Zu kurz gesprungen, Eric Schmidt

Montag, 16. August 2010

In Google and the Search for the Future im WSJ gibt es lesenswerte Einlassungen von Google-CEO Eric Schmidt zur Zukunft des Internets:

“Mr. Schmidt is surely right, though, that the questions go far beyond Google. “I don’t believe society understands what happens when everything is available, knowable and recorded by everyone all the time,” he says. He predicts, apparently seriously, that every young person one day will be entitled automatically to change his or her name on reaching adulthood in order to disown youthful hijinks stored on their friends’ social media sites.”

In der Tat dürfte fraglich sein, ob allen klar ist, was das Elefantengedächtnis des Netzes für uns in der Zukunft bedeuten wird. Denn Jahr für Jahr werden Menge und Aussagekraft der über uns verfügbaren Information genauso steigen wie die automatischen Aggregations- und Auswertungsmöglichkeiten dieser Daten — insbesondere unter dem Gesichtspunkt der sich selbst beschleunigenden technologischen Entwicklung (zum Themenkomplex Exponentialität und Technologische Singularität werde ich beizeiten auch mal ausführlicher schreiben).

Die obigen Aussagen von Eric Schmidt sind in der interessierten Öffentlichkeit als recht wagemutig aufgenommen worden, bemerkenswerterweise allerdings nur aufgrund ihrer — sagen wir mal — Unkonventionalität. Dabei beunruhigt mich weniger der Vorschlag an sich, als die Tatsache, daß offenbar auch der Google-Chef höchstselbst nur sehr unklare Vorstellungen über diese Zukunft hat. Ganz inbesondere läßt er (bewußt?) außer acht, daß eines der zentralen Privatsphären-Probleme der Zukunft eben nicht die plumpe namensbasierte Archivsuche sein wird. Diese ließe sich in der Tat vermutlich durch (ggf. mehrfache) Namens-/Identitästwechsel einigermaßen in den Griff kriegen, auch wenn dafür bisher kein gesellschaftlich-kulturelles Fundament besteht.

Die wichtigere und schwierigere Frage aber stellt und beantwortet Schmidt nicht: Was passiert mit den aus archiviertem und auswertbaren Aufmerksamkeits- und Geolokalisierungsdaten, Bild-/Ton- und Video-Material von Personen (siehe hierzu Gesichtserkennung: Normen vs. normative Kraft des Faktischen)?

Denn Nutzungs- und Bewegungsprofile lassen sich ebenso wenig mal eben austauschen wie vor allem unser Aussehen und unsere Stimme. Ich kann mir kaum vorstellen (aber vielleicht reicht da schlicht meine Imaginationskraft nicht), daß wir später alle paar Jahre rein prophylaktisch nicht nur unseren Namen ändern, sondern auch noch plastische Chirurgie an uns vornehmen lassen.

Es gilt also die Frage zum Umgang mit biometrischen und anderen (un-)mittelbar persönlichen/personenbezogenen Daten noch wesentlicher unter diesen Gesichtspunkten zu diskutieren. Vor allem erwarte ich von großen Datenaggregatoren aber natürlich auch von Datenschützern und Politik, daß sie sich mit diesen Fragen beschäftigen — und zwar in einem transparenten Verfahren. Bisher hat leider insbesondere die deutsche Diskussion zu StreetView & Co gezeigt, daß man Entwicklungen nicht bemerkt, bevor alles schon passiert ist. Daraus müssen wir dringend lernen!


Nachtrag: netzpolitik.org hat das Thema auch aufgegriffen und verweist auch auf Danah Boyds Ausführungen über den Aspekt des Reputationsverlusts.


Es dauert ganz schön lange, bis die deutschen News sowas aufgreifen:

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Es tut mir außerordentlich leid: Ich kann es nicht lassen, über das Thema Google Street View und die von Desinformation, Hysterie und Deutscher Angst geprägte Debatte zu bloggen. Diesmal aber mit potentiell konkretem pekuniären Mehrwert für alle First-Mover, nämlich einer ausbaufähigen Geschäftsidee, deren Grundzüge ich hier skizzieren möchte. Denn: „Nichts ist so schlecht, daß es nicht auch eine gute Seite hat“!

Meine Idee ist simpel, aber IMHO <eigenlob intensität=“heftigst”>mindestens grenzgenial</eigenlob>. Kurz gesagt ist die These, daß die Kohorte der StreetView-Gegner eine hochinteressante Zielgruppe ist. Und zwar nicht nur für gezielte gecrowdsourcete „Nachrüstung“ der StreetView-Bilder der von Google auf Basis eingereichter Widersprüche verpixelter/gelöschter Häuser, sondern weit darüber hinaus.

