sicht ist Apple mit dem Konzept noch nicht weit genug gegangen. Denn der eigentliche Markt dieser Geräte könnte und sollte IMHO im Bereich des Familien-Internet-Zugangsgerätes liegen. Optimalerweise stelle ich mir das so vor, daß man im Haus zwischen Wohn- und Eßzimmer, Küche und Schlafzimmer zwei bis drei oder gern auch mehr iPads verstreut hat, auf die jedes Familienmitglied bei Bedarf schnell zugreifen kann. Das Gerät würde per Frontkamera (die das iPad derzeit leider nicht hat) erkennen, wer es gerade nutzt und entsprechend diesen User einloggen mit entsprechend individuellen Einstellungen und Mailkonten etc.; bedauerlicherweise ist genau dieser Einsatzbereich derzeit nicht möglich, weil das iPad nicht für Multiuserbetrieb sondern nur als persönlicher Begleiter ausgelegt ist. Dies ist aus meiner Sicht das größte Manko neben der Tatsache, auch keine normale Kamera und klassische Telefonfunktionalität an Bord ist.

Insofern hoffe ich im Interesse der technischen Emanzipation der Massen ;-) auf ein baldiges Nachfolgemodell, welches diese Schwachstellen behebt. Dies könnte dann auch helfen, Gelegenheitsnutzer und Senioren mit einem bequemen und vor allem extrem leicht zu bedienenden Wohnzimmer-Allzeitzugriffsgerät auszustatten.

Meine Erfahrungen im Detail

Aber genug der abstrakten Worte. Ich persönlich habe das iPad nicht nur als IMDB-Browser gekauft, sondern vor allem als E-Reader zur gemütlichen Lektüre von (multimedialen) Ebooks, Epapers und Feeds/Websites verbunden mit der Möglichkeit, mal eben Kalender/Kontakte/Mails zu checken oder Geo-Apps wie Google Earth bzw. Lokalisierungsdienste zu nutzen (übrigens ist gerade auch mit Blick auf Augmented Reality die fehlende Kamera ein wirkliches Ärgernis).

Seitdem ich mein iPad habe, habe ich viel mehr Zeit lesenderweise auf der Terrasse verbracht (was mir leider einen recht üblen Sonnenbrand beschert hat; böses iPad…). Mein iPhone ist zwar für gelegentliche Lektüre geeignet, auf Dauer aber einfach zu klein. Mein Notebook ist zu wuchtig und wird zu heiß, als daß man es locker auf den Beinen ablegen würde; damit wäre man immer genötigt, aufrecht an einem Tisch zu sitzen — weshalb ich es selten „mal eben“ mit nach draußen genommen haben. Das Handling des iPad dagegen ist absolut klasse — ein völlig neues und schönes Nutzungsgefühl.

Die erste Inbetriebnahme lief vollkommen problemlos, die Apps wurden alle reibungslos synchronisiert (es mußte nur hie und da Zugangsdaten oder kleinere Einstellungen erneut vorgenommen werden). Die Maße hätten gern noch minimal größer ausfallen können (z.B. auf A4-Format), aber man will ja nicht meckern. Das Display jedenfalls ist gut (wenn auch nicht vergleichbar mit dem Retina-Display des iPhone), auch wenn mich verspiegelte Displays generell recht nerven (wobei ich zugeben muß, daß diese naturgemäß genialer aussehen als die matten Konkurrenten).

Sehr praktisch ist der Knopf für die Rotationssperre. Schade, daß diese Einstellung beim iPhone etwas unpraktischer ist (bzw. mit Geräten ohne iOS4 unmöglich). Allerdings fehlt mir doch der Stummschalt-Knopf ein wenig, zumal man eingelogt sein muß, um das Gerät leise zu stellen. Sprich: Wenn einem Nachts einfällt, daß man volle Lautstärke angeschaltet hatte und nicht von Erinnerungen geweckt werden will, muß man erst das Gerät einschalten und den Zahlencode zum Entsperren eingeben (also 5 laute Geräusche erzeugen, sofern man akustisches Tastenfeedback angestellt hat (was ich wiederum aus allgemeinen Ergonomiegründen habe)). Im Zweifel hat man damit andere Mitbewohner dann schon geweckt. Auch wenn das ein kleiner Punkt ist: Hier muß sollte mit einem Software-Update nachgebessert werden, daß man die Lautstärke auch uneingelogt ändern kann.

Apropos Update. Schade ist, daß das iPad noch unter Version 3.2 des OS läuft. Damit fehlen Multitasking und Ordner, die ich beide sehr vermisse. Interessant ist, daß es dennoch Funktionen (oder praktische Bugs?) hat, die es auf dem iPhone mit iOS4 nicht gibt. So kann man beispielsweise häufig benutzte Sonderzeichen und Umlaute auf der Tastatur schneller erreichen, indem man über dem Grundbuchstaben einfach mit dem Finger nach oben wischt. Eine echt praktische Sache.

