Zur Breitband-Bedarfsanalyse des Amtes Bargteheide-Land
Freitag, 16. Juli 2010
Soeben erfuhr ich bei der Lektüre der Stormarn-Beilage des Hamburger Abendblatts: Bargteheide-Land will wissen, wie langsam das Internet wirklich ist — Amt hat E.on Hanse beauftragt, eine Analyse zu erstellen (Paywall durch First-Click-Free via Googe-Suche umgehen).
Dazu gibt es zum einen folgenden Fragebogen, den Bürger/Unternehmen bis zum 27.08.2010 absenden können; ferner sollen die Bürgermeister Auskunft hinsichtlich gemeindespezifischer Bandbreiten-Anforderungen (beispielsweise bzgl. Gewerbegebieten) geben und es werden 30 Internet-Diensleister befragt.
Ich möchte festhalten, daß ich in der Tat mit Blick auf technische digitale Spaltung zwischen Stadt und Land grundsätzlichen Optimierungsbedarf hinsichtlichtlich der Breitbandversorgung sehe und daher alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation geeignet sind, begrüße und unterstütze.
Etwas schade finde ich, daß ausgerechnet der Fragebogen qualitativ nicht das hergibt, was er könnte und meines Erachtens müßte. Folgende Aspekte fehlen aus meiner Sicht:
- Es fehlt die wichtige Frage, welchen Upstream-Bandbreite man hat und welchen man erwünscht/benötigt (Upstream ist zB für Webentwickler/Medienkleingewerbe kampfentscheidend, nicht Downstream).
- Es fehlt die Frage, ob man eine feste IP braucht (ausgerechnet die teilweise ja vorhandenen schnellen Anbieter wie KabelDeutschland bieten das nicht; feste IPs sind aber für Unternehmen sehr wichtig).
- Es wird zwar gefragt, welche Downstream-Bandbreite man hat; aber gerade bei Kabel-Kunden ist es so, daß aufgrund der technischen Rahmenbedingungen die nominelle Bandbreite und die reale teils stark voneinander abweichen (ich habe z.B. nominell 32 MBit/s Downstream und 2 MBit/s Upstream; aber der Anschluß erreicht faktisch aufgrund Bandbreitenteilung mit anderen nur ca. 8-1 down); würde ich also meine nominelle Bandbreite “>16” ankreuzen, entspräche das nicht meiner faktischen Bandbreite.
Unabhängig davon hoffe ich, daß der Bedarf nicht nur auf konkreten Fragebogenantworten basierend berechnet wird, da ich mir nicht sicher bin, ob alle Umfrageteilnehmer wirklich abschätzen können, wie sich die Bandbreitenerfordernisse in Zukunft entwickeln werden (siehe auch meine Ausführungen zu Breitband im Bericht vom JU-Deutschlandrat) bzw. wissen, was in unmittelbarer Nähe in Bargteheide bereits für Bandbreiten verfügbar sind oder werden usw.
Mich würden nun zum einen Infos von „Lesern auf dem Land“
interessieren, wie vor Ort mit der Thematik umgegangen wird
, zum anderen natürlich gern allgemeine Rückmeldungen zur Thematik. Ich bin gespannt.
| Dieser Text ist mir eine kleine Burgerbeteiligung fü McSteck wert: |
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