Ich gehe davon aus, daß Google seine Maps-API in Kürze um eine Funktion streetview.isvisible(address) erweitern wird (ich bitte, dies als Feature-Request zu verstehen), die für jede Adresse zurückliefert, ob das Haus dort erlaubterweise sichtbar ist oder nicht (sollte Google das Potential dieser Abfragemöglichkeit nicht sehen, dürfte diese mittels Bildanalyse iVm reversem Geocoding von der Community umgesetzt werden können, davon gehe ich mal aus).

[Einschub: Ich stelle gerade fest, daß man wohl über das Property GStreetviewData.code feststellen kann, ob für einen Position Daten verfügbar sind, habe das aber noch nicht intensiver angeschaut.]

Dann kann man gezielt alle Straßenzüge eines Zielgebietes darauf abprüfen und durch Kopplung diverser verfügbarer Adreßdatenbanken/Telefonbüchern eine Datenbank der SpießerStreetView-Verweigerer erstellen, um diese einzeln anschreiben/anmailen zu können. Hilfsweise könnte man an die Bewohner der Häuser eben nicht-individualisierte Quasi-Hauswurfsendungen schicken.

Ich gehe fest davon aus, daß eine ganze Reihe weitsichtiger Unternehmen hier sofort normes Potential entdecken. Denn diese Target-Group dürfte aufgrund spezieller Charakteristika hochinteressant sein. So darf man annehmen, daß die Zielgruppe besonders auf Sicherheit, Recht und Ordnung erpicht ist. Was für eine Chance für Rechtsschutzversicherungen! Und die Zielgruppe schaut möglicherweise zu einem Großteil den ganzen Tag aus dem Fenster, um Falschparker anzuzeigen — hier kann man also hervorragend Kameras zur Beweissicherung vermarkten. Ganz abgesehen natürlich von dem hohen Bedarf an Alarmanlagen, der hier generiert werden könnte (insb. wenn man zeitgleich die Daten gewissermaßen als Add-On zu http://pleaserobme.com verfügbar macht. Auch Schneider könnten davon profitieren. Warum? Weil Pro-StreetView-Papst denjenigen, die ihr Haus nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen nicht zu Unrecht rät, dann doch einfach eine Burka drüberzuwerfen (übrigens eine wertvolle facettenreiche großartige Analogie). Usw. usf. — ihr seht, man muß es nur weiterdenken!

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Link-Dump zu Google Street View

Donnerstag, 12. August 2010

Aus meiner Sicht ist der Umgang mit Google Street View ein Lackmustest für die Zukunftsfähigkeit und ein pointiertes pars-pro-toto für die Qualität (?) des öffentlichen Diskurses. Weitere eigene Ausführungen erspare ich mir hier an dieser Stelle. Wer mag, kann gern meine Blog-Beiräge dazu nachlesen:

Anbei habe ich mal einen kleinen Link-Dump zur Debattenlage angefangen, den ich vermutlich die nächsten Tage noch etwas erweitern werden. Was mich bei vielen unten aufgeführten Contra-Beiträgen erschrickt, ist die Melange aus Uninformiertheit, non-disclosed Eigeninteressen (Rache der Verlage für Google News? Daseinsberechtigungsrechtfertigungsversuche von Datenschutzbehörden, politischer Populismus) bis hin zu Antikapitalismus und das Klima der diffusen Angst, welches durch teils fast schon demagogische Verkürzungen, Falschdarstellungen und Insinuierungen erzeugt wird. Leider verstärkt sich der negative Effekt auf die breite Bevölkerung noch durch einigermaßen suboptimale Öffentlichkeitsarbeit seitens Google („hörenswert“ sowohl in diesem Zusammenhang wie auch hinsichtlich der krassen Fehlinformationen in der Bevölkerung der der WDR5-Beitrag mit Google-Pressesprecherin Lena Wagner). Insgesamt ist die Diskussion ein lebendiges Beispiel warum dieses Land immer mehr den Anschluß an die Zukunft verliert.

Viel Spaß bei der Lektüre. Wenn ihr ergänzende Fundstücke habt: Immer her an mich! Danke!

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Wave gestrandet — wird Google kurzatmig?

Donnerstag, 5. August 2010

Als ich eben in meinen Feeds die Meldung Google Halts Wave Development, Shutting It Down By End of Year las, konnte ich zunächst nicht glauben, daß Google sein revolutionäres Produkt Wave einstellt. Hier die offizielle Meldung: Update on Google Wave.

Google Wave war ein ambitioniertes Experiment: Es war gedacht als Kommunikationsplattform der nächsten Generation, sollte Mail, Chat/Messenger, Foren und Wiki gewissermaßen kombinieren. Ich hatte lange auf ein solches Tool gehofft, muß aber zugeben, daß ich Wave nicht so häufig und intensiv genutzt habe, wie ich vorher gedacht hätte. Zum einen dauerte es sehr lange, bis nennenswerte Nutzerzahlen für den Test freigeschaltet wurden. In der ersten Phase von Wave, wo ich die Developer-Sandbox genutzt hatte, kannte ich nur mich und meinen Testaccount; danach wurde es langsam mehr, aber eine kritische Masse wurde nicht erreicht. Insofern ein Henne-Ei-Problem: Solange nicht genug Leute das Teil nutzen, nutzt man es selbst auch nicht.

