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    <title>Stecki's Blog - Google</title>
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    <description>Oder: Stecki und wie er die Welt sieht...</description>
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    <managingEditor>malte@stecki.de</managingEditor>
<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 22:03:00 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Stecki's Blog - Google - Oder: Stecki und wie er die Welt sieht...</title>
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    <title>Gesichtserkennung: Normen vs. normative Kraft des Faktischen</title>
    <link>http://blog.stecki.de/archives/212-Gesichtserkennung-Normen-vs.-normative-Kraft-des-Faktischen.html</link>
            <category>Google</category>
            <category>Netzpolitik</category>
            <category>Tech</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Unter der Überschrift &lt;a href=&quot;http://www.johanvonhuelsen.de/blog/wordpress/2010/07/06/gesichtserkennung-machen-was-machbar-ist/&quot;&gt;„Gesichtserkennung: Machen, was machbar ist?“&lt;/a&gt; fragt &lt;a href=&quot;http://twitter.com/Johanstormarn&quot; title=&quot;Johan von Hülsen&quot;&gt;@Johanstormarn&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote cite=&quot;http://www.johanvonhuelsen.de/blog/wordpress/2010/07/06/gesichtserkennung-machen-was-machbar-ist/&quot;&gt;„Datenschutz ist ein wichtiges Thema, aber es ist absehbar, dass die Macht des Möglichen den Datenschutz in der heutigen Form außer Kraft setzen wird. Wenn also die normative Kraft des Faktischen zuschlagen wird, warum dann nicht heute schon den Nutzen nutzen?“&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dieselbe Frage habe ich mir auch schon gestellt (siehe in diesem Zusammenhang &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/archives/205-Laecherliche-Lex-Google-OpenLiveStreetView3D-wird-kommen.html&quot;&gt;Lächerliche Lex Google: OpenLiveStreetView3D wird kommen&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/archives/207-Lasst-uns-ueber-die-wirklichen-Probleme-reden.html&quot;&gt;Laßt uns über die wirklichen Probleme reden…&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinsichtlich der Frage, warum Google zwar (selbstverständlich) technisch über hochwertige Bilderkennungstechnologie verfügt, diese Endnutzern auch via Picasa verfügbar macht, sie aber bei Diensten wie Google Goggles bewußt unter Hinweis auf Datenschutzproblematiken nicht aktiviert, vermute ich, daß insb. Google nach den Erfahrungen mit zunehmender Problematisierung seiner (All)macht (Krake, Analytics, StreetView, unameit) neue Funktionalitäten vermutlich nicht mehr ganz so blauäugig-naiv-technobegeistert aktiviert, weil es weiter am “don’t be evil”-Slogan zehren würde. Sprich: Google verzichtet derzeit schlicht darauf, sich noch intensiver ins Visier von Datenschützern und Politik zu befördern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Google Gesichtserkennung im großen Stil implementieren wird. Ohnehin sollte man klar und deutlich sagen: Professionelle Gesichtserkennung ist jetzt ja schon für &lt;i&gt;jeden&lt;/i&gt; machbar. Zum einen kann man mit Picasa sein eigenes Bildarchiv in kürzester Zeit scannen lassen; zum anderen wird aber niemand davon abgehalten, beispielsweise gezielt Websites, Feeds oder seinen Social Graph (bzw. darüber zugängliche Alben) automatisiert auszulesen und erkennen zu lassen — entweder durch Nutzung einer lokalen Picasa-Software quasi als Proxy (was angesichts der simplen Datenhaltung in picasa.ini-Dateien trivial ist) oder durch Nutzung von APIs wie der von &lt;a href=&quot;http://developers.face.com/&quot;&gt;face.com&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind also ohnehin auch hier an einem Punkt, wo schon jedem Einzelnen ganz erhebliche technologische (und kostenlose oder zumindest relativ extrem billige) Möglichkeiten zur Verfügung stehen (Möglichkeiten von denen Polizeien, Geheimdienste &amp;amp; Co vor ein paar Jahren noch geträumt haben). Und wenn es ohnehin jeder, also nicht nur Big Player, im großen Stil machen kann, stellt sich eben die Frage, was andere davon noch abhält und warum man sich nicht (fatalistisch?) dem Unausweichlichen ergibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und