Sobooks, kurz angetestet

Sonntag, 12. Oktober 2014

Sobooks [sollte gerade schön eine Wikipedia-Definition hier präsentieren, stelle aber fest, daß es dazu noch gar keinen Eintrag dort gibt], die auf der Frankfurter Buchmesse gestartete Social-Book-Lese-Kommentierplattform von Sascha Lobo und Christoph Kappes ist von der Grundidee genau das (oder jedenfalls so ziemlich), was ich mir wünsche. Nofrillsmäßige Ebook-Basis mit sozialen Kommentier-/Diskutierfunkionen, unabhängig von konkreter Reader-Hardware oder fieser DRM-Kacke (ich bitte, den Vulgarismus zu verzeihen).

Schade aber, daß nach langer Beta-Phase von einem Jahr doch noch sehr viele Bugs und vor allem Usability-Probleme vorhanden sind, die es offengestanden nicht ganz leicht machen, damit so richtig warm zu werden. Über folgende Dinge bin ich gestolpert (vielleicht waren das Ausnahmefälle oder möglicherweise sind davon Sachen schon gefixt oder gerade in Behebung, dennoch liste ich sie hier einmal auf):

  • "gelegentliche"Zeichenencodierungsprobleme
  • Keine klickbaren Links in Kommentaren
  • Damit auch keine Verlinkung auf andere Seiten (eigentlich müßte man Markierungen als Linkziel angeben/auswählen können)
  • (zumindest) auf Chrome@iPad kann man nicht mal den Text aus den Kommentaren kopieren, um nicht klickbare Links aufzurufen oder etwas zu recherchieren
  • Fußnotenhandling? Man klickt z.B. im Buch von Michael Seemann auf Fußnote 13 auf Seite 30, die URL ändert sich zu https://sobooks.de/book/das-neue-spiel/30#so_footnotes.html_footnote_3-13 aber sonst passiert nichts :-( — GERADE bei Fußnoten könnte ja eigentlich der Vorteil zum gedruckten Buch Gold wert sein)
  • Sehr ph-ant-asi-evoll-e Silbentrennung
  • Der Seitenindikator unten verschwindet regelmäßig auf unerklärliche Weise; Reload der Seite hilft
  • Apropos Reload: Nach Reload einer Seite sind Kommentare ausgeblendet, egal was deren voriger Status war

Am meisten hadere ich damit, daß das „Markieren“ (das wohl zum Merken von Passagen dienen soll?) unintuitiv ist: Warum muß es unbedingt die rechte Maustaste sein? Und warum wird der aktuelle Satz markiert (was ist, wenn ich nur ein, zwei Wörter, einen Halbsatz oder aber mehrere Sätze markieren möchte?)? Vor allem gelingt es mir kaum, unfallfrei Sachen auszuwählen; meist löse ich die Umblätter-Funktion aus; manchmal blieb diese stecken, so daß ich zwei halbe Seiten sah (das mag auf einem Touch-Only-Gerät besser funktionieren, aber ich hoffte eigentlich, daß man auch/gerade am Desktop-Browser effizient damit arbeiten können sollte).

Warum kann man dann nicht wie gewohnt mit linker Maustaste von Anfang bis Ende markieren und z.B. mit Doppelklick ganzen Satz, mit Dreifachklick ganzen Absatz?

Zumal durch Deaktivierung des Browser-Kontext-Menüs (das normalerweise auf die rechte Maustaste reagiert) auch keine Funktionen (Copy, Search etc.) auf ausgewähltem Text ausgeführt werden können.

Auch einiges anderes erschließt sich nicht von selbst (ein z.B. auch wie üblich mit ?-Taste aufzurufendes Hilfs-Overlay wäre praktisch).

Und überhaupt: Wo finde ich eine Liste meiner Markierungen und Kommentare, wie kann ich diese editieren/löschen?