Insofern rächt sich auch die Inkonsequenz von Google, Wave nicht direkt mit den korrespondierenden Diensten wie Mail, Chat und Groups enger zu verzahnen, gewissermaßen deren Nutzer vorsichtig zu Wave überzuleiten. Das wäre auch ein Signal gewesen, daß Wave wirklich als langfristiges Produkt ausgelegt ist. Denn warum sollte ich meine Kommunikation in einen Dienst verlagern, von dem ich nicht wissen kann, ob er in einigen Monaten noch existiert und bei dem ich keine brauchbare Möglichkeit habe, meine dort erzeugten Daten zu sichern (eine Skepsis, die nun auch noch bestötigt wird).

Insofern bin ich recht enttäuscht und auch überrascht, daß Google hier keinen langen Atem beweist. Gerade angesichts obiger Aspekte (hinzu kommen Kinderkrankheiten, suboptimales Frontend und fehlendes Rechtemanagement) und unter Berücksichtigung der revolutionären Ansätze hat Google hier meines Erachtens (jedenfalls nach meinem jetzigen Kenntnisstand) einen enormen Fehler begangen, das Projekt in dieser Form einzustampfen.

Ich hoffe sehr, daß diese Kurzatmigkeit sich bei Google nicht verschlimmert. Schon bei Buzz mußte man recht erratisches Spontanmanagement zur Kenntnis nehmen. Und bei Orkut, FriendConnect und Latitude hat Google auch nicht unbedingt eine überzeugende Figur gemacht. Weiß die linke Hand dort nicht, was die rechte tut? Gibt es unternehmensintern dort zu wenig strategische Abstimmung? Oder kam Wave einfach nur zu früh, war die Welt darauf noch nicht vorbereitet? Vielleicht hat Google CEO Eric Schmidt ja recht, wenn er heute bei anderer Gelegenheit sagt: “People Aren’t Ready for the Technology Revolution”.

Die Frage ist: Is Google ready for the Technology Revolution?


Siehe auch:

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Vor kurzem hatte ich folgenden Blog-Eintrag geschrieben: Was fehlt: Qualitativ ausdifferenziertes Soziales Meta-Netzwerk. Dank eines Tweets von Jens Best wurde ich aufmerksam auf die Story Google Me: Mitarbeiter enthüllt erste Details, in der auch die unten angezeigte ausführliche und sehr lesenswerte Präsentation The Real Life Social Network v2 des Google-User-Experience-Researchers Paul Adams eingebettet war.

Die Präsentation ist sowohl für Profis als auch Neulinge im Bereich Sozialer Netzwerke m.E. Pflichtlektüre; sie geht auf Schwachstellen und Erfordernisse hinsichtlich einer zeitgemäßeren Online-Repräsentation von persönlichen Netzwerkstrukturen ein und deutet an, wo die Fahrt hingehen könnte — auch wenn ich nach wie vor einige Aspekte zu wenig berücksichtigt finde (angefangen bei der Erforderlichkeit einer simplen Grundeinstellung, damit beispielsweise neu hinzugefügte Kontakte nicht per Default potentiell kompromittierende (möglicherweise Jahre) alte Einträge einsehen können bis hin zu halb- oder gar vollautomatischer Metrik hinsichtlich der Intensität und des Types einer Verbindung).

Da mich das Thema jedenfalls fasziniert, habe ich mir sicherheitshalber sofort auch das im August erscheinende Buch von Paul Adams Social Circles: How Offline Relationships Influence Online Behavior and What It Means for Design and Marketing (Voices That Matter) vorbestellt… :-)

Als kleine Ergänzung empfehle ich von Philip Banse in der heutigen Breitband-Sendung „Facebook-Killer? Spekulationen um Googles Social Network“ den

drk201007171442_991aa7de.mp3 . Man darf — unabhängig von der Frage, ob/was Google in diesem Segment plant und umsetzen wird — auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein. Nach meiner Einschätzung droht Facebook mittelfristig (wenn es nicht die Kurve kriegt) am eigenen Erfolg zu scheitern, da die Wehklagen über schwierige Bedienbarkeit und intransparente Einstellungen zum Persönlichkeitsschutz zunenehmen, während gleichzeitig die Anforderungen an individuell präziserer Sichtbarkeitssteuerung von Daten angesichts stark steigender Nutzerzahlen immer komplexer und dringlicher werden und Facebook dieses Problem meines Erachtens nicht hinreichend ernst nimmt bzw. es nicht konsequent und schnell genug angeht. Schau’n mer mal…

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Soeben erfuhr ich bei der Lektüre der Stormarn-Beilage des Hamburger Abendblatts: Bargteheide-Land will wissen, wie langsam das Internet wirklich ist — Amt hat E.on Hanse beauftragt, eine Analyse zu erstellen (Paywall durch First-Click-Free via Googe-Suche umgehen).