der nächste Schritt ist ja auch absehbar: Es wird (falls es das nicht sogar schon gibt) sich ein Datenaustauschformat für Gesichts-/Personencharakteristika (denn bei reiner Gesichtserkennung wird es nicht bleiben: Mit mehr verfügbaren Daten (also Bild-/Video-/Tonmaterial sowie Zusatzinformationen (Social Graph, Lebenslauf-Daten aus Profilen, persönliche Routinen (Geo-Infos)) die die statistischen Erkennungswahrscheinlichkeiten verbessern) werden immer mehr Erkennungsmöglichkeiten kommen) etablieren, quasi &lt;b&gt;Personenfingerprinting&lt;/b&gt;. In einer kleinen XML- oder JSON-Datei wird dann kompakt die mathematische Kodifizierung der Erkennungsparameter einer Person sein (so wie die biometrischen Merkmale eines Ausweises).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir landen also immer wieder bei einer Fragestellung: Wie gehen wir damit um, daß heutzutage Individuen Möglichkeiten haben, die früher weder technisch, noch kapazitativ oder finanziell selbst von Staaten nicht umgesetzt werden konnten? Wie soll ein deutsches Datenschutzrecht, daß primär auf Unternehmen und logischerweise auf nationale Regulierung zugeschnitten ist, auch nur ansatzweise noch wirksam sein können? Wie klar sind sich Politik und Gesellschaft in der Breite dieser Problematik bewußt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es mag zwar unbefriedigender &lt;i&gt;Kontrollverlust&lt;/i&gt; für alle Beteiligten sein, aber ich &lt;del&gt;fürchte&lt;/del&gt;vermute ähnlich wie Johan, daß die normative Kraft des Faktischen den Großteil der Diskussion schnell verobsoletieren wird. Ich sehe kaum ernsthaft umsetzbare Vorschriften, die die sich exponentiell beschleunigende Entwicklung in den Griff bekommen könnten, da der systemimmanente Gesetzeslag und die sich zwangsläufig ergebenden Vollzugsdefizite stetig größer und nicht kleiner werden werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Leitmotto in diesem Zusammenhang ist:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;„Herr, gib mir Gelassenheit,&lt;br /&gt;Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,&lt;br /&gt; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,&lt;br /&gt;und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich für meinen Teil werde versuchen, zu akzeptieren, daß bestimmte Entwicklungen kommen werden. Und ich werde diese dann nicht sinnlos verzögern wollen, sondern stattdessen die sich daraus ergebenden Chancen nutzen und helfen, die entstehende Risiken zu minimieren. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, diesen Wandel positiv mitzugestalten, der Technophobie keinen Vorschub zu leisten, sich den Herausforderungen mit positiver Grundhaltung zu stellen. Wir werden nicht drumherumkommen!&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;Nachtrag: Siehe auch &lt;a href=&quot;http://netzwertig.com/2010/07/06/technischer-fortschritt-heisses-eisen-gesichtserkennung/&quot;&gt;Netzwertig: Technischer Fortschritt - heißes Eisen Gesichtserkennung&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt; 
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Wenn also die normative Kraft des Faktischen zuschlagen wird, warum dann nicht heute schon den Nutzen nutzen?“&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;Dieselbe Frage habe ich mir auch schon gestellt (siehe in diesem Zusammenhang &lt;a href=\&quot;http://blog.stecki.de/archives/205-Laecherliche-Lex-Google-OpenLiveStreetView3D-wird-kommen.html\&quot;&gt;Lächerliche Lex Google: OpenLiveStreetView3D wird kommen&lt;/a&gt; und &lt;a href=\&quot;http://blog.stecki.de/archives/207-Lasst-uns-ueber-die-wirklichen-Probleme-reden.html\&quot;&gt;Laßt uns über die wirklichen Probleme reden…&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Hinsichtlich der Frage, warum Google zwar (selbstverständlich) technisch über hochwertige Bilderkennungstechnologie verfügt, diese Endnutzern auch via Picasa verfügbar macht, sie aber bei Diensten wie Google Goggles bewußt unter Hinweis auf Datenschutzproblematiken nicht aktiviert, vermute ich, daß insb. Google nach den Erfahrungen mit zunehmender Problematisierung seiner (All)macht (Krake, Analytics, StreetView, unameit) neue Funktionalitäten vermutlich nicht mehr ganz so blauäugig-naiv-technobegeistert aktiviert, weil es weiter am “don’t be evil”-Slogan zehren würde. Sprich: Google verzichtet derzeit schlicht darauf, sich noch intensiver ins Visier von Datenschützern und Politik zu befördern.