Mensch Leute, wer braucht noch Ionenkanonen wie LOIC‽ Solche Tools sind doch quasi nur Rudimentär-Rootkits von gestern, mit denen sich Skript-Kiddies wichtig machen wollen.

Ich hatte schon vor ein paar Jahren (damals mehr im Scherz) in einer kleinen netzpolitischen Diskussionsrunde vorgeschlagen, diesen ganzen Haktivismuskrams mal solide zu abstrahieren und dann softwaretechnisch auf universellere Beine zu stellen, um die ganze Sache damit auf breitere Beine zu stellen — insbesondere, damit es die ganzen Armchair-Activists in ihrem verblendeten Eifer und Einsatz für die jeweils gerade trendige gute Sache endlich etwas einfacher haben.

Nun ist es vermutlich angesichts der chronischen Probleme bei öffentlichen IT-Projekten keine gute Idee, wenn ich die Bundeszentrale für politische Bildung auffordern würde, analog zum Wahl-O-Mat (der ja auch schon die Wahlentscheidung pisakonform auf ein paar simple Checkboxes reduziert) den Hack-O-Mat programmieren zu lassen :-) Aber die Hoffnung dürfte berechtigt sein, daß sich ein paar kluge Geister finden, die das Teil im Rahmen eines Open-Source-Projektes zusammenbosseln.

Folgende triviale Funktionalität sollte die Software erfüllen:

  • Teilnahme an Umfragen, Unterschriftenlisten und Petitionen im Netz
  • Liken und Teilen von Beiträgen auf Facebook
  • (Re)-Tweeten via Twitter
  • Spamming Individualisiert-differenzierte Meinungskundgabe via Email und Abgeordnetenwatch
  • Selbstjustiz DDoS-Attacken gegen unliebsame Netzteilnehmer
  • Und das alles natürlich OS-agnostisch (gern auch lokal browserbasiert, quasi als Web-App) sowie für iPhone und Android, modular konzipiert und damit durch Plugins/Extensions erweiterbar.
  • Ergänzend gern eine Version zur unbeaufsichtigten Verteilung und zum verdeckten Betrieb auf allen Workstations in Unternehmens- und Behördennetzen zur Power-Potenzierung
  • Weitere Ideen & Anregungen für das Pflichtenheft gern in den Kommentaren

Wie bei Amazons Mechanical Turk könnten dann Auftraggeber HITs (Hack-O-Mat Insurgence Tasks) definieren und diese als Nutzer manuell oder auf Profilbasis halb- bis vollautomatisch auswählen und ausführen lassen — und das Ganze wie bei Seti aus Idealismus oder gern auch gegen Zahlung (bzw. bei Parteien und gemeinnützigen Organisationen gegen Spendenquittung).

Wie bei anderen Aktionen dieser Gattung lassen wir sicherheitshalber Moral & Ethik aus dem Spiel. Ein bißchen Digitaldarwinismus hat ja noch nie geschadet (nicht vergessen: Es geht schließlich immer noch um die gute Sache und da soll gern das Recht des StärkerenDummdreisteren gelten) und eventuelle Kollateralschäden für Unbeteiligte sind eben nur das: Kollateralschäden.

Weiter so, digitale und gesellschaftliche Avantgarde!

Sarcasm off und ein herzliches SCNR — denn das mußte mal gesagt werden. (und jetzt möge der Shitstorm gegen mich bzw. die DOS-Attacke gegen meinen Server losgehen — mit dem Rosa-Luxemburg-Spruch „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ und seinen Implikationen auf konkretes Handeln (oder dem kategorischen Imperativ) haben ja leider erstaunlich viele ihre praktischen Probleme…)

Dieser Text ist mir etwas wert:
(Seite 1 von 1, insgesamt 1 Einträge)