Das Amt reagiert nun auf die Unzufriedenheit der Bürger und die vielen Anfragen nach einer besseren Internetversorgung. Die Verwaltung hat den Strom- und Erdgasversorger E.on Hanse mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Unternehmen wird prüfen, wie noch bestehende Lücken bei der Internetversorgung im gesamten Amtsgebiet geschlossen werden können.

Dazu gibt es zum einen folgenden Fragebogen, den Bürger/Unternehmen bis zum 27.08.2010 absenden können; ferner sollen die Bürgermeister Auskunft hinsichtlich gemeindespezifischer Bandbreiten-Anforderungen (beispielsweise bzgl. Gewerbegebieten) geben und es werden 30 Internet-Diensleister befragt.

Ich möchte festhalten, daß ich in der Tat mit Blick auf technische digitale Spaltung zwischen Stadt und Land grundsätzlichen Optimierungsbedarf hinsichtlichtlich der Breitbandversorgung sehe und daher alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation geeignet sind, begrüße und unterstütze.

Etwas schade finde ich, daß ausgerechnet der Fragebogen qualitativ nicht das hergibt, was er könnte und meines Erachtens müßte. Folgende Aspekte fehlen aus meiner Sicht:

  • Es fehlt die wichtige Frage, welchen Upstream-Bandbreite man hat und welchen man erwünscht/benötigt (Upstream ist zB für Webentwickler/Medienkleingewerbe kampfentscheidend, nicht Downstream).
  • Es fehlt die Frage, ob man eine feste IP braucht (ausgerechnet die teilweise ja vorhandenen schnellen Anbieter wie KabelDeutschland bieten das nicht; feste IPs sind aber für Unternehmen sehr wichtig).
  • Es wird zwar gefragt, welche Downstream-Bandbreite man hat; aber gerade bei Kabel-Kunden ist es so, daß aufgrund der technischen Rahmenbedingungen die nominelle Bandbreite und die reale teils stark voneinander abweichen (ich habe z.B. nominell 32 MBit/s Downstream und 2 MBit/s Upstream; aber der Anschluß erreicht faktisch aufgrund Bandbreitenteilung mit anderen nur ca. 8-1 down); würde ich also meine nominelle Bandbreite “>16” ankreuzen, entspräche das nicht meiner faktischen Bandbreite.

Unabhängig davon hoffe ich, daß der Bedarf nicht nur auf konkreten Fragebogenantworten basierend berechnet wird, da ich mir nicht sicher bin, ob alle Umfrageteilnehmer wirklich abschätzen können, wie sich die Bandbreitenerfordernisse in Zukunft entwickeln werden (siehe auch meine Ausführungen zu Breitband im Bericht vom JU-Deutschlandrat) bzw. wissen, was in unmittelbarer Nähe in Bargteheide bereits für Bandbreiten verfügbar sind oder werden usw.

Mich würden nun zum einen Infos von „Lesern auf dem Land“ :-) interessieren, wie vor Ort mit der Thematik umgegangen wird , zum anderen natürlich gern allgemeine Rückmeldungen zur Thematik. Ich bin gespannt.

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The Web is Agreement

Donnerstag, 15. Juli 2010

Ich habe mir überlegt, gelegentlich ein paar (gar nicht zwingend brandaktuelle) Dinge zu posten, die vielleicht in die Kategorie Inspiration/Serendipität fallen. Ein schönes Fundstück, das schon seit Jahren großformatig ausgedruckt an meiner Bürowand hängt, ist “The Web is Agreement” von Paul Downey. Wenn man es in Ruhe betrachtet, wird es zum Quell freier Assoziationsströme. Bei jedem Betrachten eröffnen sich neue Perspektiven. Schaut selbst (unbedingt auch die flickr-Version mit Tag-Map anschauen; weitere Links dazu auf thewebisagreement.com; Material ist CC):

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Gerade habe ich mir mal wieder ein paar Minuten Zeit genommen, um meine geöffneten 2read-Tabs „wegzulesen“. Darunter ein Interview in der Welt mit Annabella Weisl, ihres Zeichens “Strategic Partner Manager Google Book Search” mit der — wie ich finde recht niedlichen — Überschrift „Am Strand wird sich das Taschenbuch bewähren“.