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Google Gesichtserkennung im großen Stil implementieren wird. Ohnehin sollte man klar und deutlich sagen: Professionelle Gesichtserkennung ist jetzt ja schon für &lt;i&gt;jeden&lt;/i&gt; machbar. Zum einen kann man mit Picasa sein eigenes Bildarchiv in kürzester Zeit scannen lassen; zum anderen wird aber niemand davon abgehalten, beispielsweise gezielt Websites, Feeds oder seinen Social Graph (bzw. darüber zugängliche Alben) automatisiert auszulesen und erkennen zu lassen — entweder durch Nutzung einer lokalen Picasa-Software quasi als Proxy (was angesichts der simplen Datenhaltung in picasa.ini-Dateien trivial ist) oder durch Nutzung von APIs wie der von &lt;a href=\&quot;http://developers.face.com/\&quot;&gt;face.com&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir sind also ohnehin auch hier an einem Punkt, wo schon jedem Einzelnen ganz erhebliche technologische (und kostenlose oder zumindest relativ extrem billige) Möglichkeiten zur Verfügung stehen (Möglichkeiten von denen Polizeien, Geheimdienste &amp;amp; Co vor ein paar Jahren noch geträumt haben). Und wenn es ohnehin jeder, also nicht nur Big Player, im großen Stil machen kann, stellt sich eben die Frage, was andere davon noch abhält und warum man sich nicht (fatalistisch?) dem Unausweichlichen ergibt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und der nächste Schritt ist ja auch absehbar: Es wird (falls es das nicht sogar schon gibt) sich ein Datenaustauschformat für Gesichts-/Personencharakteristika (denn bei reiner Gesichtserkennung wird es nicht bleiben: Mit mehr verfügbaren Daten (also Bild-/Video-/Tonmaterial sowie Zusatzinformationen (Social Graph, Lebenslauf-Daten aus Profilen, persönliche Routinen (Geo-Infos)) die die statistischen Erkennungswahrscheinlichkeiten verbessern) werden immer mehr Erkennungsmöglichkeiten kommen) etablieren, quasi &lt;b&gt;Personenfingerprinting&lt;/b&gt;. In einer kleinen XML- oder JSON-Datei wird dann kompakt die mathematische Kodifizierung der Erkennungsparameter einer Person sein (so wie die biometrischen Merkmale eines Ausweises).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir landen also immer wieder bei einer Fragestellung: Wie gehen wir damit um, daß heutzutage Individuen Möglichkeiten haben, die früher weder technisch, noch kapazitativ oder finanziell selbst von Staaten nicht umgesetzt werden konnten? Wie soll ein deutsches Datenschutzrecht, daß primär auf Unternehmen und logischerweise auf nationale Regulierung zugeschnitten ist, auch nur ansatzweise noch wirksam sein können? Wie klar sind sich Politik und Gesellschaft in der Breite dieser Problematik bewußt?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es mag zwar unbefriedigender &lt;i&gt;Kontrollverlust&lt;/i&gt; für alle Beteiligten sein, aber ich &lt;del&gt;fürchte&lt;/del&gt;vermute ähnlich wie Johan, daß die normative Kraft des Faktischen den Großteil der Diskussion schnell verobsoletieren wird. 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Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, diesen Wandel positiv mitzugestalten, der Technophobie keinen Vorschub zu leisten, sich den Herausforderungen mit positiver Grundhaltung zu stellen. Wir werden nicht drumherumkommen!&lt;/p&gt;  &lt;hr /&gt;  &lt;p&gt;Nachtrag: Siehe auch &lt;a href=\&quot;http://netzwertig.com/2010/07/06/technischer-fortschritt-heisses-eisen-gesichtserkennung/\&quot;&gt;Netzwertig: Technischer Fortschritt - heißes Eisen Gesichtserkennung&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt; &#039;;
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    <pubDate>Tue, 06 Jul 2010 20:47:21 +0200</pubDate>
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    <title>Notizen zum Qualitätsjournalismus, Teil 3</title>
    <link>http://blog.stecki.de/archives/213-Notizen-zum-Qualitaetsjournalismus,-Teil-3.html</link>
            <category>Blattkritik</category>