(Wo) werde ich wie über neue Kommentare benachrichtigt? Gibt es dafür RSS-Feeds (auch für neue Bücher?)?

Schön wäre es, wenn ich entscheiden könnte, ob ich ungestört lesen oder im Text Kommentarmarkierungen sehen möchte (derzeit muß man einen Kommentar auswählen, um zu sehen, auf welche Textstelle er sich bezieht). Man könnte solche als Balken am Rand oder dezentes Highlight anbieten. Unabhängig davon wäre es natürlich praktisch, wenn die Kommentare an der jeweiligen Zeile „kleben“, also auf derselben Höhe.

Zum Thema Kommentare: Eine Filtermöglichkeit der Kommentarsichtbarkeit (0. Grad=nur eigene, 1. Grad=nur Freunde, 2. Grad=Freunde von Freunden, ∞ = alle) könnte gut sein, mindestens aber entsprechende Visualisierung.

Auch die Breite der Leseansicht würde ich gern selbst konfigurieren (insb. da diese bei eingeblendeten Kommentaren sehr schmal ist).

Ein grundsätzliches Problem bleibt — insb. für mich als jemand, der zugegebenermaßen mehr passiv liest und nicht viele Kommentare abzugeben hat: Ich habe elementare Hemmungen, mich auf eine Digital-Only Medienstrategie einzustellen. Das hat etwas mit der Verfügbarkeit und Kontrolle zu tun. Ich möchte nicht von Netzzugang, Lizenzen abhängig sein oder nach Insolvenz eines Anbieters mit leeren Händen dastehen. Lieber habe ich Bücher, Filme und Musik in der eigenen Kontrollsphäre, also im Haus (ob physisch oder elektronisch). Und da ich ungern Totholzbuch UND Elektronenausgabe zum jeweils vollen Preis — also gewissermaßen doppelt — kaufen kann und will, fehlen mir insg. am Buchmarkt sinnvolle Bundling- bzw. E-Upgrade-Angebote (bei O’Reilly kann man beispielsweise eingeben, welche Bücher man besitzt und bekommt sehr faire Upgrade-Konditionen für die Ebooks (die dann auch noch automatisch in die Dropbox wandern, wenn man das möchte).

Auch der Aspekt Data Liberation ist mir wichtig: Kann ich Markierungen (also markierter Text und Seitenzahl) und Kommentare simpel in bulk exportieren/sichern?

Ich werde Sobooks schon aus grundlegendem Wohlwollen solchen Ideen und den Initiatoren gegenüber ;-) gern weiter nutzen in der Hoffnung auf Optimierungen. Viel Erfolg, Sobooks!

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Gesucht: Praktikable Vorsätze für 2014

Montag, 30. Dezember 2013

Eigentlich müßte ich wohl vieles an meinem Leben ändern (und damit meine ich nicht sowas wie „mehr [bzw. überhaupt mal wieder einigermaßen regelmäßig] bloggen“). Aber konkret fällt mir nichts ein. Jedenfalls nichts, das ich für wirklich nachhaltig machbar bzw. vom Aufwand-Ertrags-Verhältnis für sinnvoll halte.

Dies ist daher RFC 01/01/2014 — wer Ideen hat, was ich mir sinnvollweise an für mich auch realistisch umsetzbaren Dingen als Vorsätze für 2014 vornehmen soll, der hinterlasse bitte entsprechende Vorschläge mit konkreter Handlungsempfehlung. Danke.

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Geh’ sterben, Medienmafia!

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Heute sind Medientage in München.

KabelDeutschland gibt eben bekannt, daß man ab Morgen (tolle Vorwarnfrist übrigens) den Sender RTL-HD nicht mehr aufzeichnen oder timeshiften kann.

Amazon fernlöscht Ebooks.

Ohnehin weiß man nie, wann/ob/weswegen man seine Lizenz/Zugriffsmöglichkeit auf proprietäre oder gar mit DRM versehene Inhalte wie Ebooks, Filme und Musik verliert (Insolvenz oder andere Service-Beendigung, Kurswechsel des Anbieters, rechtliche Probleme, technisches Versagen).

