Simpel, schmackhaft, sättigend: Steak
Donnerstag, 17. Juni 2010
Vermutlich verrate ich hier kein Geheimnis, wenn ich konstatiere, daß ich nicht nur ein guter Esser sondern auch ein Esser guten Essens bin (und nein, das schließt Fast-Food von McDonalds und Burger King meines Erachtens keineswegs aus).
Um die Bandbreite dieses Blogs ein wenig zu erweitern, möchte ich daher nun die neue Rubrik „Mahlzeit“ einführen, meine kleine kulinarische Kochecke. Vorweg muß ich sagen, daß sich meine handwerklichen Küchenfertigkeiten auf bisher nur wenige, simple aber effektive und wohlschmeckende Rezepte beschränken. Dennoch möchte ich die Welt im Rahmen meines meist recht ungezügelten Mitteilungsbedürfnisses mit diesem gesunden Nichtmalganzeindrittelwissen bereichern!
Legen wir also aus aktuellem Anlaß los mit einem simplizistischen Menü, dem Steak. Wo bleibt der aktuelle Anlaß, werdet ihr euch fragen? Ganz einfach: Ich hatte heute ein solches. Und zwar ein — wie ich ohne falsche Bescheidenheit sagen möchte — ganz vorzüglich selbstbereitetes Exemplar desselben.
Das perfekte Steak
Wie geht Mann also am besten vor, um das perfekte Steak zu machen? Nun, nichts einfacher als das. Zunächst jagen und erlegen wir uns beim Schlachter des Vertrauens (in meinem Fall mußte es die Fleischtheke eines Supermarktes sein, da der Hunger akut war und mein Lieblingsschlachter Mittagspause hatte) ein brauchbares Ausgangsmaterial. In meinem Fall habe ich mich in Abwägung von Sättigungsbedürfnis und Preisbewußtsein für Block House Beefsteak (bei gutem Rindfleisch reicht dies als Qualitätsniveau durchaus, aber nach oben ist natürlich nie ein Limit; wichtig ist nur, daß es hinreichend marmoriert ist) entschieden, eine angemessen ca. zwei Finger dicke Scheibe von 380 g Gewicht. Schnell nach Hause und die Pfanne mit sehr wenig Öl voll aufgeheizt (wichtig).
Als nächstes kommt ein noch viel, viel wichtigerer Aspekt: Unbedingt sicherstellen, daß das Fleisch nie direkt aus der Kühlung in die Pfanne kommt. Es muß wohltemperiert sein, bevor man es unter brutalem Zischen gefühlvoll in die Pfanne legt.
Sobald es da liegt, läßt man es. Also weiterliegen. Ich weiß, das ist schwer. Man ist immer versucht zu prüfen, wie die jeweils auf der Pfanne liegende Seite aussieht. Laßt das. Nie nich machen sowas! Also: Volle Konzentration und Selbstbeherrschung und dann beide Seiten bei voller Hitze jeweils 2 (in Worten: zwei) Minuten scharf anbraten. Und nochmal: Nicht mittendrin wenden oder andere Sperenzchen damit veranstalten. Am besten ist, man stellt wie ich bei seinem iPhone für diesen Zweck den Timer ein, sonst wird man nämlich an dieser Problematik potentiell gravierend scheitern.
Nachdem man nun beide Seiten zwei Minuten schön angebuzzelt hat, wendet man es erneut und läßt jede Seite auf so ca. 40% Hitze (das hängt vom Erfahrungswert mit dem eigenen Herd zusammen) für jeweils 3-5 Minuten weiter braten. Und ich sage es noch mal: Nicht wild mit dem Heber das Teil die ganze Zeit hinundherbewegen. Ab-so-lut still muß es liegen. Wie lange ihr es genau in der Pfanne laßt, hängt natürlich elementar mit dem erhofften Aggregatzustand des Endproduktes zusammen. Simple Logik: Je mehr Fleischsaft rausbrät, desto weniger ist im Fleisch und desto garer wird das Teil. Bei meiner Konfiguration sind 4 Minuten für ein für mich persönlich gerade eben noch innen leicht rosa erscheinendes Steak optimal. Es hilft nichts, da müßt ihr testen (und gebt es zu: Das ist keine soooo schlechte Ausrede, um häufiger mal ein amtliches Stückchen Rind in die Pfanne zu hauen.
Am Ende kommt der Verzehr. Meine Technik ist auch hier umwerfend zielführend: Man bestreue die designierte Ablagefläche auf dem Teller generös mit Block House Steak Pfeffer (soll keine Werbung sein, ist aber IMHO die beste Mischung) und platziere das Teil exactemente dorten. Dann kommt noch mal eine Ladung des Pfeffers rauf, um sicherzustellen, daß auch wirklich die gesamte Oberfläche eingepfeffert ist (oder wie der Franzose sagt: au poivre). Optional kann man auch noch ein bisserl Block House Steak Sauce darauf drapieren (mein Traum übrigens wäre, DAS dann alles mal mit Käse zu überbacken, aber bisher konnte ich mich zusammenreißen).
Und dann kommt das aller-aller-wichtigste — und mit Abstand die größte Herausforderung der ganzen Aktion: Das gute Stück muß jetzt exakt so mindestens zwei Minuten ruhen, um sich vom Bratstreß zu entspannen, die Würze anzunehmen und in perfekten „Ich-will-Dir-fressen“-Zustand zu reifen.
Dann — und nur dann — heißt es: Guten Appetit!
Und bevor hier irgendwelche Kleingeister fragen, ob ich Gemüse oder Salat vergessen hätte: Nein, es fehlt sonst nichts. Es ist absolut kampfentscheidend, daß man das Prachtstück ohne weitere geschmacksverfälschende oder gefährlich-sättigende Beilagen verzehrt. Der Mensch an sich ist kein Beilagenesser. Am Ende muß das alles jedenfalls so aussehen, während man sich wohlig über den opulent gefüllten Bauch streicht. Mein Steak jedenfalls war ein kulinarischer Höchstgenuß!
|
|
Dieser Text ist mir etwas wert: | |
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag


Kommentare
Nicht viel anders läuft es bei uns. Allerdings wende ich, wenn ich noch diverse andere Dinge auf dem Herd habe, die Alu-Backofen-Methode an.
Sprich: Nach o.g. scharfem Anbraten wickle ich das Fleisch in Alu und ab in den Backofen (160°C) für wenige Minuten. Dann ruhen lassen und mit selbstgemachter Kräuterbutter verputzen
Alufolie ja oder nein? Ich hab es ehrlich gesagt selbst noch nicht ausprobiert, aber bereits davon gelesen, dass man eine verwenden soll. Aber wie bei so vielen Dingen teilen sich auch hier die Meinungen.