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Gerade habe ich mir mal wieder ein paar Minuten Zeit genommen, um meine geöffneten 2read-Tabs „wegzulesen“. Darunter ein Interview in der Welt mit &lt;a href=&quot;http://www.xing.com/profile/Annabella_Weisl&quot;&gt;Annabella Weisl&lt;/a&gt;, ihres Zeichens “Strategic Partner Manager Google Book Search” mit der — wie ich finde recht niedlichen — Überschrift &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/kultur/article8274329/Am-Strand-wird-sich-das-Taschenbuch-bewaehren.html&quot;&gt;„Am Strand wird sich das Taschenbuch bewähren“&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Interview gibt wenig Neues her — im Prinzip wird eigentlich im Wesentlichen erklärt, was Google Books ist und welche Implikationen es für Bibliotheken und Verlage hat. Dabei wird auch auf die bekannte unterschiedliche Zugänglichmachung von gemeinfreien Werken und Büchern aus dem aktuellen Verlagsprogramm eingegangen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote cite=&quot;http://www.welt.de/kultur/article8274329/Am-Strand-wird-sich-das-Taschenbuch-bewaehren.html&quot;&gt;Bei uns ist kein einziges Buch eines urheberrechtlich geschützten Titels ohne die ausdrückliche Genehmigung des Rechteinhabers vollständig einsehbar. Man kann allenfalls hineinschauen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Offenbar war diese ganze Thematik aber für Jacques Schuster, der das Interview führte, wohl zu neu oder unübersichtlich, so daß er sich folgende, eine bedrohliche Uninformiertheit offenbarende, Frage stellte (die Frau Weisl höflich aber intern sicher kopfschüttelnd beantwortet hat):&lt;/p&gt;
&lt;blockquote cite=&quot;http://www.welt.de/kultur/article8274329/Am-Strand-wird-sich-das-Taschenbuch-bewaehren.html&quot;&gt;&lt;p&gt;WELT ONLINE: Kommen wir noch einmal zum Stand der Digitalisierung. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass manche eingescannten Bücher im Grunde unleserlich sind, weil immer wieder Seiten fehlen und man oft den Inhalt des Buches gar nicht mitbekommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Annabella Weisl: Wenn Seiten fehlen, dann werden Sie wahrscheinlich in Büchern aus dem Verlagsprogramm geblättert haben. Wir wollen Ihnen aus diesem Bereich nur eine Kostprobe bieten. Sie sollen entscheiden, ob Sie das Buch kaufen wollen oder nicht. Gesamte Inhalte eines Buches zeigen wir nur bei gemeinfreien Büchern.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Oder habe ich nur hochdidaktische und geschickt getarnte Maieutik übersehen? Ich glaube nicht…&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sind dies solche Sachverhalte, die einen an dem vorgeblichen Qualitätsjournalismus zweifeln lassen. Internetkompetenz oder zumindest eine gewisse Recherche und Vertrautmachen mit dem Thema scheinen dort als obsolet eingestuft zu werden (vielleicht weil man meint, daß man sowieso von allem genug Ahnung hat, da man Qualitätsjournalist ist?). Es ist dieselbe Kategorie wie das Reinfallen auf Twitter-Fake-Accounts. Es zeigt, daß man Funktionsweisen und Mechanismen der betrachteten Dienste nicht erfaßt, seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schlimmer: Solche Fehler sind von jedem Wissenden (iSv Menschen, die ihre Internetsphäre verstanden haben) sofort zu entlarven und befördern daher die Annahme oder Extrapolation, daß nämlich der Qualitätsjournalismus (der ja letztlich als Begründung für das &lt;a href=&quot;http://www.facebook.com/group.php?gid=146165183077&quot;&gt;Leistungsschutzrecht&lt;/a&gt; herhalten soll) ein Fall für die rote Liste bedrohter Medienbiotope ist.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;In lockerer Folge blogge ich hier kurze Notizen zum Qualitätsjournalismus, siehe auch &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/archives/190-Notizen-zum-Qualitaetsjournalismus,-Teil-1.html&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/archives/191-Das-Boese-hat-einen-Namen-Google-StreetView,-oder-Notizen-zum-Qualitaetsjournalismus,-Teil-2.html&quot;&gt;Teil 2&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 06 Jul 2010 23:58:37 +0200</pubDate>
