Notizen zur Netzneutralität
Mittwoch, 16. Juni 2010
Am vergangenen Montag (14.06.2010) hat die Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ (#eidg) des Deutschen Bundestages auf ihrer dritten Arbeitssitzung (und somit der ersten regulären öffentlichen Sitzung) den Themenschwerpunkt Netzneutralität diskutiert (vom Parlamentsfernsehen gibt es einen Mitschnitt der Sitzung als Stream und Download).
Unterm Strich fand ich viele vorgetragene Ausführungen, Frage- und Problemstellungen der Mitglieder und Experten der Internet-Enquête durchaus spannend. So wurde das Spannungsfeld schon nach wenigen Wortbeiträgen sehr klar und auch, daß Einigkeit letztlich vor allem darin bestand, überhaupt eine gemeinsame Definition für den Begriff Netzneutralität zu finden, um für die weiteren Beratungen ein Fundament zu haben (Experte Harald Lemke machte in diesem Zusammenhang schön deutlich, daß es nun mal Eigenart eines Netzes sei, daß alles irgendwie zusammenhängt).
Ich habe mir vor allem folgende Aspekte zum Nachgrübeln und zur vertiefenden Recherche/Erörterung/Diskussion (siehe Forum Netzneutralität) notiert (ich verweise hier insb. auf den gut strukturierten und umfassenden Wortbeitrag von Prof. Dr. Gersdorf). Ich bitte, dies nicht als abschließende Stellungnahme zu verstehen, sondern als Gedankensammlung und work-in-progress:
Sprechen wir über Netzneutralität nur mit Blick auf das Transportnetz oder auch hinsichtlich von Plattformen oder Zugang zum Netz? Meines Erachtens gehört alles zusammen und kann nicht separat betrachtet werden, wobei die potentiell erforderliche Regulierungsintensität aufgrund der Eingriffsrelevanz vermutlich vom ersten bis zum letzten sinken dürfte.
Wie ist der Kreis der potentiell Diskriminierten differenziert zu bestimmen, wer genau sind die betroffenen Interessengruppen? Sind es nur Nutzer und Netzanbieter oder bzw. wie sind Dienstanbieter zu berücksichtigen (insb. im Rahmen des netzemanzipatorischen Konvergierens von Sendern und Empfängern)? Problematisch kann hier dann auch die Tatsache sein, daß nicht der Bundesgesetzgeber sondern die Länder für Inhalteregulierung zuständig wären.
Über welche die Netzneutralität im engeren Sinne („alle Datenpakete sind gleich“) einschränkenden Diskriminierungspotentiale sprechen wir? Das Spektrum reicht hier von Sperren über Spamfilter, Netzwerkmanagement/QoS, Entgeltdifferenzierung bis hin zu Bandbreitendifferenzierung (Stichwort z. B. Unterversorgung im ländlichen Raum)/asymmetrischen Netzzugang. Insbesondere bei dieser Auflistung fallen einem sofort jede Menge weitere teils sehr spezielle aber nichtsdestotrotz nicht irrelevante Parameter ein, wie beispielsweise die Begrenzung von addressierbaren Mailempfängern oder Anzahl abgeschickter Mails und ähnliches.
Meines Erachtens sind Markmechanismen durchaus im Stande, viele dieser Herausforderungen sachgerecht zu lösen, sofern ein Mindestmaß an Transparenz gewährleistet ist und auch Opt-Out-Möglichkeiten gegeben sind (es könnte ja z.B. jemand auch jede einzelne evidente Spammail zur Analyse haben wollen, während es im Interesse des Netzes sowie des Großteils der Nutzer wäre, diese frühestmöglich wegzufiltern). Insofern ist es schon auch richtig wie Dr. Osthaus zu fragen, was der einzelne Nutzer wirklich will. Hier gibt es sicherlich sehr unterschiedliche Prioriäten. Daß ein gewisser padeluun (Quizfrage: padeluun ist das staatlich sanktioniert Pseudonym für wen?) hier vom Netz-Ideal ausgeht und für einen sehr radikalen Neutralitätsansatz steht, ist zwar in gewisser Weise ehrenwert, grenzt aber bei praktischer Umsetzung an Zwangsbeglückung. Sachgerechter scheint hier zu sein, Neutralitätsansprüche auch im Verhältnis zur Marktmacht zu sehen, also einen asymmetrischen Regulierungsansatz zu wählen. So könnten an Teilnehmer mit beträchtlicher Marktmacht schärfere Maßstäbe angelegt werden, während relative Nieschenanbieter weniger hohe Ansprüche zu erfüllen hätten, um ihre Leistungsfähigkeit und Innovationsstärke nicht zu gefährden (dies würde auch das oben schon erwähnte Phänomen, daß der Übergang von Nutzer in Diensteanbieter fließend sein kann, gut berücksichtigen).
