Wo stehen wir?

Montag, 5. Dezember 2011

Elf Gedankenfragmente bzw. Beta-Fragen:

  1. Entwickelt sich Technologie im großen und ganzen tatsächlich exponentiell?
  2. Wird es zur technologischen Singularität, zum Trans-/Posthumanismus kommen?
  3. Wird die Menschheit sich selbst verobsoletieren?
  4. Wie schnell, wann?
  5. Schätzen wir die Geschwindigkeit des Wandels richtig ein?
  6. Warum sind die Leute dann so gelassen?
  7. Unwissenheit/Ahnungslosigkeit/Beschränktheit/Ignoranz/Kurzsichtigkeit?
  8. Nicht-Wahrhaben wollen? Hilflosigkeit? Fatalismus?
  9. Ist das alles Alarmismus & Panikmache?
  10. Wird das alles halb so wild?
  11. Oder ist es schon zu spät?

Ich muß akut mal kontemplieren: Wo stehen wir? Wohin geht die Reise?

Wo stehen wir?

Nein, es ist nicht so, daß ich mir das erste Mal Gedanken zu diesen und den damit in Verbindung stehenden philosophischen, gesellschaftlichen und politischen Fragen mache. Mich beschleicht nur langsam aber sicher das Gefühl, daß sich alles noch viel schneller viel nachhaltiger ändern könnte, als wir das erwarten — zumal technologische Entwicklungen und deren Implikationen häufig IMHO unzulässigerweise mit Blick zurück und simpler Extrapolation abgeschätzt werden…memo2self: Ich brauche mehr Zeit zum Lesen & Nachdenken.



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    Netzpolitik: Der Kampf muß an die analoge Front
    Eben habe ich, wie ein Wackeldackel nickend, mit großer Zustimmung den — ich möchte fast sagen: wegweisenden — Beitrag „Freiheit, Salzgitter und die Netzpolitik“ von Frank Bergmann gelesen. Er beschäftigt sich zum einen mit der Frage, wie aus politischen
    Weblog: Stecki's Blog
    Aufgenommen: Dez 18, 23:17

Kommentare


    #1 Addliss am 12/05/11 um 10:53
    *Schon mal Stanislaw Lem gelesen? Ich beginne auch erst, ihn zu entdecken, aber der hat viel zu technologischer Entwicklung und Technikfolgenabschätzung geschrieben. Dabei kannte der sich als (ursprünglich) Mediziner verdammt gut mit physikalischen und mathematischen Sachen aus und hat den Kram philosophisch sowie literarisch aufgearbeitet. Unglaublich der Mensch.

    Ich habe bisher “Das Katastrophenprinzip” und “Also sprach GOLEM” gelesen. Ersteres eher im Stile einer Abhandlung, zweiteres belletristisch aber mit Gedankeneinwürfen, die einen manchmal stutzig machen und zum Nachdenken anregen.

    Momentan lese ich “Solaris”, das auch eher belletristisch ist, jedoch Fragen zu extraterrestischen Lebensformen (oder doch nicht Leben in unserem Sinne!?) behandelt, wobei natürlich auch philosophisch-anthropologische Fragen aufgeworfen werden, die immer wieder neu beantwortet werden müssen.
    Theoretischer sind wohl “Die Technologiefalle”, “Summa technologiae” und “Eine Minute der Menschheit: Eine Momentaufnahme”.

    Sicher mag das alles ziemlich alt sein, doch die Fragen sind immer noch aktuell und Lem greift manchmal sehr weit in die Zukunft, sodass die Probleme, die er behandelt immer noch in unserer Zukunft liegen.

    Bei mir gilt übrigens ähnliches: Mehr Zeit zum Nachdenken und Lesen erwünscht.
    #1.1 Malte Steckmeister am 12/05/11 um 11:00
    *Ja, klar habe ich schon Lem gelesen. Leider bisher viel zu wenig. Habe auch viele andere spannende Sachen zur groben Thematik liegen („Klassiker“ von Kurzweil zB); doof, daß man mit dem Kauf eines Buches nicht auch Lesezeit erwirbt ;-)

    Die Fragestellungen an sich sind in der Tat alt. Nur: Wenn sich das eben exponentiell entwickelt und ich mit den zunehmenden Pace der letzten Jahrzehnte mal anschaue, dann kann es sein, daß wir langsam oder eben auch schneller als das ans steile Ende der Kurve kommen. Und außer uns Nerds scheint das keinen zu kümmern…
    #2 Addliss am 12/06/11 um 11:26
    *Naja, wer außer den Nerds kennt die aktuellen technischen Entwicklungen überhaupt? Seit wann gibt es z.B. Augmented Reality und wann ist es im Alltag der Menschen angekommen? (Bzw. wann wird es angekommen sein?) Wer weiß denn schon von 3D-Druckern? Wer weiß, was mit Robotern alles schon möglich ist? Wer weiß, was mit ACTA oder INDECT hinter verschlossenen Türen entwickelt wird? Automatische Verhaltensbewertung durch Maschinen? Wir sind Robocop sehr nahe und kaum einer weiß es.

    All diese Dinge laufen für die meisten unter einer Wahrnehmungsschwelle ab, wobei ich das nicht als Kritik gegen den “Normalo” verstehe, sondern als Deskription unserer Lage, die vielleicht verbesserungswürdig ist. Denn das Problem bei der technischen Entwicklung ist, dass sie häufig Jahre bis Jahrzehnte braucht, um anzukommen. Wenn allerdings die Kurve so steil wird, wie sie momentan schon ist (und sie könnte ja noch steiler werden), dann gibt es gar keine Anpassungszeit, da unsere Kommunikationswege viel zu lang sind und unsere Aufmerksamkeit nur auf eins gerichtet werden kann. Dann könnte es sogar passieren, dass nicht einmal mehr die Nerds hinterherkommen, sondern nur noch Spezialisten auf ihrem Gebiet, was ja z.T. momentan schon so ist.
    #2.1 Malte Steckmeister am 12/06/11 um 11:42
    *“Normalos” (aber wer ist das eigentlich? Sind wir anormal? *g*) würde ich nicht den Vorwurf der Uninformiertheit machen wollen. Der Politik schon eher. Denn deren Aufgabe ist es, nach vorn zu schauen und das Radar für wichtige Entwicklungen im Blick zu haben. Und das scheint mir weit überwiegend nicht der Fall zu sein. Das ist letztlich auch, was mich antreibt und nervös macht: Daß Zukunftsgestalter (oder welche, die es sein wollen), gar keine Vorstellung davon haben, was auf uns zukommt — und wie schnell.

    Deshalb ja in der Tat meine Frage, wo wir (auf der Kurve) stehen. Früher war es nicht (so) schlimm, wenn Politik die Einschläge bisserl später mitbekommen und dann träge agiert hat; es lief alles langsam genug, daß dadurch kein wirklicher Schaden entstand. Und nun? Wie können wir dafür sorgen, daß die Adaptionsrate sich adaptiert?

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