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            <category>Google Streetview</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Was sich schon seit einigen Wochen angesichts der teils fast schon hysterische Züge annehmende Diskussion abzeichnete, &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/meldung/Justizminister-wollen-wirksamen-Schutz-beim-Datensammeln-1028667.html&quot;&gt;konkretisiert sich&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://www.golem.de/1006/76011.html&quot;&gt;nun&lt;/a&gt; wie erwartet. Die &lt;a href=&quot;http://www.hamburg.de/justizministerkonferenz/2034300/justizministerkonferenz.html&quot;&gt;Justizministerkonferenz&lt;/a&gt; hat &lt;a href=&quot;http://www.hamburg.de/contentblob/2348786/data/2010-fruehjahrskonferenz-02.pdf&quot;&gt;beschlossen&lt;/a&gt; (PDF), durch eine &lt;del&gt;Lex Google&lt;/del&gt;Gesetzesinitiative einen „wirksamen Schutz der Betroffenen zu gewährleisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Hamburger Justizsenator, von dem die Initiative ausgeht, sagt dazu:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;“Die Persönlichkeitsrechte und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht länger vom Wohlwollen der Anbieter abhängen.“&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nun kann man lange diskutieren, welche konkreten Persönlichkeitsrechte denn nun wirklich betroffen sind und inwiefern die Sicherheit der Bürger bedroht ist. Die Argumente dazu sind hinlänglich ausgetauscht und &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/archives/196-Google-Streetview-Mein-Gastbeitrag-Pro-in-den-Luebecker-Nachrichten.html&quot;&gt;mein Standpunkt dazu&lt;/a&gt; ist klar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Politik wäre gut beraten, einen Gang zurückzuschalten, verbal abzurüsten und weniger Angst vor Neuem zu schüren. Es geht mir nicht darum, Probleme zu bagatellisieren. Aber Google macht durch Verpixelung von Personen und Autokennzeichen schon mehr als alle andere, die Bilder ins Netz stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was mich aber nun eigentlich bewegt, sind folgende Aspekte:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Justizminister haben — auch wenn man stets betont, daß es anders sei — ganz im Wesentlichen ein Einzelfallgesetz vor, das von seiner Stoßrichtung auf einen Großanbieter wie eben Google ausgerichtet ist. Und es mag sein, daß man es schafft, Google regulatorisch am Nasenring durch sein Google Earth zu ziehen. Nur: Sollte Google als Folge der rechtlichen Einschränkungen nicht so interessant und attraktiv sein, wie es sich die potentiellen Nutzer wünschen, dann ist die logische Konsequenz, daß diese die Sache in die eigene Hand nehmen und crowdsourcen. &lt;a href=&quot;http://twitter.com/JensBest&quot;&gt;@JensBest&lt;/a&gt; hatte dies &lt;a href=&quot;http://twitter.com/jensbest/status/13260463835&quot;&gt;als erster auf Twitter deutlich ausgesprochen&lt;/a&gt; (und wurde deswegen in der FAZ unter &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E2059357259914D60B8E8BFA41FE87948~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot;&gt;„Googles windige Helfer“&lt;/a&gt; rubriziert).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und natürlich startete sofort das Projekt &lt;a href=&quot;http://openstreetview.org/&quot;&gt;openstreetview.org&lt;/a&gt;. Auch wenn dieses bisher letztlich nur symbolischen Wert hat: Es sollte jedem der Beteiligten klar sein, daß es technisch angesichts schierer Unmengen von georeferenzierten Bildern im Netz nur eine Frage der Zeit ist, bis diese mit hinreichender Dichte und Aktualität zu einem StreetView-Analogum aggregiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und was genau will die JMK dann tun? Oder warum besteht sie dann nicht auch darauf, daß schon jetzt jeder, der Bilder ins Netz einspeist, die Einwilligung „betroffener“ Hauseigentümer oder -bewohner einholt bzw. einen Mechanismus zur Einlegung eines Widerspruchs vor Veröffentlichung implementiert?