Das Interview gibt wenig Neues her — im Prinzip wird eigentlich im Wesentlichen erklärt, was Google Books ist und welche Implikationen es für Bibliotheken und Verlage hat. Dabei wird auch auf die bekannte unterschiedliche Zugänglichmachung von gemeinfreien Werken und Büchern aus dem aktuellen Verlagsprogramm eingegangen:

Bei uns ist kein einziges Buch eines urheberrechtlich geschützten Titels ohne die ausdrückliche Genehmigung des Rechteinhabers vollständig einsehbar. Man kann allenfalls hineinschauen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Offenbar war diese ganze Thematik aber für Jacques Schuster, der das Interview führte, wohl zu neu oder unübersichtlich, so daß er sich folgende, eine bedrohliche Uninformiertheit offenbarende, Frage stellte (die Frau Weisl höflich aber intern sicher kopfschüttelnd beantwortet hat):

WELT ONLINE: Kommen wir noch einmal zum Stand der Digitalisierung. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass manche eingescannten Bücher im Grunde unleserlich sind, weil immer wieder Seiten fehlen und man oft den Inhalt des Buches gar nicht mitbekommt.

Annabella Weisl: Wenn Seiten fehlen, dann werden Sie wahrscheinlich in Büchern aus dem Verlagsprogramm geblättert haben. Wir wollen Ihnen aus diesem Bereich nur eine Kostprobe bieten. Sie sollen entscheiden, ob Sie das Buch kaufen wollen oder nicht. Gesamte Inhalte eines Buches zeigen wir nur bei gemeinfreien Büchern.

Oder habe ich nur hochdidaktische und geschickt getarnte Maieutik übersehen? Ich glaube nicht…

Es sind dies solche Sachverhalte, die einen an dem vorgeblichen Qualitätsjournalismus zweifeln lassen. Internetkompetenz oder zumindest eine gewisse Recherche und Vertrautmachen mit dem Thema scheinen dort als obsolet eingestuft zu werden (vielleicht weil man meint, daß man sowieso von allem genug Ahnung hat, da man Qualitätsjournalist ist?). Es ist dieselbe Kategorie wie das Reinfallen auf Twitter-Fake-Accounts. Es zeigt, daß man Funktionsweisen und Mechanismen der betrachteten Dienste nicht erfaßt, seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Schlimmer: Solche Fehler sind von jedem Wissenden (iSv Menschen, die ihre Internetsphäre verstanden haben) sofort zu entlarven und befördern daher die Annahme oder Extrapolation, daß nämlich der Qualitätsjournalismus (der ja letztlich als Begründung für das Leistungsschutzrecht herhalten soll) ein Fall für die rote Liste bedrohter Medienbiotope ist.


In lockerer Folge blogge ich hier kurze Notizen zum Qualitätsjournalismus, siehe auch Teil 1 und Teil 2.

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Unter der Überschrift „Gesichtserkennung: Machen, was machbar ist?“ fragt @Johanstormarn:

„Datenschutz ist ein wichtiges Thema, aber es ist absehbar, dass die Macht des Möglichen den Datenschutz in der heutigen Form außer Kraft setzen wird. Wenn also die normative Kraft des Faktischen zuschlagen wird, warum dann nicht heute schon den Nutzen nutzen?“

Dieselbe Frage habe ich mir auch schon gestellt (siehe in diesem Zusammenhang Lächerliche Lex Google: OpenLiveStreetView3D wird kommen und Laßt uns über die wirklichen Probleme reden…).

Hinsichtlich der Frage, warum Google zwar (selbstverständlich) technisch über hochwertige Bilderkennungstechnologie verfügt, diese Endnutzern auch via Picasa verfügbar macht, sie aber bei Diensten wie Google Goggles bewußt unter Hinweis auf Datenschutzproblematiken nicht aktiviert, vermute ich, daß insb. Google nach den Erfahrungen mit zunehmender Problematisierung seiner (All)macht (Krake, Analytics, StreetView, unameit) neue Funktionalitäten vermutlich nicht mehr ganz so blauäugig-naiv-technobegeistert aktiviert, weil es weiter am “don’t be evil”-Slogan zehren würde. Sprich: Google verzichtet derzeit schlicht darauf, sich noch intensiver ins Visier von Datenschützern und Politik zu befördern.

Aber natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Google Gesichtserkennung im großen Stil implementieren wird. Ohnehin sollte man klar und deutlich sagen: Professionelle Gesichtserkennung ist jetzt ja schon für jeden machbar. Zum einen kann man mit Picasa sein eigenes Bildarchiv in kürzester Zeit scannen lassen; zum anderen wird aber niemand davon abgehalten, beispielsweise gezielt Websites, Feeds oder seinen Social Graph (bzw. darüber zugängliche Alben) automatisiert auszulesen und erkennen zu lassen — entweder durch Nutzung einer lokalen Picasa-Software quasi als Proxy (was angesichts der simplen Datenhaltung in picasa.ini-Dateien trivial ist) oder durch Nutzung von APIs wie der von face.com.