Gerade in diesem Zusammenhang bin ich übrigens froh, daß z.B. die Thematik Vertragslaufzeiten sehr strittig diskutiert wurde. Hier scheint es mir schon so zu sein, daß zwar wenige kleine Anbieter als Alleinstellungsmerkmal sehr flexibel sind aber eben dennoch die standardmäßigen 24-monatigen Verträge der Großanbieter in Zeiten enormen technischen Fortschritts fast schon einer Knebelung nahekommen. Es würde zu weit gehen, dies als Marktversagen zu brandmarken, aber ein freundlicher Hinweis politischer Kreise, daß hier Regulierung drohen könnte, falls es nicht zu kürzeren Standardlaufzeiten kommt, kann sicher nicht schaden, um bei Providern einen Denkprozeß anzustoßen. Wobei ich ganz grundsätzlich (hinreichende Auswahl — also tstsächlichen Wettbewerb — vorausgesetzt) an den kritischen Konsumenten glaube.
Ich könnte mir vorstellen, daß es in der weiteren Debatte auch noch intensiver um die Frage gehen wird, ob bzw. wie der Staat im Rahmen der Daseinsvorsorge diskriminierungsfreie Teilhabe am Netz zu gewährleisten gedenkt .
Am Ende des Denkprozesses werden für mich in der Abwägung jedenfalls folgende Gedanken ausschlaggebend sein:
Das Netz ist durch erst durch seine inhaltliche Agnostik das geworden, was es ist. Jeder kann nicht nur empfangen, sondern auch senden. Diese Offenheit ist für mich nicht nur schützenswert sondern förderungswürdig.
Als Verfechter der sozialen Marktwirktschaft vertraue ich primär den Marktmechanismen, sofern die Leitplanken sicherstellen, daß Grundrechte, Meinungs- und Rezipientenfreiheit, Datenschutz und diskriminierungsfreier Zugang angemessen gewährleistet sind.
Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion des Themas im Rahmen der EIDG-Projektgruppe Netzneutralität, die von Peter Tauber geleitet wird, auf dessen Blog ich daher gern zur weiteren Lektüre verweise.
Ergänzung 17.06.2010 00:30 als Lesetipp: Hubertus Gersdorf auf Carta: Netzneutralität: Erster Aufschlag der Enquete-Kommission
Ergänzung 17.06.2010 12:30, SPD-Netzpolitik: Definition von Netzneutralität
Ergänzung 17.06.2010 17:00: Infos zur Netzneutralität auf blogfraktion.de
Ergänzung 19.06.2010 13:00: Grün digital — Die Enquete stürzt sich in die inhaltliche Arbeit
Ergänzung 19.06.2010 14:00: Manuel Höferlin in The European: Web Freiheit — Kein neutrales Netz
Ergänzung 19.06.2010 19:45: Stephan Zeidler: Netzneutralität – oder die Frage, ob der Sozialismus zurückkehrt…
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De Platt-App, een paßlich Ding
Dienstag, 15. Juni 2010
Auch wenn ich es leider mangels Sprachpraxis nicht im Ansatz unfallfrei sprechen kann und stets nach Worten ringen würde, wenn ich den untauglichen Versuch starten würde, so hänge ich doch sehr am Plattdeutschen. So bin ich nicht nur ein großer Fan von zweisprachigen Ortstafeln, weil dies gewissermaßen eine stete, dauerhafte Mahnung und Erinnerung an die örtliche Geschichte ist (und beispielsweise ein guter Ausgangspunkt für Schulklassen, sich mit der Heimat zu beschäftigen). Nein, ich habe deshalb extra mal die von mir co-gewebmasterte (schönes neudeutsch) Seite meiner Gemeinde Delingsdorf (aka Deinsdörp) „plattgemacht“. Und auch die Niederdeutsche Wikipedia finde ich genial.
Plattdeutsch verstehen kann ich (jedenfalls die örtliche Variante) glücklicherweise ganz prima, schließlich haben das meine Großeltern untereinander und mit Freunden, Bekannten und Verwandten ständig gesprochen, es war nunmal deren Muttersprache. Insofern habe ich nicht wie angeblich 70 Millionen Deutsche ein Verständnisproblem (Dank an Lydia für den Video-Tip):
Nur das mit dem Sprechen klappt eben nicht. Denn es fehlen einem immer die Worte. Es gibt zwar natürlich erstklassige Wörterbücher (auch online), aber die sind nicht so schnell zur Hand, wie man sie bräuchte, wenn man wirklich mal in die Situation kommt, von oder nach Platt zu übersetzen.
Umso glücklicher bin ich nun, wo plattnet.de, eine meiner niederdeutschen Lieblingsseiten, im sehr empfehlenswerten Newsletter von einem Plattdeutschen Wörterbuch als iPhone-App berichtete, also quasi einer Platt-App.