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche Bildaggregationen im großen Stil werden kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Und mit Techniken wie &lt;a href=&quot;http://photosynth.net/&quot;&gt;Photosynth&lt;/a&gt; werden diese zu 3D-Welten werden, gegen die StreetView nur ein zaghafter Anfang war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und man muß auch nur ein bißchen weiter in die Zukunft schauen: Wie lange noch wird es dauern, bis wir möglicherweise zu wirklichen Lifestreaming-Devices aufgemotzte &lt;abbr title=&quot;personal digital assistant&quot;&gt;PDA&lt;/a&gt;s/Handys mit uns herumtragen, die (so wir dies wollen) die ganze Zeit Livebilder ins Netz übertragen, welche dann mit einer Art Realtime-Videosynth zusammengefügt werden zu einem &lt;strong&gt; OpenLiveStreetView3D&lt;/strong&gt;‽&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bundesinnenminister de Maizière hat den Punkt in seiner &lt;a href=&quot;http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Reden/DE/2010/06/bm_netzpolitik.html?nn=109628&quot;&gt;Grundsatzrede „Grundlagen für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“&lt;/a&gt; (siehe dazu auch &lt;a href=&quot;http://blog.stecki.de/permalink/Material-zu-Perspektiven-Deutscher-Netzpolitik.html&quot;&gt;meine Materialsammlung&lt;/a&gt;) sehr gut deutlich gemacht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote cite=&quot;http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Reden/DE/2010/06/bm_netzpolitik.html?nn=109628&quot;&gt;„Nehmen wir das Beispiel Google Street View. Der Bundesrat berät hier gerade über einen Gesetzentwurf. Der Ansatz dieses Entwurfs ist aller Ehren wert, aber nach meiner Überzeugung falsch: Wir sollten gesetzgeberisch nicht den Weg einschlagen, dass wir für jeden neuen Dienst ein neues und eigenes Gesetz schaffen. Bei einer solchen Einzelfallgesetzgebung würden wir bald hoffnungslos hinterherhinken. Das Recht wäre dann weder technikneutral noch entwicklungsoffen.“&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Einen solchen Wettstreit mit der globalen Innovationskraft des Netzes wird die deutsche Politik nicht gewinnen, sofern sie nicht mehr und mehr Freiheiten beschränken und Menschen bevormunden will. Die Justizminister der Länder sollten sich die ganze Sache unter besonderer Berücksichtigung der deutlichen Ausführungen des Bundesinnenministers noch einmal überlegen…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;Nachtrag (25.06.2010 11:00): Zu recht &lt;a href=&quot;http://www.telemedicus.info/article/1796-Justizminister-fordern-Street-View-Regelungen-im-BDSG.html?p_campaign=twitter#c3091&quot;&gt;fragt Jens Best in den Kommentaren bei Telemedicus&lt;/a&gt; nach einer wirklich nachvollziehbaren Begründung.&lt;/p&gt; 
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Die Argumente dazu sind hinlänglich ausgetauscht und &lt;a href=\&quot;http://blog.stecki.de/archives/196-Google-Streetview-Mein-Gastbeitrag-Pro-in-den-Luebecker-Nachrichten.html\&quot;&gt;mein Standpunkt dazu&lt;/a&gt; ist klar.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Politik wäre gut beraten, einen Gang zurückzuschalten, verbal abzurüsten und weniger Angst vor Neuem zu schüren. Es geht mir nicht darum, Probleme zu bagatellisieren. Aber Google macht durch Verpixelung von Personen und Autokennzeichen schon mehr als alle andere, die Bilder ins Netz stellen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was mich aber nun eigentlich bewegt, sind folgende Aspekte:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Justizminister haben — auch wenn man stets betont, daß es anders sei — ganz im Wesentlichen ein Einzelfallgesetz vor, das von seiner Stoßrichtung auf einen Großanbieter wie eben Google ausgerichtet ist. Und es mag sein, daß man es schafft, Google regulatorisch am Nasenring durch sein Google Earth zu ziehen. Nur: Sollte Google als Folge der rechtlichen Einschränkungen nicht so interessant und attraktiv sein, wie es sich die potentiellen Nutzer wünschen, dann ist die logische Konsequenz, daß diese die Sache in die eigene Hand nehmen und crowdsourcen. &lt;a href=\&quot;http://twitter.com/JensBest\&quot;&gt;@JensBest&lt;/a&gt; hatte dies &lt;a href=\&quot;http://twitter.com/jensbest/status/13260463835\&quot;&gt;als erster auf Twitter deutlich ausgesprochen&lt;/a&gt; (und wurde deswegen in der FAZ unter &lt;a href=\&quot;http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E2059357259914D60B8E8BFA41FE87948~ATpl~Ecommon~Scontent.html\&quot;&gt;„Googles windige Helfer“&lt;/a&gt; rubriziert).