Wir sind also ohnehin auch hier an einem Punkt, wo schon jedem Einzelnen ganz erhebliche technologische (und kostenlose oder zumindest relativ extrem billige) Möglichkeiten zur Verfügung stehen (Möglichkeiten von denen Polizeien, Geheimdienste & Co vor ein paar Jahren noch geträumt haben). Und wenn es ohnehin jeder, also nicht nur Big Player, im großen Stil machen kann, stellt sich eben die Frage, was andere davon noch abhält und warum man sich nicht (fatalistisch?) dem Unausweichlichen ergibt.

Und der nächste Schritt ist ja auch absehbar: Es wird (falls es das nicht sogar schon gibt) sich ein Datenaustauschformat für Gesichts-/Personencharakteristika (denn bei reiner Gesichtserkennung wird es nicht bleiben: Mit mehr verfügbaren Daten (also Bild-/Video-/Tonmaterial sowie Zusatzinformationen (Social Graph, Lebenslauf-Daten aus Profilen, persönliche Routinen (Geo-Infos)) die die statistischen Erkennungswahrscheinlichkeiten verbessern) werden immer mehr Erkennungsmöglichkeiten kommen) etablieren, quasi Personenfingerprinting. In einer kleinen XML- oder JSON-Datei wird dann kompakt die mathematische Kodifizierung der Erkennungsparameter einer Person sein (so wie die biometrischen Merkmale eines Ausweises).

Wir landen also immer wieder bei einer Fragestellung: Wie gehen wir damit um, daß heutzutage Individuen Möglichkeiten haben, die früher weder technisch, noch kapazitativ oder finanziell selbst von Staaten nicht umgesetzt werden konnten? Wie soll ein deutsches Datenschutzrecht, daß primär auf Unternehmen und logischerweise auf nationale Regulierung zugeschnitten ist, auch nur ansatzweise noch wirksam sein können? Wie klar sind sich Politik und Gesellschaft in der Breite dieser Problematik bewußt?

Es mag zwar unbefriedigender Kontrollverlust für alle Beteiligten sein, aber ich fürchtevermute ähnlich wie Johan, daß die normative Kraft des Faktischen den Großteil der Diskussion schnell verobsoletieren wird. Ich sehe kaum ernsthaft umsetzbare Vorschriften, die die sich exponentiell beschleunigende Entwicklung in den Griff bekommen könnten, da der systemimmanente Gesetzeslag und die sich zwangsläufig ergebenden Vollzugsdefizite stetig größer und nicht kleiner werden werden.

Mein Leitmotto in diesem Zusammenhang ist:

„Herr, gib mir Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ich für meinen Teil werde versuchen, zu akzeptieren, daß bestimmte Entwicklungen kommen werden. Und ich werde diese dann nicht sinnlos verzögern wollen, sondern stattdessen die sich daraus ergebenden Chancen nutzen und helfen, die entstehende Risiken zu minimieren. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, diesen Wandel positiv mitzugestalten, der Technophobie keinen Vorschub zu leisten, sich den Herausforderungen mit positiver Grundhaltung zu stellen. Wir werden nicht drumherumkommen!


Nachtrag: Siehe auch Netzwertig: Technischer Fortschritt - heißes Eisen Gesichtserkennung.

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Mein Leben mit dem iPad

Sonntag, 4. Juli 2010

Seit nunmehr ca. zwei Wochen bin ich ja stolzer Besitzer meines STECKiPAD®. Und eigentlich wollte ich schon längst einen Erfahrungsbericht abgeben, aber aus unerfindlichen Gründen mußte ich mir erst meine erste Woche mit meinem iPhone von der Seele schreiben.

Wie ist also dieses neue Gadget in der Praxis? Nun, ganz allgemein möchte ich sagen: Klasse. Punkt. Es ist ein völlig neues Nutzungsgefühl, um nicht das Wort „Erweckungserlebnis“ zu strapazieren. Denn offengestanden bin ich davon überzeugt, daß ich — ohne die Sache überhöhen zu wollen — damit Teil einer historischen Zäsur werde, oder (um mich ganz locker und komplett unbescheiden mal selbst zu zitieren):

„Ich bin mir sicher: Heute hatte ich die Zukunft in der Hand!“

Der Blick für’s große Ganze

Nun ist die Idee eines Quasi-Screen-Only-Gerätes ja alles andere als neu. Sogenannte Tablet-PCs gab und gibt es in diversen Ausführungen. Nur waren diese bisher aller Miniaturisierung zum Trotz nach wie vor schwer, klobig — und eben richtige Computer mit allen Vor- aber auch allen Nachteilen. Das iPad ist daher ein klarer Einschnitt. Ähnlich konsequent wie 2007 das iPhone reduziert es bewußt die Komplexität seiner Geräteklasse (wenn man „Geräteklasse“ so weit dehnt, daß man es überhaupt zusammen mit Tablet-PCs in einer prinzipiell ähnlichen Kategorie sehen will). Es beschränkt auch bewußt User-Interface, Optionen und Konfigurationsmöglichkeiten. Und darüber hinaus beschränkt es auch noch (Stichworte Flash, Walled Garden für Apps) die Einsatzmöglichkeiten.