Bei DVDs und BluRays muß man minutenlange Warn-/Sicherheits-/Rechts-/Werbeeinblendungen über sich ergehen lassen.

Und die Dinger bekommt man auch überhaupt erst mit künstlicher Zeitverzögerung und mit regionalen Einschränkungen (Abspielbarkeit, Sprachen/Untertitel) zu sehen.

Zeitungsverlage wollen Geld dafür, daß man sie zitiert, anpreist und verlinkt.

Die GEMA dreht auch frei.

Und es gibt in Deutschland kein Hulu, kein Netflix; nicht mal Apple hat es geschafft, daß wir über AppleTV Serien leihen können (von den Preisen für Leih- oder Kaufvideos (oder aber auch Ebooks) in Verhältnis zum physischen Produkt ganz abgesehen).

Ganz ehrlich mal, liebe Medienunternehmen, geht’s noch? Merkt ihr was? Ihr habt wohl die Einschläge nicht mitbekommen!

Wie will eine Branche, die sich der Knebelung, Abzocke und Verarsche von ehrlichen Nutzern (die sich letztlich aufgrund der Machtasymmetrie nicht wehren können und hilflos mit der Faust in der Tasche zerknirscht alles erdulden und ertragen) verschrieben hat, treue und zufriedene Kunden generieren? Merkt die Branche nicht, daß man so selbst besonders rechtstreu sein wollende Nutzer geradezu in die Illegalität treibt? Merkt da niemand, daß Kunden, die zutiefst genervt, unzufrieden und frustriert über diese Behandlung sind und sich teils fast erpreßt fühlen, jede Gelegenheit nutzen werden, um Unternehmen mit solch kurzsichtigen Geschäftspraktiken den Rücken zu kehren?

Ich habe bisher aus moralischen Erwägungen immer versucht, den geradlinigen, rechtstreuen Weg zu gehen. Aber ich habe keine Lust mehr, mich ständig über alle Maßen bevormunden und für dumm verkaufen zu lassen.

Geh’ sterben, Medienmafia!


PS: Wenn ihr weitere gute Beispiele für unschöne Beeinträchtigungen, Knebelungen usw. habt, hinterlaßt sie gern (am besten mit Link (ja, ich weiß, ich habe oben auch nichts verlinkt, aber das lag daran, daß ich den Text schnell runterschreiben mußte)) in den Kommentaren. Danke!

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Man könnte ja mal wieder bloggen…

Montag, 3. September 2012

Das denke ich ständig. Genaugenommen sogar denke ich: Man müßte über bestimmte Themen bloggen!

Aber dann kommt die normative Kraft des Faktischen. Solide Recherche kostet Zeit, chronischer Writer’s-Block bremst die Formulierungsfähigkeiten; man fragt sich, warum und für wen oder was bzw. mit welcher Wirkung(slosigkeit) man das denn tatsächlich machen würde (ob man also überhaupt Feedback bekommt oder mit Pech so viel, daß man dessen nicht Herr wird (die GeisterKommentatoren, die man rief)) und kommt zu dem Abwägungsergebnis, daß Aufwand und Ertrag in keinem zu rechtfertigenden Verhältnis stehen.

Am Ende dümpeln in der Blog-Admin verwaiste und nach kurzer Zeit veraltete rudimentäre Stichwort-Cluster, Link-Dumps und Textrümpfe. Dabei wäre ich liebend gern eher Kreator statt nur Konsument meiner Blogroll oder bestenfalls Kurator der „eigenen“ Social-Media-Kanäle.