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und natürlich startete sofort das Projekt &lt;a href=\&quot;http://openstreetview.org/\&quot;&gt;openstreetview.org&lt;/a&gt;. Auch wenn dieses bisher letztlich nur symbolischen Wert hat: Es sollte jedem der Beteiligten klar sein, daß es technisch angesichts schierer Unmengen von georeferenzierten Bildern im Netz nur eine Frage der Zeit ist, bis diese mit hinreichender Dichte und Aktualität zu einem StreetView-Analogum aggregiert werden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und was genau will die JMK dann tun? Oder warum besteht sie dann nicht auch darauf, daß schon jetzt jeder, der Bilder ins Netz einspeist, die Einwilligung „betroffener“ Hauseigentümer oder -bewohner einholt bzw. einen Mechanismus zur Einlegung eines Widerspruchs vor Veröffentlichung implementiert?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Solche Bildaggregationen im großen Stil werden kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Und mit Techniken wie &lt;a href=\&quot;http://photosynth.net/\&quot;&gt;Photosynth&lt;/a&gt; werden diese zu 3D-Welten werden, gegen die StreetView nur ein zaghafter Anfang war.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und man muß auch nur ein bißchen weiter in die Zukunft schauen: Wie lange noch wird es dauern, bis wir möglicherweise zu wirklichen Lifestreaming-Devices aufgemotzte &lt;abbr title=\&quot;personal digital assistant\&quot;&gt;PDA&lt;/a&gt;s/Handys mit uns herumtragen, die (so wir dies wollen) die ganze Zeit Livebilder ins Netz übertragen, welche dann mit einer Art Realtime-Videosynth zusammengefügt werden zu einem &lt;strong&gt; OpenLiveStreetView3D&lt;/strong&gt;‽&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Bundesinnenminister de Maizière hat den Punkt in seiner &lt;a href=\&quot;http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Reden/DE/2010/06/bm_netzpolitik.html?nn=109628\&quot;&gt;Grundsatzrede „Grundlagen für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“&lt;/a&gt; (siehe dazu auch &lt;a href=\&quot;http://blog.stecki.de/permalink/Material-zu-Perspektiven-Deutscher-Netzpolitik.html\&quot;&gt;meine Materialsammlung&lt;/a&gt;) sehr gut deutlich gemacht:&lt;/p&gt;  &lt;blockquote cite=\&quot;http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Reden/DE/2010/06/bm_netzpolitik.html?nn=109628\&quot;&gt;„Nehmen wir das Beispiel Google Street View. Der Bundesrat berät hier gerade über einen Gesetzentwurf. Der Ansatz dieses Entwurfs ist aller Ehren wert, aber nach meiner Überzeugung falsch: Wir sollten gesetzgeberisch nicht den Weg einschlagen, dass wir für jeden neuen Dienst ein neues und eigenes Gesetz schaffen. Bei einer solchen Einzelfallgesetzgebung würden wir bald hoffnungslos hinterherhinken. Das Recht wäre dann weder technikneutral noch entwicklungsoffen.“&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;Einen solchen Wettstreit mit der globalen Innovationskraft des Netzes wird die deutsche Politik nicht gewinnen, sofern sie nicht mehr und mehr Freiheiten beschränken und Menschen bevormunden will. 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    <pubDate>Thu, 24 Jun 2010 22:53:06 +0200</pubDate>
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    <title>Das Böse hat einen Namen: Google StreetView, oder: Notizen zum Qualitätsjournalismus, Teil 2</title>
    <link>http://blog.stecki.de/archives/191-Das-Boese-hat-einen-Namen-Google-StreetView,-oder-Notizen-zum-Qualitaetsjournalismus,-Teil-2.html</link>
            <category>Blattkritik</category>
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Meine Güte. Egal welches Printmedium (bzw. Onlineableger) man liest: Fast wie gleichgeschaltet läuft da eine &lt;s&gt;Propaganda&lt;/s&gt;Informationskampagne &lt;s&gt;gegen&lt;/s&gt;über Google StreetView. Überall werden einem großformatig abgelichtete besorgte Bürger präsentiert, die sich brutalstmöglich durch StreetView ausgespäht und in ihren Grundrechte verletzt sehen.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;So auch heute in der totholzmanifestierten Speerspitze des Lokaljournalimus, der Ahrensburger Zeitung, Verzeihung, Stormarn-Beilage zum Hamburger Abendblatt (tut mir leid, daß ich mir jedesmal diese vollständige Ausformulierung geben muß, aber ich komme einfach nicht darüber hinweg, wie man so einen supergriffigen Titel erfinden konnte).