Im Gegensatz zum iPhone scheint mir die Batterielaufzeit sehr gut zu sein. So konnte ich z. B. zwei komplette WM-Spiele von EyeTV auf meinem iMac mittels EyeTV-App am Pad anschauen und es war da nach noch mehr als genug Power über. Die Verwendung als Garten-Fernseher hatte ich vorher gar nicht im Auge gehabt, aber umso mehr bewährt hat sie sich… ;-)

Schade ist, daß immer noch nicht alle Apps mit dem Format klarkommen. So werden die offiziellen Twitter- und Facebook-Apps nur auf iPhone-Größe dargestellt. Alternativ kann man diese um Faktor 2 zoomen, aber das sieht furchterregend aus, weil die Vergrößerung extrem pixelig wird. Toll aber sind Epaper-Anwendungen. Den Spiegel lese ich nun wesentlich intensiver; auch Welt HD ist klasse gemacht, aber bei weitem noch übertroffen von Wired, welches für nur 2,99 € pro Ausgabe zu lesen ist.

Was mich etwas nervt ist, daß Safari nur neun geöffnete Tabs zuläßt und — schlimmer noch — bei weiteren Anforderungen neuer Tabs über „in neuem Fenster öffnen“ einfach mal sang- und klanglos ein bestehendes Tab überschreibt. Ebenfalls ärgerlich die Macke, Seiten beim Wechsel zwischen Tabs ohne Not zu reloaden, was mich vorhin (unter Beihilfe einer versagenden Autosave-Funktion in dieser Blogsoftware) einen längeren Text gekostet hat… :-( Insbesondere diese Macke verhindert effektive Recherche während man in einem Safari-Fenster tippt.

Zubehör

Spezielles iPad-Zubehör gibt es kaum. Ich habe mir bisher nur das offizielle Apple iPad-Case zugelegt, mit dem ich mich nicht so recht anfreunden kann. Es ist überteuert und funktionell nicht ausgereift, denn insb. steht es nicht gut hochkant; auch geht der iPad schwer rein und vor allem wieder raus. In Sachen Schutzhülle muß ich mich also noch mal umsehen.

Das Tastatur-Dock mag ich etwas lieber. Denn für längere Texte ermöglicht es eben eine effizientere Texteingabe. Und es kompensiert partiell die mangelnde Standstabilität des Case; allerdings läßt sich das iPad dort nur hochkant stellen, was für viele Anwendungen suboptimal ist und auch ästhetisch fragwürdig. Schlimmer allerdings ist, daß es scheinbar bisher nicht möglich ist, mit den Cursortasten durch Tabs oder Apps zu navigieren. Auch kann man den Cursor nicht nutzen, um vorgeschlagene Autocomplete-Einträge auszuwählen oder im Text einer App oder Website zu scrollen. Hier ist softwaretechnische Nachbesserung wichtig.

Fazit

Völlig unkritisch habe ich mich dem Gerät nicht hingegeben. Man merkt, daß es nunmal das Erste seiner Art ist und es kleinere Macken hat. Insgesamt ist also wie immer noch Luft nach oben. Aber: Die Nutzung fühlt sich toll an, ist glatt und bequem und erfüllt exakt meine Vorstellungen und Anforderungen. Daher bin ich äußerst zufrieden, die Kaufentscheidung getroffen zu haben und kann das iPad wärmstens weiterempfehlen.

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Wie ich zu meinem Glück kam, weiß ich immer noch nicht: Vor nicht ganz einer Woche (am Donnerstag, den 24. Juni) hatte ich gleich morgens früh über die T-Mobile-Hotline ein iPhone 4 bestellt. Noch am selben Abend erhielt ich zu meiner großen Verwunderung eine SMS von DHL, daß die Telekom ein Paket an mich versandt habe. Und absolut unerwartet hielt ich das gute Gerät dann doch glatt am nächsten Tag — keine 30 Stunden nach Bestellung — in den Händen.

Nach dem Öffnen der schicken Verpackung (nur halb so groß wie beim Vorgängermodell) war ich gleich angetan vom neuen Spielzeug. Denn es ist etwas schwerer als das 3 GS und liegt damit (subjektiv) besser in der Hand. Zwar fand ich schon den Vorgänger seiner herrlichen Rundungen wegen stilistisch außerordentlich gelungen. Aber das neue Design mit dem Metallband und beidseitig glatter Glasoberfläche sieht IMHO wesentlich hochwertiger aus, eben nicht so plastikmäßig.