Bei mir ist wohl einfach die Luft raus…

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Whatever

Samstag, 10. Dezember 2011

Das mußte mal gesagt werden…

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Disclaimer: Nein, ich bin kein eitler, selbstverliebter Narziß — ich war nur so verblüfft von den folgenden Zahlen, daß ich mich dazu entschlossen habe, kurz dazu zu bloggen…

Am gestrigen Tag hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, schon wieder ein Jahr zu altern. Das Schlimme daran ist ja, daß nicht nur subjektiv die Frequenz der Geburtstage steigt bzw. die Zeit immer schneller vergeht, sondern man sich (bzw. jedenfalls ich mich) erschwerend dazu noch überproportional und beschleunigend älter fühle. Whatever :-)

Nun aber erstmal ein Dank, so viel Zeit muß sein:

Nach einem schönen Tag sage ich: WOW! Ich bin ganz gerührt über die vielen, vielen lieben Glückwünsche. Nochmal einen herzlichen Dank an alle, die an mich gedacht haben!

Worauf ich aber eigentlich nach all den Worten hinaus will, ist das: Schon kurz nach 0 Uhr stellte ich fest, daß sich auf meiner Facebook-Pinnwand schon recht viele Glückwünsche sammelten, während sich dies bei Twitter in engen Grenzen hielt. Nun könnte man ja zu der These gelangen, daß sich zum einen die Kontaktstrukturen zwischen Twitter und Facebook unterscheiden (unidirektionale Follower vs. bidirektionale Friends mit entsprechender Neigung zu weak ties bei Twitter und strong ties bei Facebook) und zum anderen bei Facebook deutlich angezeigt wird (sofern vom Geburtstagskind freigeschaltet), welche seiner Freunde gerade Geburtstag haben.

Allerdings ist meine subjektive Erfahrung aus den vorhergehenden Jahren eine vollkommen andere gewesen. Da war zwar Facebook durchaus auch nicht schwach im Feedback, aber bei Twitter ging die Post ab. Schade, daß ich das heute mangels sauberer Datenerfassung nicht belastbar empirisch nachweisen kann. Seid also einfach so nett und vertraut mir (ich weiß: Ich verlange viel!).

Der für mich überraschende Punkt ist: Das Interaktionsverhalten hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr dermaßen geändert, daß über Facebook fast drei Mal so viele Glückwünsche eingegangen sind wie über alle anderen Wege zusammen!

Über Twitter und Email sind nicht einmal jeweils 10% davon eingegangen, der Rest zusammen macht keine 15% aus. Interessant auch, daß die Quote (sofern aufgrund quantifizierbarer Kontaktzahl ermittelbar) innerhalb der einzelnen Services nirgends auch nur ansatzweise an die von Facebook reicht. Von den ca. 700 Kontakten haben sich fast 27% gemeldet.

Schaut euch die Zahlen einfach mal an (am liebsten hätte ich das natürlich in einem mehrere Jahre umfassenden Motion Chart dargestellt, allein mir fehlen wie gesagt hinreichend präzise Daten):

Ich kann nur sagen: WOW!

Das scheint das Gefühl zu bestätigen, daß das soziale Leben jedenfalls meines Umfeldes sich sehr stark zu Facebook verlagert hat. StudiVZ und Xing finden faktisch in dieser Hinsicht nicht mehr statt. Und auch Twitter wird — ich hielt das letztens schon in einem Tweet fest — immer mehr zum Schalltoten Raum mit vergleichsweise wenig Resonanz:

Für mich ist Twitter zunehmend schalltoter Raum statt Echo-Chamber…sukzessive Twitteratiwanderung gen Facebook… :-(

Und das finde ich eigentlich recht schade. Denn auch wenn Facebook das bessere User Interface hat, so ist die Plattform zum einen technisch nicht so offen wie Twitter und zum anderen bedingt das bidirektionale Freundschaftsprinzip latent ein Kochen im eigenen Saft. Es fehlt erheblich an Serendipität, an der Möglichkeit, spontan neue Gedanken durch neue Leute kennenzulernen und denen einfach mal unverbindlich draufloszufolgen. Mein nicht komplett scherzhaft gemeinter Aufruf daher:

Facebook Users of All Countries, Unite! Save Serendipity — turn to http://twitter.com

Wie sind eure Erfahrungen?