Sofort bin ich zur Hersteller-Seite (itx systems) gesurft, das einfache aber überzeugende Konzept und Screenshots für gut befunden und die 1,59 € im iTunes-Store investiert.

Was soll ich sagen? Die Platt-App hält, was sie verspricht. Der Start könnte zwar einen Tick schneller sein, aber die eigentliche Aufgabe löst sie sehr straightforward. Man kann also einfach und bequem „mal eben“ ein nicht verstandenes Wort nachschlagen oder einen passenden Plattdeutschen Ausdruck finden. Das Vokabular scheint einigermaßen umfangreich zu sein und hat durchaus auch passende Begriffe für moderne Erscheinungen. Computer z. B. wird mit Blickbregen, Isernbreegen oder Rechenknecht übersetzt (für Blog hingegen habe ich nichts gefunden, etwas ausbaufähig ist es also schon noch). Einige der Wörter sind quasi geokodiert, so daß man erfährt, für welche Regionen diese gelten.
Insgesamt kann ich diese Platt-App für uns Möchtegern-Plattsnacker also durchaus empfehlen.
Allerdings würde ich mir durchaus noch ein paar Ergänzungen wünschen. Beispielsweise eine Möglichkeit, Suche und Wortvorschläge von Hochdeutsch zu Plattdeutsch nur für bestimmte Bereiche durchzuführen (also Regionalfilter). So könnte man dann auch Wortspezialitäten einer Region filtern/anzeigen. Auch eine Unscharfsuche (oder habe ich die übersehen?) wäre sicher toll, denn die Schreibweise Plattdeutscher Wörter kann doch recht unerwartet sein.
Laut Macfriesland wird es in der nächsten Version auch die Möglichkeit geben, fehlender Wörter/Alternativbegriffe vorzuschlagen — ein vielversprechender Crowdsourcing-Ansatz (den man dann vielleicht auch zu einem sozialen Netzwerk ausdehnen könnte).
Nun denn, wie auch immer: Ich finde es toll, aber testet doch einfach selbst!
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Brick-Bauklotz-Baumeister Stecki@lego
Montag, 14. Juni 2010
Es gibt Dinge, da kann manMann nicht widerstehen. Vor einiger Zeit war ich schon mal auf den Lego Digital Designer (LDD) gestoßen (siehe Steckbausteine, virtuell-reloaded), mit dem man gewissermaßen Lego-CAD machen, also in 3-D direkt am Rechner mit Lego-Steinen spielenkonstruieren und dann diese eigene Kreation als Individual-Bausatz bestellen (!) kann. In einer wild durchsurften Nacht bin ich dann erneut auf die Lego-Seite gestolpert (wie so oft weiß ich gar nicht mehr, wie es mich dahin verschlagen hatte). Also schwups die Software zum Experimentieren runtergeladen und losgelegt.
Lange überlegen, was ich bauen wollte, mußte ich gar nicht. Denn als Kind habe ich mit Begeisterung bevorzugt Häuser/Türme und jede andere Art von Gebäude aus meinen geschätzt paar Tausend Steinchen zusammengesteckt. Also gab ich mir den Auftrag, mein eigenes zuhause lego-technisch nachzuempfinden. Nachdem ich mich ein bisserl in das Programm reingefuchst hatte, insb. geschaut, welcher Maßstab/Größe von Grundplatte sinnvoll wäre (denn aus Kostengründen wollte ich bei diesem ersten Versuch keine teuren Unmengen von Klötzen verbrauchen). Ca. 1,5 h später (etwas Trial & Error, welche Fenstertypen am ehesten passen usw. dauerte nunmal etwas) war mein Design fertig:

Anschließend ging alles erstaunlich schnell. Mit einem simplen Klick kann man für den Bausatz automatisch (!) eine Bauanleitung erstellen lassen. Und dann wieder mit einem Klick in den Shop wechseln, wo ich nach individueller Gestaltung der Verpackung (!!) die Bestellung aufgab.
Nach nicht ganz drei Wochen Lieferzeit war es dann heute so weit. Das Paket von Lego war in der Post. Boah, was war ich happy. Natürlich habe ich es sofort ausgepackt (Unboxing-Fotos auf flickr). Alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. Eine tolle Verpackung, schöne Bauteilliste, Plastiktüte mit allen Teilen, dazu farbig gedruckte und gebundene Bauanleitung. Einfach nur Wow:

Hier ein Video vom Zusammenbauen:
Und so sieht das Ergebnis aus (es hat schon seinen Ehrenplatz in einer Vitrine im Wohnzimmer gefunden):
Boah, das war ein Spaß! Ich bin mir sicher, daß das nicht mein letzter eigener Lego-Bausatz gewesen sein wird, zumal man auch Lego Mindstorms NXT Bausätze erstellen kann…also Leute: Unbedingt selbst mal ausprobieren (nein, leider kriege ich keine Provision — ich gönne euch schlicht die Freude und den Spaß). Und dann unbedingt hier im Kommentar einen Link auf das Ergebnis hinterlassen, ok? Ich bin gespannt. Viel Vergnügen!