Aber genau weil es das tut, ist es genaugenommen eine Klasse für sich, gewissermaßen der Anfang eines neuen Zeitalters, der Aufbruch in die Ära des (wie ich es mal nennen möchte) Convenience Computers.

Anwendungslückenfüller

Das iPad schließt aus meiner Sicht die Lücke zwischen Anwendungsbereichen, wo ein Smartphone aufgrund seiner sehr beschränkten Maße zu klein oder frickelig und unbequem zu handhaben ist oder ein Notebook bzw. selbst ein Netbook aufgrund der Ausmaße zu groß und schwer ist, zu heiß wird bzw. eine (ggf. akustisch und thermisch störende) Belüftung erforderlich macht oder die Klappmechanik des Displays gefährdet bzw. im Weg ist.

Es ist aufgrund seiner Instant-On-Fähigkeit geradezu gemacht für das „mal eben schnell“-Nachschauen in Google/Wiki/IMDB & Co (kleine Anmerkung am Rande: Ich persönlich hätte das Gerät ja deshalb auch anders benannt, denn am Anfang nahm ich an, daß sein Haupteinsatzgebiet darin liegen würde, beim DVD-Schauen Infos zu Filmen und Schauspielern nachzuschlagen; daher wäre der Name iMDB sicher angemessener gewesen :-) ).

Manko: Mangelnde Multiuserfähigkeit

Aus meiner Sicht ist Apple mit dem Konzept noch nicht weit genug gegangen. Denn der eigentliche Markt dieser Geräte könnte und sollte IMHO im Bereich des Familien-Internet-Zugangsgerätes liegen. Optimalerweise stelle ich mir das so vor, daß man im Haus zwischen Wohn- und Eßzimmer, Küche und Schlafzimmer zwei bis drei oder gern auch mehr iPads verstreut hat, auf die jedes Familienmitglied bei Bedarf schnell zugreifen kann. Das Gerät würde per Frontkamera (die das iPad derzeit leider nicht hat) erkennen, wer es gerade nutzt und entsprechend diesen User einloggen mit entsprechend individuellen Einstellungen und Mailkonten etc.; bedauerlicherweise ist genau dieser Einsatzbereich derzeit nicht möglich, weil das iPad nicht für Multiuserbetrieb sondern nur als persönlicher Begleiter ausgelegt ist. Dies ist aus meiner Sicht das größte Manko neben der Tatsache, auch keine normale Kamera und klassische Telefonfunktionalität an Bord ist.

Insofern hoffe ich im Interesse der technischen Emanzipation der Massen ;-) auf ein baldiges Nachfolgemodell, welches diese Schwachstellen behebt. Dies könnte dann auch helfen, Gelegenheitsnutzer und Senioren mit einem bequemen und vor allem extrem leicht zu bedienenden Wohnzimmer-Allzeitzugriffsgerät auszustatten.

Meine Erfahrungen im Detail

Aber genug der abstrakten Worte. Ich persönlich habe das iPad nicht nur als IMDB-Browser gekauft, sondern vor allem als E-Reader zur gemütlichen Lektüre von (multimedialen) Ebooks, Epapers und Feeds/Websites verbunden mit der Möglichkeit, mal eben Kalender/Kontakte/Mails zu checken oder Geo-Apps wie Google Earth bzw. Lokalisierungsdienste zu nutzen (übrigens ist gerade auch mit Blick auf Augmented Reality die fehlende Kamera ein wirkliches Ärgernis).

Seitdem ich mein iPad habe, habe ich viel mehr Zeit lesenderweise auf der Terrasse verbracht (was mir leider einen recht üblen Sonnenbrand beschert hat; böses iPad…). Mein iPhone ist zwar für gelegentliche Lektüre geeignet, auf Dauer aber einfach zu klein. Mein Notebook ist zu wuchtig und wird zu heiß, als daß man es locker auf den Beinen ablegen würde; damit wäre man immer genötigt, aufrecht an einem Tisch zu sitzen — weshalb ich es selten „mal eben“ mit nach draußen genommen haben. Das Handling des iPad dagegen ist absolut klasse — ein völlig neues und schönes Nutzungsgefühl.

Die erste Inbetriebnahme lief vollkommen problemlos, die Apps wurden alle reibungslos synchronisiert (es mußte nur hie und da Zugangsdaten oder kleinere Einstellungen erneut vorgenommen werden). Die Maße hätten gern noch minimal größer ausfallen können (z.B. auf A4-Format), aber man will ja nicht meckern. Das Display jedenfalls ist gut (wenn auch nicht vergleichbar mit dem Retina-Display des iPhone), auch wenn mich verspiegelte Displays generell recht nerven (wobei ich zugeben muß, daß diese naturgemäß genialer aussehen als die matten Konkurrenten).