Ergänzung (02.04.2011):

Soeben hat @Johan ein ebenfalls statistisches (man muß wohl sagen Pseudo-)Geburtstagsexperiment beendet und darüber eine garstige Geburtstagsgeschichte geblogt. Schöner Neologismus im Zusammenhang mit seiner Auswertung ist der Gratulationskoeffizient :-)

Insofern bin ich (siehe dazu auch meinen Kommentar weiter unten sehr beruhigt, nicht der einzige zu sein, der neugierig mit solchen Daten herumexperimentiert…

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Letztens, da ist es wieder passiert. Nix Böses ahnend bedudelt mich ein Radio. Doch dann. Das Grauen. Pur. Und ungefiltert. Der ganz offenkundig höchstkompetente Moderator des Hamburger Lokalsenders Alster Radio 106!8 sabbelt mir einem Anrufer und der sagt „Moin“. Was macht besagter Moderator? Er meint, daß es ja noch nicht ganz Mittag sei und man deshalb ja noch „Moin“ sagen könne. Arg. Oder wie wir bei Twitter sagen: #epic #fail

Daß vielleicht die eingefleischten Bajuwaren unter uns hie und da Interpretations- und Übersetzungsprobleme mit norddeutschem Vokabular haben, dafür habe ich vollstes Verständnis. Geht mir andersrum ja nicht wesentlich besser. Aber wenn Leute, die — so darf man doch wohl annehmen — im norddeutschen Sprachraum sozialisiert oder eben mit sprachlich nicht vollkommen irrelevanter Multiplikatorrolle beruflich tätig sind und dann so eklantante Fehler machen, dann bin ich sprachlos. Und auch ein bißchen entsetzt. So von wegen Bildungsnotstand, Untergang des Abendlands, allgemeiner Kulturpessimismus und so. Ihr wißt schon… :-)

Moin

Aaaalso, mal gaaaanz langsam zum Mitschreiben: Das Wort „Moin“ ist eine hochentwickelte und sehr aussagekräftige Begrüßungsformel, die zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet werden kann. Ich wiederhole: Zu absolut jeder Tages- und Nachtzeit. Denn die etymologische Herkunft des Wortes ist nicht „Morgen“, sondern es stammt von „moi“=„gut“ ab und heißt daher so viel wie „einen Guten“ [Morgen|Mittag|Tag|Abend].

Moin ist eben ganz simpel. Kurz. Effizient. Norddeutsch halt. Wie das Land. Wie Plop ;-)

Moin-Moin und Moinsen

Als Erweiterung zu Moin gibt es dann noch das Moin-Moin. Aber Vorsicht: Wer Moin-Moin sagt, gilt gemeinhin als ein wenig zu redselig, mitteilungsbedürftig oder gar aufdringlich. Er fällt dann in die Kategorie Quasselkmors (höflich übersetzt: Laberbacke). Moin-Moin wird daher eigentlich nur verwendet, wenn man ein Gespräch anbahnen oder gar aufdrängen möchte. Eine Sache, die man mit dem Norddeutschen an sich nur sehr diplomatisch angehen sollte.

Außerdem gibt es dann noch Moinsen. Moinsen wird meist verwandt, um eine Gruppe von Leuten anzusprechen oder das Moin zu betonen, ohne eben ein ewig langes Moin-Moin in epischer Breite aufwendig zu formulieren.