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Pawlowscher Parteitag
Sonntag, 13. Juni 2010
Es gibt Dinge, da weiß man sofort: Jetzt ist schon wieder etwas passiert. Und dies meine ich nicht im Sinne von Wolf Haas, der dies als herrliches Stilmittel in einen Krimis (unbedingt als Hörbuch vom Autor selbst gesprochen erwerben) kunstvoll verwendet.
Nein, als eben im ZDF die Moderatorin die Formulierung „innerer Reichsparteitag“ verwendete, war klar, welche Lawine losgehen würde. Man ist ja heutzutage derart auf solche Dinge trainiert, daß man noch bevor die Worte zu ende gesprochen waren wußte, daß das ein Nachspiel haben würde. Nicht umsonst twitterte ich justamente: „Eine ZDF-Reporterin weniger…“
Und tatsächlich: Sofort ging auf Twitter das Gegeifer los.
Fast scheint dies inzwischen zu einem festen Mechanismus, gleich einem pawlowschen Reflex geworden zu sein. Sobald ein Wortfetzen mit bekannt vorkommender Konnotation wahrgenommen wird, werden die Keulen der political correctness geschwungen.
Leider häufig ohne Rücksicht auf Verluste. Und nicht selten auch ohne Sinn und Verstand. Jeder von uns sollte in solchen Augenblicken einmal innehalten und kontemplieren, ob er erstens wirklich verstanden hat (nicht nur akustisch), was gesagt wurde (ich habe viele Reflexe auf Kombinationen aus „rechtsfrei“, „Raum“ und „Internet“ erlebt, die sachlich inkorrekt waren, weil gerade das Gegenteil gesagt worden war) und zweitens tatsächlich den Hintergrund oder die vermeintliche Konnotation richtig bewertet.
Denn gerade im vorliegende Fall bin ich mir insbesondere nach Lektüre der Definition dieser Redewendung im Wiktionary und Beachtung der Diskussionsseite dort eigentlich ziemlich sicher, daß der sprachliche Hintergrund der Redewendung eben ausgerechnet nicht so verwerflich ist, wie viele der jetzt brutalstmöglich Echauffierten so meinen:
(spöttisch) etwas, das die bezeichnete Person mit Genugtuung erfüllt (Gefühl der inneren Zufriedenheit, nachdem jemand nach großem Auftritt nun von der Realität eingeholt wurde).
Der innere Reichsparteitag soll demnach ja gerade den Gegensatz herstellen, wäre von der ganzen Motivation her eben nicht nationalsozialistisch ideologisch aufgeladen und belastet.
Insofern ist eigentlich auch die Entschuldigung des ZDF und die Ermahnung der Moderatorin ein eigentlich unnötiger Kotau:
ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz: “Es war eine sprachliche Entgleisung im Eifer der Halbzeitpause. Wir haben mit Katrin Müller-Hohenstein gesprochen, sie bedauert die Formulierung. Es wird nicht wieder vorkommen.”
Andererseits muß man wohl feststellen, daß die Formulierung eben deshalb unglücklich war, weil das Mißverständnispotential so hoch war. Ich habe in der Vergangenheit auch häufiger schon Sprüche gelassen, die aus meiner Wahrnehmung vollkommen harmlos waren aber beim Gegenüber unbeabsichtig (und wie ich meine auch ungerechtfertigt) als Beleidigung angekommen sind, nur weil der Sinn der Aussage nicht zum gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsschatz gehörte.
So hielt ich den Spruch „Zwei Dumme — ein Gedanke“ für absolut ungefährlich, bis jemand sich ernsthaft angegriffen fühlte. Und als ich mit jemandem über die Fehlleistungen von Telekomikern sprach und meinte „denn sie wissen nicht, was sie tun“, hörte mein Gegenüber offenbar ein Großgeschriebenes „Sie“ und fühlte sich herabgesetzt.
Ich frage mich also: Wie gefährlich sind Redewendungen, wenn man offenbar viele nicht als bekannt voraussetzen darf?
Woher weiß man, welche man einsetzt, ohne vorher den Gesprächspartner einem Wissenstest ausgesetzt zu haben? ![]()
Und: Wie vermeidet man dieses fast massenhysterischen Züge, wenn solche Formulierungen in einer Öffentlichkeit landen, die sie bewußt oder unbewußt fehl- bzw. anders interpretiert als intendiert?