Das Inbetriebnehmen erwies sich leider als recht problematisch, aber nicht wg. Apple, sondern wegen der Telekom. Denn die Dame an der Telekom-Hotline wollte mir partout nicht glauben, daß ich das Gerät bereits habe und mir daher die legal und mit allen Authorisationsdaten vorliegende Mikro-SIM nicht freischalten (und hat sich daraufhin absolut unerhört benommen und nach einigem Pöbeln einfach aufgelegt. Ohne Worte). Naja, 25 weitere Minuten und mehrere Gesprächspartner später gelangte ich schlussendlich an eine gleichsam freundliche wie auch kompetente und bemühte Mitarbeiterin, die sich höflich für meine etwas abstruse Erfahrung entschuldigte und die Karte unverzüglich aktivierte, so daß der vollumfänglichen Verwendung des neuen Gadgets nichts mehr im Wege stand.

Die Umstellung vom alten 3GS auf das 4er-Modell erwies sich als unerwartet unkompliziert. Daten gesichert, neues Telefon an iTunes ran, aktualisiert und Einstellungen und Apps wurden übernommen. Lediglich mußte ich bei ein paar Apps Zugangsdaten neu eingeben etc., aber der Aufwand war minimal.

Was als allererstes sofort ins Auge fällt beim neuen iPhone 4 ist das sog. Retina-Display. Es ist wirklich extrem scharf, man sieht aus normaler Distanz absolut keine Pixel mehr (außer bei App-Icons, die noch nicht für diese Auflösung erstellt wurden). Das macht vor allem Websites und andere Anwendungen mit relativ zum Display kleinen Schriften plötzlich sehr gut les- und bedienbar. Allein das wäre meines Erachtens ein Grund, auf das neue Phone zu wechseln.

Das nächste klare Pro ist die Kamera. Nicht nur reagiert und knipst sie deutlich schneller (was m. W. eine Optimierung im Rahmen des Updates von iPhone OS 3 auf iOS4 ist), sondern Auflösung und Bildqualität sind wesentlich besser und erstmals wirklich als (für eine Handycam) brauchbar zu bezeichnen. Auch bei leichter Dämmerung gelingen Bilder (und Filme) noch erstaunlich gut. Ansonsten gibt es jetzt ja einen Blitz, der weiterhilft — auch wenn ich bisher hiermit nur mittelprächtige Erfahrungen gemacht habe, weil die Farben recht verfälscht waren. Scheinbar aber gibt es noch ein kleines (vielleicht multitaskingbedingtes) Problem, welches sich bei mir mehrfach gezeigt hat: Ruft man Fotos auf, finden sich frisch geknipste Fotos nicht im Album. Erst wenn man aus der Kamera-App unten links auf die Aufnahmen klickt, werden diese im Album aktualisiert. Das ist verwirrend und sehr unpraktisch, wird aber hoffentlich gefixt.

Apropos Multitasking: Da bisher fast keine Anwendung so richtig dafür optimiert/ausgelegt ist, kann ich hier noch keine Erfahrungen berichten.

Eine andere Sache macht mir aber ernsthaft Sorgen: Rein subjektiv (leider keine belastbare Empirie vorhanden) scheint mir der Akku noch schneller leergelutscht zu sein. Woran dies genau liegt, kann ich nur mutmaßen. Möglicherweise eine Mischung aus besserem Display, Multitasking und vielleicht auch begeisterter Mehrnutzung meinerseits… ;-)

Zu den sich häufenden Berichten über antennenkonzeptionsbedingte Empfangsprobleme kann ich bisher nichts sagen mangels hinreichender statistischer Basis. Ich jedenfalls hatte bislang keine Probleme beim Telefonieren oder Surfen. Auch kann ich auf meinem Display keine Verfärbungen feststellen. Vielleicht bin ich auch einfach nur nicht anspruchsvoll genug… :-)

Ein wenig ärgere ich mich, daß ich mir im Bestell-Rausch bei Apple auch einen Bumper zum Schutz des iPhones bestellt habe. Irgendwie war mir nicht klar, daß es wirklich nur ein kleines Gummibändchen für den Rand ist (ich hatte gedacht, daß es auch die Rückseite abdeckt; nächstes Mal schaue ich mir Zubehör genauer an; denn 29 Euronen für das Busserl Gummi sind offengestanden frech).

Insofern muß ich auch dringend noch eine für iPhone 4 geeignete Tasche/Hülle finden, denn ich habe schon Schiß um Glasfront- und Rückseite. Meine bisherige Ledertasche paßt zwar vom Format an sich, aber die Kamera wird dadurch abgeschattet. Aber man kann vermutlich nicht alles haben: Ein erstklassig designtes, stilisches Gerät, daß gleichzeitig obertaff ist.

Summa summarum halte ich fest: Ich gebe mein iPhone 4 nicht wieder her (jedenfalls nicht, bis es dafür einen würdigen Nachfolger gibt). Und ich freue mich auf eure Erfahrungen!

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