Steinbrücks Sonnenstich

Sonntag, 30. Juli 2006

Bislang hatte ich die Berichterstattung zu einzelnen Eckpunkten der geplanten Unternehmenssteuerreform offengestanden nicht ganz ernstgenommen.

Zu abstrus waren die Informationen, die in den Medien durchsickerten. Doch es verdichten sich die Anzeichen, daß das, was ich bislang für einen ziemlich schlechten Scherz hielt, ernsthaft angedacht wird. So berichtet beispielsweise der aktuelle Spiegel:

Aktiengesellschaften und GmbH, so will es Steinbrück, sollen künftig Teile ihrer Finanzierungskosten, also zum Beispiel Zinsen und Leasingraten, dem Gewinn zurechnen. Eine kuriose Innovation: Kosten würden zu Gewinnen, nicht im wahren Leben, aber vorm Finanzamt.

Perverser gehts es nun wirklich nicht mehr. Da muß einigen “Verantwortlichen” (falls man das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt noch benutzen sollte) im Finanzministerium doch wohl ein bißchen zu viel der gleißenden Sommersonne aufs Haupthaar geschienen sein (oder um es kürzer zu sagen: Die sind wohl nicht ganz schußecht!). Daß solche vollkommen absurden Vorschläge durchsickern, ja überhaupt gedacht werden, läßt ganz tief blicken und wirft kein gutes Licht auf die Berliner Politik.

Man darf nur hoffen, daß dieser Gehirnsdurchfall nicht den Weg in die Gesetzgebung findet, sondern da landet, wo er hingehört: Ins Skurrilitätenkabinett der Großen Koalition.

Nachtrag (weils mich so echauffiert): Wenn die schon dabei sind, dann können sie doch auch konsequenterweise gleich alle Betriebsausgaben als Gewinn steuerpflichtig machen. Die Kosten für Material und Ausstattung und ganz besonders natürlich das Gehalt für die Mitarbeiter. Das hat bestimmt gaaanz tolle Steuerungseffekte. ARG!



Dieser Text ist mir eine kleine Burgerbeteiligung fü McSteck wert:

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