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Demonstrationen sind Demokratie. Sprengsätze sind Bürgerkrieg.
Samstag, 12. Juni 2010
Da das Einbetten des Videos deaktiviert ist, bitte zunächst dieses Video anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=g11JHTTSCjM
Dann die Meldung Extremisten werfen Sprengsatz auf Polizisten als Hintergrundinfo lesen.
Wenn die vorliegenden Informationen korrekt sind, muß man feststellen:
Sowas hat mit Demokratie und Demonstrationsfreiheit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Das ist auch nicht mehr mit dem unerträglichen Euphemismus von „Erlebnisorientiertheit“ zu beschönigen. Und es ist auch nicht mehr einfach nur kriminell, wie so vieles, was auf sog. Demonstrationen (vulgo Krawallorgien) heutzutage zum Repertoire gehört.
Was wir da sehen ist Terrorismus und ausgelebte Mordlust.
Wann werden endlich die juristischen, ausrüstungstechnischen und einsatztaktischen Rahmenbedingungen geschaffen, damit Einsatzkräfte besser gegen solche Attentate geschützt sind, sich adäquat zur Wehr setzen und eine nachhaltig-effektive Strafverfolgung einleiten können?
Muß es erst tote Beamte geben?
Wo bleibt der Aufstand der Anständigen?
Ich bin fassungslos.
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Google Streetview — Mein Gastbeitrag Pro in den Lübecker Nachrichten
Samstag, 12. Juni 2010
Anfang Juni durfte ich für den Regionalteil Stormarn der Lübecker Nachrichten die Pro-Seite eines Pro & Contra Google StreetView schreiben. Hier mein Beitrag:
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der Argumente gegen Google Streetview auf unvollständigen oder gar falschen Annahmen und Informationen beruhen. Es ist ein ärgerliches Phänomen, dass gerade hierzulande oftmals die Debatte von Angst und Misstrauen beherrscht wird, welche leider nur zu häufig auf Unkenntnis beruhen oder interessengeleitet geschürt werden. Chancen und Möglichkeiten neuer Technologien werden übersehen, geraten in den Hintergrund oder werden totdiskutiert.
In vielen Ländern läuft Streetview seit Jahren ohne nennenswerte Probleme und Proteste. Denn außer der stetigen Behauptung recht konstruierter potentieller Missbrauchshypothesen ist bisher niemandem ein Schaden zugefügt, erhöhte Einbruchsraten sind nirgends festgestellt worden. Denn die Straßenzüge werden nicht – wie häufig geschrieben – „gefilmt“ (was vermutlich das Gefühl dauerhafter Videoüberwachung suggerieren soll), sondern einmalig aufgenommen. Und diese Aufnahmen unterliegen der seit dem Kaiserreich geltenden Panoramafreiheit, sind also vollkommenlegal. Um von vornherein Datenschutzprobleme zu vermeiden, werden Personen und Autokennzeichen ohnehin unkenntlich gemacht. Wo soll hier der Eingriff in die Privatsphäre liegen? Denn Streetview nimmt eben einmalig nur das auf, was jeder andere ständig beobachten kann. Gelegentlich wurde in diesem Zusammenhang die Höhe, aus der die Aufnahmen gemacht werden, kritisiert. Übereifrige Datenschützer werfen dann Google vor, es würde über Zäune in Hintergärten gespäht. Aber auch andere Verkehrsteilnehmer sitzen erhöht und haben exaktdieselbe Perspektive.
Der Blick für den Nutzen geht völlig verloren: Streetview erweitert wie auch Google Maps und Google Earth den Blick für die Welt. Es eröffnet tolle Möglichkeiten, Reise- und Ausflugsziele vorher zu erkunden. Und nicht zuletzt wird es zunehmend auch zu einem wichtigen Faktor im Stadtmarketing, weil Gäste und Investoren sich auf diesem Weg über den Standort informieren. Wenn diese dann schwarz sehen, weil die Gemeinde den Aufnahmen widersprochen hat, macht es den Ort sicher nicht attraktiver. Am Ende gilt: Lassen Sie sich nichts erzählen und nicht bevormunden. Schauen Sie einfach selbst und probieren Streetview einfach mal aus. Ich bin mir sicher, dass Sie dann zum Fan werden!
Siehe vollständiges Pro & Contra: Streetview: Begrüßt oder abgelehnt (Lübecker Nachrichten, Stormarn-Teil vom 01.06.2010).
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Tröten-Trauma
Freitag, 11. Juni 2010
Hauerha. Ich war ja vorgewarnt hinsichtlich des zu erwartenden Lautstärke-Levels dieser sagenumwobenen Vuvuzelas. Aber das war Theorie. Nach dem Eröffnungsspiel der WM 2010 ist es also praktische Erfahrung. Meine Ohren glühen. Unglaublich, wie wirklich das gesamte Spiel über ein einziges lautes intensives Tuten das Gefühl vermittelte, mitten in einem Bienenschwarm zu sitzen. Eine neue Interpretation des Hummelfluges von Rimski-Korsakow sozusagen. Unglaublich.
