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Freitag, 2. Dezember 2011

Schön ist was anderes…
So sieht also ein „Startschuß für Regierungsübernahme“ aus. Und zwar primär Purpur, wenn es nach der SPD geht, die gestern ihren Internetauftritt neu gestartet hat. Ok, Frau Nahles nennt es „die neue und moderne Sekundär-Farbe Purpur“ und behauptet tapfer, diese stehe für Frische und Selbstbewußtsein“. Na denn.

Fest steht: Ein gesundes Selbstvertrauen braucht man schon, wenn man mit der Farbkombination rot-lila in den Kampf ziehen will. Ich jedenfalls twitterte gesten schon: Rot und purpur? Ernsthaft‽.

Meine Vermutung ist ja, daß der zuständige Designer farbenblind war oder vergessen hat, seinen Monitor zu kalibrieren… ;-) Andererseits darf man wohl annehmen, daß eine solch gruseligeauffällige Farbe nicht aus Versehen zustande gekommen ist. Sprich: Man hat sich etwas gedacht. Vielleicht wollte man um jeden Preis auffallen und ins Gespräch kommen? Das jedenfalls wäre gelungen. Oder ist es ein verfrühtes Koalitionsangebot an die optisch häufig farblich ähnlich repräsentierte Linke? Oder will man sich nur bei der Frauenbewegung anbiedern? Man weiß es nicht und grübelt. Und ja: Natürlich kann man meckern, daß eine Diskussion um eine Corporate-Design-Farbe oberflächlich ist. Aber wie gesagt: Man muß sich etwas Gedacht haben und laut Wiki gehören nicht Frische und Selbstbewußtsein zu den Farbassoziationen, sondern es werden Begriffe gelistet wie Lithurgie, Spiritualität und Unbefriedigt. Frau Nahles jedenfalls scheint die Farbwahl zu gefallen.

Lesenswert in diesem Zusammenhang das Designtagebuch: Bei der SPD ist der Würfel gefallen. Dort sind auch sehr spannende Kommentare zu finden :-)

Was den Würfel angeht: Daß der vormals etwas orientierungslos im Raum schwebende 3D-Würfel nun verschwunden ist, darf als überfällig bewertet werden. Die jetzige Platzierung jedoch wirkt allerdings nicht wesentlich weniger orientierungslos schwebend. Einfach so ohne Halt durch die Struktur in die Mitte geworfen — soll auch das eine politische Aussage sein?

Auf die Technik möchte ich jetzt nicht groß eingehen, wie ich es unter „der CDU ist nicht zu helfen“ getan habe. Nicht, weil die Seite technisch besser wäre (eher im Gegenteil, wie auch Johan andeutet), sondern weil ich meiner Partei gern kostenlos Tips zur Verbesserung des eigenen Auftritts gebe, nicht aber politische Mitbewerber pro bono beraten möchte. Ich bitte um Verständnis.

Was für ein Quellcode!

Dennoch möchte ich ein paar Worte dazu loswerden: Ob man wirklich ein Layout auf 1280 Pixel konzipieren sollte, darf bezweifelt werden. Daß man den Relaunch nicht zum Einsatz von HTML5 genutzt hat, ist ein anderer suboptimaler Punkt. Sehr heftig finde ich, daß die Seite sportliche >150 Requests macht. Wenn man sich dann noch die Seitenlänge und Struktur anschaut (hier verkleinert), kann man nur den Kopf schütteln. Überfrachtet, unübersichtlich, man wollte alles unterbringen, was man irgendwie einbauen konnte. Dabei sollte man doch gerade in der Politik wissen, daß die Kunst darin besteht, Prioritäten zu haben, klare Aussagen zu treffen und nicht ein Catch-All-Sammelsurium von Inhalten zu produzieren. Nun denn, die SPD muß selbst wissen, womit sie glücklich wird. Der Nutzer der Seite wird es jedenfalls mit Sicherheit nicht.

Nachtrag 05.12.2011: Purpur-Blabla des neuen SPD-Designs



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Kommentare


    #1 Hauke am 12/02/11 um 08:39
    *Zum Quelltext: Offensichtlich wird das von einem Java-Servlet-Container erzeugt (jsessionid). Wenn man die Standardtechnologie für Views nimmt, JSP (was ich allerdings nicht empfehlen würde), dann wird für jede Zeile, die nur JSP-Tags enthält, eine Leerzeile erzeugt. Hat technische Gründe; ist unschön, dass es standardmäßig passiert; ist aber trivial durch eine Direktive zu entfernen und sollte jedem bekannt und bewusst sein, der mehr als ein Anfänger mit dieser Technologie ist.
    #2 Erika am 12/04/11 um 04:35
    *Hallo Mitmenschen,
    Ihr solltet erst mal die TV-Übertragung vom LPT auf “Phoenix” sehen. Eine einzige Augenpest! Naja, dann bleiben auch noch die letzten Interessierten fern.
    Bezüglich der Programmierung: Meine Firewall ist sehr “eng” eingestellt und zeigt mir mehr Skripts an als bei t-online.de - ein Rekord? Nur gut, dass sie noch nicht dynamisch wechselnde Animationen entdeckt haben!
    Mit sozialen Grüßen
    Erika

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