Norddeutsches Dehnungs-C

Im Zusammenhang mit den großen Mißverständnissen Norddeutschlands möchte ich bei dieser Gelegenheit eine weitere hochwichtige Problematik nicht unerwähnt lassen, weil zu befürchten ist, daß sie langsam zu verschüttetem Wissen wird: Das norddeutsche Dehnungs-C (im ck). Ähnlich wie das Dehnungs-E, welches in Soest, Coesfeld, Bad Oldesloe etc. Verwendung findet, dehnt ein norddeutsches Dehnungs-C vor einem k den vorangehenden Vokal. Das klassische Beispiel ist Mecklenburg [ˈmeːklənˌbuɐç]. Auch wenn man landläufig MeckPom wie einen McDonalds-Burger ausspricht: Das erste e in Mecklenburg gehört lang. Wie auch in Bleckede oder Lübeck. Kein Witz. Oder ursprünglich auch Barmbeck, welches (wie viele andere Ortsnamen) extra deswegen in Barmbek umbenannt wurde. So hat auch Thomas Mann zwecks Verständnis den Namen Buddenbrock sicherheitshalber in Buddenbrook geändert, um alle Fehlaussprachen auszuschließen.

Zur weiteren Lektüre hinsichtlich dieser Thematiken empfehle ich:

Außerdem interessant für den norddeutschen Sprachraum insb. mit Blick auf das Plattdeutsche:

Eine kleine Bitte habe ich noch: Wenn ihr — insb. in Radio oder Fernsehen — ein fehlausgesprochenes Dehnungs-C oder ein fehlinterpretiertes Moin etc. hört: Bitte schickt den Verantwortlichen eine Mail, twittert das usw.; nicht, um oberlehrerhaft Schlaubischlumpf zu spielen, sondern um die Schön- und Eigenheiten des Norddeutschen zu erhalten! Danke!

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Tröten-Trauma

Freitag, 11. Juni 2010

Hauerha. Ich war ja vorgewarnt hinsichtlich des zu erwartenden Lautstärke-Levels dieser sagenumwobenen Vuvuzelas. Aber das war Theorie. Nach dem Eröffnungsspiel der WM 2010 ist es also praktische Erfahrung. Meine Ohren glühen. Unglaublich, wie wirklich das gesamte Spiel über ein einziges lautes intensives Tuten das Gefühl vermittelte, mitten in einem Bienenschwarm zu sitzen. Eine neue Interpretation des Hummelfluges von Rimski-Korsakow sozusagen. Unglaublich.

Genaugenommen war die Geräuschkulisse ja fast konstant — ein Rückschluß von Akustik auf Spielgeschehen fast unmöglich. Und ich will ja auch gar nicht nörgeln oder gar als intolerant rüberkommen. Aber wenn das jetzt bei jedem Spiel so geht…ohoh…ich fühle mich nach einem schon gebrainwashed, habe das Dröhnen latent-tinnitusmäßig immer noch im Ohr. Eins steht fest: Für das nächste Spiel lege ich mir Ohrenschoner und/oder Kühlwasser für die Ohren zurecht. Und werde auch mal schauen, ob ich eine technische Lösung für das Problem finde, sozusagen ein Active-Noise-Cancelling-Plugin für mein EyeTV/Fernsehgerät.

Fehlt nur noch, daß die Fußball-Berufsgenossenschaft unserer Mannschaft den Auftritt wegen zu befürchtender Hörschäden untersagt. Vielleicht muß unsere Truppe ja auch einfach nur mit Mickey-Mäusen auf den Ohren auftreten…(so oder so wird Verbraucherschutzministerin Ilse Iigner sich berufen fühlen, hier zu handeln)…na denn! 

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Es ist ein Phänomen. Jedes Mal. Wirklich JEDES Mal werde ich heimgesucht. Nach gefühlt-statistisch jedem Waschgang kommt eine ungerade Zahl von Socken heraus, nachdem (definitiv!) eine gerade Zahl hineingewandert ist. Geht es nur mir so?