Genaugenommen war die Geräuschkulisse ja fast konstant — ein Rückschluß von Akustik auf Spielgeschehen fast unmöglich. Und ich will ja auch gar nicht nörgeln oder gar als intolerant rüberkommen. Aber wenn das jetzt bei jedem Spiel so geht…ohoh…ich fühle mich nach einem schon gebrainwashed, habe das Dröhnen latent-tinnitusmäßig immer noch im Ohr. Eins steht fest: Für das nächste Spiel lege ich mir Ohrenschoner und/oder Kühlwasser für die Ohren zurecht. Und werde auch mal schauen, ob ich eine technische Lösung für das Problem finde, sozusagen ein Active-Noise-Cancelling-Plugin für mein EyeTV/Fernsehgerät.
Fehlt nur noch, daß die Fußball-Berufsgenossenschaft unserer Mannschaft den Auftritt wegen zu befürchtender Hörschäden untersagt. Vielleicht muß unsere Truppe ja auch einfach nur mit Mickey-Mäusen auf den Ohren auftreten…(so oder so wird Verbraucherschutzministerin Ilse Iigner sich berufen fühlen, hier zu handeln)…na denn!
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Solitär-Socken-Syndrom: Ein schrecklich-schauderhaftes Schicksal, oder: Verloren im Schleudergang
Mittwoch, 19. Mai 2010
Es ist ein Phänomen. Jedes Mal. Wirklich JEDES Mal werde ich heimgesucht. Nach gefühlt-statistisch jedem Waschgang kommt eine ungerade Zahl von Socken heraus, nachdem (definitiv!) eine gerade Zahl hineingewandert ist. Geht es nur mir so?
Offenbar nicht. Denn eine intensive, wissenschaftlich-fundierte spontane Recherche auf Twitter fördert geradezu Unmengen an Leidgenossen zutage, wie z. B. @_Phoenicia mit gefühlten 43 Socken (also knapp vorbei an der Antwort zur Frage-ihrwißtschon), @Steinhoefel1, der es nicht nur reklamiert sondern auch mit einem Beweisfoto belegt oder @dknake, der in seiner Verzweiflung die Innovation Google-Socks fordert. Einige Zeitgenossen wie @ChuckNorrisYeah halten Chuck Norris für den Übeltäter. Ich für meinen Teil würde mich nicht trauen, ihm das zu unterstellen ![]()
Was also passiert mit den Socken?
Ich habe mir den Kopf zerbrochen. Monatelang. Immer wieder. Gegrübelt. Gegoogelt. Und währenddessen immer auf’s Neue leise und manchmal auch lauter geflucht, wenn beim Sockenzusammenlegen auf beängstigende Weise ein Exemplar, die berüchtigte Solitär-Socke, übrig blieb.
Relativ sicher meine ich ausschließen zu können, daß die Socken durch das Abwasserrohr die Waschmaschine verlassen. Denn da dürften doch Flusenfilter usw. im Weg sein. Auch glaube ich eigentlich nicht, daß der Schleudergang zur Dematerialisierung durch brutalstmögliche Zermürbung des Stoffes ausreicht.
Was also ist die Ursache?
Ich möchte nicht mehr im Nebel stochern, daher bitte ich um eure Hilfe und crowdsource daher diese Frage: Kennt ihr das Problem auch und was sind eurer Ansicht nach mögliche Ursachen (mit Eintrittswahrscheinlichkeiten) für das Solitär-Socken-Syndrom?
Für hilf- und aufschlußreiche Kommentare wäre ich überaus dankbar!
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Notizen zum Politcamp 2010
Sonntag, 21. März 2010
Seit ein paar Stunden bin ich von einem zweieinhalbtätigen Berlin-Besuch zurück, die Taschen sind ausgepackt und so ist es Zeit, einmal kurz innezuhalten und zurückzublicken. Während ich beim ersten Politcamp im letzten Jahr leider nur den Sonntag vor Ort sein konnte und somit vom Samstag nur (was heißt „nur“: besser als nichts!) dem Videostream aus der Halle folgen konnte, durfte ich dieses Mal das #pc10 vollumfänglich genießen.
Zunächst einmal muß ich festhalten, daß die Verlegung der ursprünglich in Bonn geplanten Veranstaltung zurück ins Radialsystem Berlin eine gute Sache war. Denn offengestanden hätte ich für eine Fahrt nach Bonn möglicherweise den inneren Schweinehund nicht überwinden können. Dagegen sind 90 Minuten ICE und ein Hotel direkt neben dem Tagungsort (Ibis Schillingbrücke) einfach enorm attraktiver.