Sehr praktisch ist der Knopf für die Rotationssperre. Schade, daß diese Einstellung beim iPhone etwas unpraktischer ist (bzw. mit Geräten ohne iOS4 unmöglich). Allerdings fehlt mir doch der Stummschalt-Knopf ein wenig, zumal man eingelogt sein muß, um das Gerät leise zu stellen. Sprich: Wenn einem Nachts einfällt, daß man volle Lautstärke angeschaltet hatte und nicht von Erinnerungen geweckt werden will, muß man erst das Gerät einschalten und den Zahlencode zum Entsperren eingeben (also 5 laute Geräusche erzeugen, sofern man akustisches Tastenfeedback angestellt hat (was ich wiederum aus allgemeinen Ergonomiegründen habe)). Im Zweifel hat man damit andere Mitbewohner dann schon geweckt. Auch wenn das ein kleiner Punkt ist: Hier muß sollte mit einem Software-Update nachgebessert werden, daß man die Lautstärke auch uneingelogt ändern kann.

Apropos Update. Schade ist, daß das iPad noch unter Version 3.2 des OS läuft. Damit fehlen Multitasking und Ordner, die ich beide sehr vermisse. Interessant ist, daß es dennoch Funktionen (oder praktische Bugs?) hat, die es auf dem iPhone mit iOS4 nicht gibt. So kann man beispielsweise häufig benutzte Sonderzeichen und Umlaute auf der Tastatur schneller erreichen, indem man über dem Grundbuchstaben einfach mit dem Finger nach oben wischt. Eine echt praktische Sache.

Im Gegensatz zum iPhone scheint mir die Batterielaufzeit sehr gut zu sein. So konnte ich z. B. zwei komplette WM-Spiele von EyeTV auf meinem iMac mittels EyeTV-App am Pad anschauen und es war da nach noch mehr als genug Power über. Die Verwendung als Garten-Fernseher hatte ich vorher gar nicht im Auge gehabt, aber umso mehr bewährt hat sie sich… ;-)

Schade ist, daß immer noch nicht alle Apps mit dem Format klarkommen. So werden die offiziellen Twitter- und Facebook-Apps nur auf iPhone-Größe dargestellt. Alternativ kann man diese um Faktor 2 zoomen, aber das sieht furchterregend aus, weil die Vergrößerung extrem pixelig wird. Toll aber sind Epaper-Anwendungen. Den Spiegel lese ich nun wesentlich intensiver; auch Welt HD ist klasse gemacht, aber bei weitem noch übertroffen von Wired, welches für nur 2,99 € pro Ausgabe zu lesen ist.

Was mich etwas nervt ist, daß Safari nur neun geöffnete Tabs zuläßt und — schlimmer noch — bei weiteren Anforderungen neuer Tabs über „in neuem Fenster öffnen“ einfach mal sang- und klanglos ein bestehendes Tab überschreibt. Ebenfalls ärgerlich die Macke, Seiten beim Wechsel zwischen Tabs ohne Not zu reloaden, was mich vorhin (unter Beihilfe einer versagenden Autosave-Funktion in dieser Blogsoftware) einen längeren Text gekostet hat… :-( Insbesondere diese Macke verhindert effektive Recherche während man in einem Safari-Fenster tippt.

Zubehör

Spezielles iPad-Zubehör gibt es kaum. Ich habe mir bisher nur das offizielle Apple iPad-Case zugelegt, mit dem ich mich nicht so recht anfreunden kann. Es ist überteuert und funktionell nicht ausgereift, denn insb. steht es nicht gut hochkant; auch geht der iPad schwer rein und vor allem wieder raus. In Sachen Schutzhülle muß ich mich also noch mal umsehen.

Das Tastatur-Dock mag ich etwas lieber. Denn für längere Texte ermöglicht es eben eine effizientere Texteingabe. Und es kompensiert partiell die mangelnde Standstabilität des Case; allerdings läßt sich das iPad dort nur hochkant stellen, was für viele Anwendungen suboptimal ist und auch ästhetisch fragwürdig. Schlimmer allerdings ist, daß es scheinbar bisher nicht möglich ist, mit den Cursortasten durch Tabs oder Apps zu navigieren. Auch kann man den Cursor nicht nutzen, um vorgeschlagene Autocomplete-Einträge auszuwählen oder im Text einer App oder Website zu scrollen. Hier ist softwaretechnische Nachbesserung wichtig.

Fazit

Völlig unkritisch habe ich mich dem Gerät nicht hingegeben. Man merkt, daß es nunmal das Erste seiner Art ist und es kleinere Macken hat. Insgesamt ist also wie immer noch Luft nach oben. Aber: Die Nutzung fühlt sich toll an, ist glatt und bequem und erfüllt exakt meine Vorstellungen und Anforderungen. Daher bin ich äußerst zufrieden, die Kaufentscheidung getroffen zu haben und kann das iPad wärmstens weiterempfehlen.

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