Offenbar nicht. Denn eine intensive, wissenschaftlich-fundierte spontane Recherche auf Twitter fördert geradezu Unmengen an Leidgenossen zutage, wie z. B. @_Phoenicia mit gefühlten 43 Socken (also knapp vorbei an der Antwort zur Frage-ihrwißtschon), @Steinhoefel1, der es nicht nur reklamiert sondern auch mit einem Beweisfoto belegt oder @dknake, der in seiner Verzweiflung die Innovation Google-Socks fordert. Einige Zeitgenossen wie @ChuckNorrisYeah halten Chuck Norris für den Übeltäter. Ich für meinen Teil würde mich nicht trauen, ihm das zu unterstellen :-)

Was also passiert mit den Socken?

Ich habe mir den Kopf zerbrochen. Monatelang. Immer wieder. Gegrübelt. Gegoogelt. Und währenddessen immer auf’s Neue leise und manchmal auch lauter geflucht, wenn beim Sockenzusammenlegen auf beängstigende Weise ein Exemplar, die berüchtigte Solitär-Socke, übrig blieb.

Relativ sicher meine ich ausschließen zu können, daß die Socken durch das Abwasserrohr die Waschmaschine verlassen. Denn da dürften doch Flusenfilter usw. im Weg sein. Auch glaube ich eigentlich nicht, daß der Schleudergang zur Dematerialisierung durch brutalstmögliche Zermürbung des Stoffes ausreicht.

Was also ist die Ursache?

Ich möchte nicht mehr im Nebel stochern, daher bitte ich um eure Hilfe und crowdsource daher diese Frage: Kennt ihr das Problem auch und was sind eurer Ansicht nach mögliche Ursachen (mit Eintrittswahrscheinlichkeiten) für das Solitär-Socken-Syndrom?

Für hilf- und aufschlußreiche Kommentare wäre ich überaus dankbar! 

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Me culpa, Schande über mein glücklicherweise (noch) nicht kahles Haupt: Aller guten Vorsätze zum Trotz will es mir leider chronisch nicht gelingen, dieses Blogprojekt mit regelmäßigen Beiträgen zu beglücken. Das ist absolut unverantwortlich und vollkommen inakzeptabel.

Dabei mangelt es nicht an Inspiration (1.845 RSS-Subskriptionen sorgen für solide Serendipität) und auch nicht an vielen guten Ideen (welche ich mir mit unterschiedlicher Intensität an Stichworten und Hintergrundinformationen in meinem persönlichen Wiki notiere), sondern schlicht und ergreifend an Zeit. Denn ein hochintellektuelles Werk wie ein Blogbeitrag erfordert für seine Erschaffung absolute kontemplative Ruhe. Naja, ganz so hochtrabend ist es zwar nicht — aber es lauern auf und um meinen Bildschirm zu viele interruptive Elemente. Vielleicht sollte ich mich in einen Zen-Blogging-Modus begeben oder meinen Ommwriter als Blogging-Frontend verwenden…

Vielleicht liegt es unterbewußt auch daran, daß mich Technik und vor allem Optik meines Blogges dermaßen stören, daß ich dadurch Writers-Block bekomme. Schon vor längerem habe ich im Hintergrund die Arbeit an einem neuen Aussehen (minimalistischer, typographisch korrekter, ergnomischer, besser lesbar) begonnen — aber wie das mit Nebenbei-Freizeit-Projekten so ist, hat diese leider eine zu niedrige Priorität, um kurzfristig vollendet zu werden. Daher bitte ich um Nachsicht, wie das hier alles aussieht.  

Wie dem auch sei: Ich gelobe Besserung. Wirklich. Versprochen. Es wird nicht leicht. Und es wird sicher Rückschläge in Form längerer Blogpausen geben. Aber der Wille ist da. Und wo ein Wille, ist auch ein Gebüsch Weg.

Wer an meinen hochgeistigen Ergüssen interessiert ist, dem sei aber natürlich mein opulent praktiziertes µblogging empfohlen, primär bei Twitter, aber auch via Facebook und Friendfeed.

Bis bald in diesem Blog! 

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