Allerdings hatte ich angesichts der angekündigten Teilnehmerzahlen so meine Zweifel, ob die ganze Sache nicht eventuell ein wenig zu überlaufen sein würde, um noch sinnvoll zu sein. Glücklicherweise (jedenfalls aus Teilnehmersicht), scheinen aber doch nicht ganz so viele Teilnehmer erschienen zu sein, oder es hat sich jedenfalls ganz gut über die Zeit verteilt. So war es denn auch noch möglich (hinreichende Gesichtserkennungsfunktionalität vorausgesetzt), aus der Schar der Leutchen hie und da aus der personal Twitter-Timeline bekannte Gesichter zu erkennen (hier erweist es sich in Ermangelung der Marktfähigkeit von Sixth Sense oder Google Goggles etc. als vorteilhaft, ein erkennbares Profilfoto zu verwenden) und Hallo zu sagen. So ergaben sich schon in der Lobby viele nette Gespräche — auch wenn ich leider den ein oder anderen nicht (rechtzeitig) erkannt habe (man möge mir verzeihen) oder sich keine Gelegenheit zum quatschen ergab.
Super fand ich auch, daß es so viele Leute mit tollen Session-Vorschlägen gab. Das machte die Abstimmung allerdings nicht leicht. Und es wurde in dem Moment gewissermaßen zum Fluch, als man sich zwischen 2-4 gleichzeitig stattfindenden spannenden Sessions entscheiden musste. Und insofern ist es auch ein Wermutstropfen, daß man so viele reizvolle Einblicke nicht gewinnen konnte. Schade ist in diesem Zusammenhang auch, daß es von den meisten Sessions weder Video- noch Audiomitschnitte oder leicht abzurufende vertiefende Infos gibt. Hier steckt IMHO noch durchaus eine ganze Menge organisatorisches Optimierungspotential. Insbesondere würde ich mir für das nächste Politcamp wünschen, daß es (wie es möglicherweise auch auf der Programm-Seite geplant war aber nicht umgesetzt wurde) einen wirklich aussagekräftigen Online-Sessionplan gibt, in dem vor wie auch noch nach der Session hilfreiche Infos wie z. B. Twitternamen der Akteure, URLs zu deren Blogs und weiteren Infos gesammelt werden (man könnte auch noch Session-Nummern vergeben und dann die Tweeds sessionspezifisch aggregieren und archivieren, aber das wäre wohl zu unpragmatisch). Jedenfalls würde ich mir für diesem Sektor, der ja auch der Erhaltung für die Nachwelt dient, mehr wünschen.
Aber kommen wir zu den Inhalten. Positiv fiel mir zunächst einmal auf, daß die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr weniger konfrontativ war. Das mag zum einen daran gelegen haben, daß Themen wie Zugangserschwerungsgesetz und Vorratsdatenspeicherung aufgrund der Entwicklungen an Brisanz verloren haben und nicht mehr in dem Umfang Aufregerthemen sind. Außerdem (bzw. in Ergänzung dazu) waren (wahlkampfbedingte) Selbstdarstellungserfordernisse nicht so omnipräsent (vielleicht mit Ausnahme der NRW-Wahl-Session und den daueragitierenden Jubel-Piraten).
An nicht wenigen Stellen hätte ich mir aber mehr inhaltlichen Dissens gewünscht. Um nicht auszuschweifen, gehe ich an dieser Stelle aber nur exemplarisch auf einige Beispiele ein, bei denen ich fand, daß man zu sehr im eigenen Saft schmorte und auch die Moderatoren zu nett, unkritisch oder (teilweise jedenfalls) überfordert waren. So artete die Netzsperren-Runde fast schon in intellektuelle Selbstbefruchtung aus. Nein, nicht einmal das, denn diese war weder intellektuell noch fruchtend, eher ein gegenseitiges Auf-die-Schultern-schlagen, wie toll man denn ist. Richtig spannend war dies jedenfalls nicht. Und wirklichen Ausblick erzeugte es erst recht nicht. Auch an anderen Stellen schien ein Mindset durch, das mehr durch gemeinsamen Verhinderungs- als Gestaltungswillen getragen schien. Dies wurde durch bedenklich plump-populitische wohlfeile Bashing-Galore via Twitter unterstrichen. Hier sollte sich der eine oder andere mal an die Nase fassen, ob er sich nicht dummerweise genauso ignorant, uninformiert und einbahnstraßig verhält, wie er es bösen Politikern nur allzu gern vorwirft.
