Kein Verdumm-o-mat in Meck-Pom

Mittwoch, 9. August 2006

heise.de berichtet, daß die Kritik an Wahl-O-Mat-Ablehnung von SPD und CDU wächst. Ein Blick in das Diskussionsforum zu dem Thema zeigt, daß die Begründungen von SPD und CDU für die Ablehnung des Wahl-o-maten nicht ganz abwegig sind. Denn in der Tat konnte man schon immer beim Wahl-o-mat stark darüber streiten, inwieweit die Fragen gut genug ausgearbeitet sind. Insbesondere bildet aber das System mit seinen nur 30 Fragen nicht ansatzweise die Komplexität und Differenziertheit politischer Programme ab.

Wenn nun tatsächlich einige zB in obigem Forum schreien, daß die Parteien so verhindern wollten, daß die Bürger sich über ihre Wahlprogramme informieren können, dann muß ich offen gestehen, daß ich vom Glauben abfalle. Es ist doch ganz einfach: Wer sich halbwegs fundiert über Parteien, ihre Programme und Personen informieren will, der hat sprichwörtlich unzählige Möglichkeiten dies zu tun. Er muß dann aber auch akzeptieren, daß er sich selbst darum bemühen und ein wenig mehr Zeit und Gehirnschmalz investieren muß, als nur mal eben 30 simplifizierte Fragen zu beantworten (auf den Internetseiten der Parteien die Programme lesen und/oder zu Wahlkampfveranstaltungen/Info-Ständen gehen und mit Leuten diskutieren usw).

Um mich nicht in Rage zu schreiben über als Politik(er)verdrossenheit getarnte Faulheit und vieles mehr, ende ich lieber an dieser Stelle :-)



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Kommentare


    #1 Daniela am 08/18/06 um 02:25 [Antwort]

    *Hm ..

    Zwei Herzen schlagen in diesem Fall in meiner Brust.
    Einerseits glaube ich auch, dass es genügend Informationen über alle Parteien und Themen gibt, wenn man sich nur ein wenig bemüht. Vielleicht sogar ein wenig zu viele Infos. Und dass man manche Fragen einfach nicht auf BILD-Niveau beantworten kann und sollte.

    Andererseits muss der Köder dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Meine Eltern z.B. arbeiten beide teilweise 10 Std. am Tag, und möchten sich einfach nicht damit beschäftigen, Parteiprogramme zu wälzen.
    Wir wählen einen oder mehrere Repräsentanten, die sich um Dinge kümmern, damit wir uns nicht neben Arbeit, Familie etc. auch noch damit beschäftigen müssen, zu allem ein fundiertes Wissen zu haben, um bei der Abstimmung unsere Tonscherbe richtig abzugeben.
    Und ich bin mir sicher, dass man zu wichtigen Forderungen Schlagworte bzw. -sätze erstellen kann. Und nichts anderes wird beim Wahl-O-Mat abgefragt, und das gar nicht mal schlecht. Auch wenn es besser gehen würde, keine Frage.

    #1.1 Dieter am 06/18/07 um 08:46 [Antwort]

    *Klingt schlüssig, was ihr da schreibt!

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