Eben las ich in der Ahrensburger ZeitungStormarn-Beilage des Hamburger Abendblattes „Ruhe in Sichtweite“ (der Link liegt hinter einem Paywall, first-click-free-Suche bei Google News hilft). Der Artikel setzt auf der Berichterstattung von vorgestern auf, in der sich die Anwohner des Buchenweges über zunehmenden Fluglärm beklagen (dieser scheint — vielleicht aus komplexen psychoakustischen Gründen? — ganz gezielt im Buchenweg alles andere in den Schatten zu stellen….).

Zu der Thematik kann man ja stehen, wie man will. Die Flugzeuge fliegen auch über Delingsdorf, darüberhinaus habe ich aber ca. 100 m links die Bundesstraße 75 und ca. 100 m rechts die Bahnlinie Hamburg-Lübeck. Nun denn, wenn es wirklich Leute mit feinem Gehör stört und womöglich Grenzwerte und Regelungen nicht eingehalten werden, soll es so sein.

Was ich aber absolut inakzeptabel finde, sind dann Bebilderungen wie diese:

Für das kleine Bild bitte ich um Verzeihung; ich wollte keine urheberrechtlichen Problematiken losstoßen und denke, daß man die Problematik erkennt, wenn man die Bildunterschrift dazu liest, welche lautet:

So tief wir auf dieser Fotomontage fliegen die Flugzeuge natürlich nicht über das Ahrensburger Stadtgebiet und den Kreis Stormarn hinweg.

(Zitat mit Tippfehler übernommen)

Ganz ehrlich: Man macht sich also die Mühe, eine schicke Fotomontage zu basteln, schert sich aber einen feuchten Kehricht darum, ob diese auch nur halbwegs realistisch ist? Was soll ich davon halten? Der Leser kriegt doch einen Schreck, wenn er beim Aufblättern der Seite auf das großflächige Foto schaut und dabei den Eindruck gewinnt, daß die Flugzeuge keine 100 m über dem Schloß im Landeanflug sind. Welche Irreführung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dabei sollte doch heutzutage eigentlich jeder — auf jeden Fall aber Journalisten — sich der Suggestivkraft von Bildern bewußt sein. Selbst „echte“ Fotos, also keine Montagen, können ja nach Wahl des Betrachtungswinkels beim Knipsen oder dem Bildausschnitt beim Publizieren erheblich in die Irre führen. Bewußt (böswillige?) Fotomontagen erst Recht. Diese Art von „Qualitätsjournalismus“ finde ich unerträglich. Und sie ist auch mit Blick auf die emanzipative und aufklärerische Kraft des Netzes äußerst kurzsichtig.

Also, liebe Leser: Immer schön Augen auf und kritisch hinterfragen, was einem da so vorgesetzt wird!



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