Hier muß man wirklich Obacht geben, daß das Politcamp nicht zu einer Selbstbeweihräucherung im Elfenbeinturm wird. Nico Lumma hat dazu wie ich gerade sehe auch lesenswertes geschrieben unter dem Titel “Es braucht mehr als nur yeah”:
Ich weiss nicht, ob das eine gewollte Selbst-Marginalisierung ist, weil man sich dann einfach sicher ist, daß man recht hat mit seinen Ideen, weil alle ähnlich denken, oder ob man es einfach nicht schafft, die eigenen Themen für das Gros der Menschen interessant zu machen.
Außerdem wurde häufig das Potential nicht ausgeschöpft. So kam die Diskussion zur Netzneutralität nicht über elementare Grundzüge hinaus. Dabei hätte es aufschlußreich sein können, das Spannungsfeld Inhaltsagnostik/DPI tiefer auszuleuchten insbesondere mit Blick auf qualitätssicherndes Traffic-Shaping (welches ja durchaus in Endnutzerinteresse liegen kann) oder Transparenzerfordernissen.
War es daher kein Barcamp, sondern ein Blacamp? Ein definitives Jein ist die Antwort. Auf der einen Seite hätte ich mir an vielen Stellen tiefere, differenzierte Diskussionen zwischen stärker kontrastierenden Positionen gewünscht, zumal man angesichts der Ausrichtung des #pc10 eine informierte Grundgesamtheit der Teilnehmer erwarten konnte. Andererseits wäre eine solche Hoffnung vermutlich etwas naiv. Daher muß ein jeder auch für’s #pc11 abwägen, ob sich eine Teilnahme lohnt. Ich für meinen Teil kann sagen: Unterm Strich war es trotz Eintrübungen eine gute Veranstaltung (auch wenn die Grill-Logistik übrigens schwer suboptimal war). Ich werde also auch in 2011 wieder aus Überzeugung teilnehmen! Aber dann bitteschön mit akustischem Session-Wechsel-Dich-Gong als Timing-Enforcer, VIEL mehr Steckdosen und vor allem Sonnendeck-Wetter…
Nachtrag 1: Gestern Abend habe ich doch glatt vergessen, den Organisatoren des Politcamops, allen voran @tomaschek und @RalphMakolla zu danken. Die Truppe hat wieder einen tollen Job gemacht!
Nachtrag 2: Eine kleine Linksammlung zur #pc10-Nachlese entsteht gerade unter http://delicious.com/tag/pc10. Außerdem kann man viele schöne Fotos auf flickr finden.
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Was-für-Leistung-Schutzrecht, oder: Wir sind nicht bei Wünsch-Dir-Was
Donnerstag, 11. März 2010
Langsam aber sicher scheinen die Verlage die doch recht nebulösen Vorstellungen ihres Leistungsschutzrechts zu konkretisieren (siehe netzpolitik.org: Leistungsschutzrecht wird konkretisiert und heise.de: Leistungsschutzrecht: Nicht nur Google soll zahlen).
Obwohl ich mich durchaus schon länger mit der Materie befaßt habe, will mir nicht einleuchten, wofür die Verlage meinen, entlohnt werden zu müssen.
Etwa für die Ignoranz, sich immer noch nicht mit den neuen Realitäten im Netz abgefunden zu haben?
Oder dafür, daß sie selektieren, tendenziös oder verkürzend berichten?
Die Argumentation, daß die Selektion und Aufbereitung derart viel Knete eintreibbar machen soll, wie sich die Verlagshäuser das vorstellen, mutet abenteuerlich an. Insbesondere wenn man bedenkt, daß ja gerade ein Großteil der Nutzer eben nicht deren Online-Angebote wie eine Zeitung nutzt (also durchblättert und Gewicht eines Artikels beim Überfliegen zB an Spaltenzahl und Überschriftengröße festmacht), sondern eben gerade immer häufiger über Suchmaschinen einzelne Artikel aufruft.
Das bisherige Geschäftsmodell aus dem Zeitalter der Printmedien ist genauso tot, wie das Holz auf dem (noch) gedruckt wird.
Man wird nicht umhinkommen, sein gesamtes Modell komplett zu erneuern. Alte Methoden helfen da nicht. Die Gesellschaft braucht Qualitätsjournalismus (übrigens egal ob professionell oder ehrenamtlich, ob im Rahmen großer Verlage oder als Bürgerjournalismus lokaler Blogs). Sie braucht Journalismus der unabhängig und kritisch recherchiert, informiert und hinterfragt (man prüfe mal sorgfältig, für wieviel Prozent der Artikel das heute zutrifft) und damit als vierte Gewalt ein notwendiges Korrektiv der pluralistischen Demokratie darstellt.
Welche Modelle können einen solchen Journalismus zukunftsfähig machen? DAS ist die Frage, über die wir grübeln sollten statt über das Wünsch-Dir-Was-Leistungsschutzrecht.
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