&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Da ist also der Ahrensburger René Schwartz abgelichtet (in der Hand hält er einen Ordner, ich frage mich: Sind das alles seine Widersprüche? (sieht eigentlich eher wie ein Steuererklärungsformular aus, aber egal)). Dieser darf „mit entschlossenem Blick“ sich nun dort also ausführlich auf vier Spalten (womit der Artikel ca. 50% der redaktionellen Seitenfläche okkupiert) ausbreiten, daß er gefragt werden will, „bevor jemand mein Haus fotografiert“ nach dem Motto: „Nur wer sich wehrt, wahrt seine Grundrechte“.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Dann folgen noch Ausführungen zu seiner Grundrechtsinterpretation und die Drohung, daß er das Recht habe, den bösen Konzern auf Schadenersatz zu verklagen. Natürlich fehlt auch nicht das Standardbeispiel mit den Kriminellen, die offenbar gern inaktuelles Fotomaterial dem Ortstermin zur Einbruchspotentielanalyse vorziehen. Denn natürlich wird nicht erwähnt, daß viele Monate vergehen, bevor die Aufnahmen überhaupt im Internet zu sehen sind, weil diese erst umfangreich anonymisiert werden (insb. werden Kennzeichen und Gesichter verpixelt).&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Der gesamte Text enthält nicht eine einzige journalistisch-kritische Betrachtung/Hinterfragung der Argumentation.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Dabei lägen doch die wirklich spannenden Fragen auf der Hand, nämlich: Was unterscheidet Google von jedem anderen Unternehmen und jeder anderen x-beliebigen Privatperson, die durch Straßen fährt und von ihrem Recht (!) Gebrauch macht, im öffentlichen Verkehrsraum Fotos (oder gar Videos) aufzunehmen und diese ins Internet zu stellen? Ein Google-StreetView-Auto sieht nicht mehr, als jeder andere Verkehrsteilnehmer sehen kann. Zugegeben, die Kamera ist recht hoch installiert. Aber vom einem LKW-Führerhaus, einem Hoch- oder Doppeldeckerbus oder auch einem Trecker hat man dieselbe Perspektive.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Es ist nicht so, daß ich allen Aktivitäten (und ich verzichte hier bewußt auf das Wort Umtriebe) von Google unkritisch gegenüberstehe. In der Tat ist es wichtig, genau zu prüfen, welche Firma/Institution/Behörde welche Daten wie erfaßt, verwaltet, verwertet und verknüpft.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Aber populistischer Aktionismus à la Aigner hilft uns da nicht weiter. Und hoffnungslos undifferenziert-tendenziös-einseitige Panikmache der Zeitungen auch nicht (auch wenn ich verstehen kann, daß todgweihte Printmedien gegen die als Bedrohung empfundene Entwicklung im Internet um sich schlagen). Souverän und richtig wäre es, die geltende Rechtslage einmal ganz nüchtern und sachlich darzustellen. Denn das, was an Fehlinformationen und Irrmeinungen insb. zu diesem Themenkomplex in der Welt herumschwirrt, ist haarsträubend.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Gerade für Medien gilt: Wenn ihr im Zeitalter der Informationsgesellschaft — die sich ja gerade durch systematisches Ausschalten von Mittlern auszeichnet — überleben wollt, wenn ihr überhaupt eine Chance haben wollt oder eine Existenzberechtigung, dann kann dies nur in der Agglomeration von Qualitätsjournalismus bestehen. Sprich: Fakten recherchieren, Argumentationen nachvollziehbar auf den Punkt bringen, ausgewogen und differenziert berichten, kritisch aber nicht einseitig hinterfragen, summa summarum guten Journalismus betreiben.&lt;/p&gt; 
&lt;p&gt;Die Hoffnung stirbt zuletzt.&amp;#160;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Update 09.03.2010:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch &lt;a href=&quot;http://carta.info/autor/christoph_kappes/&quot;&gt;Christoph Kappes&lt;/a&gt; hat sich &lt;a href=&quot;http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/&quot;&gt;Gedanken zu Google Street View&lt;/a&gt; gemacht.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:33:06 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>Was-für-Leistung-Schutzrecht, oder: Wir sind nicht bei Wünsch-Dir-Was</title>
    <link>http://blog.stecki.de/archives/192-Was-fuer-Leistung-Schutzrecht,-oder-Wir-sind-nicht-bei-Wuensch-Dir-Was.html</link>
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Langsam aber sicher scheinen die Verlage die doch recht nebulösen Vorstellungen ihres Leistungsschutzrechts zu konkretisieren (siehe &lt;a href=&quot;http://www.netzpolitik.org/2010/leistungsschutzrecht-wird-konkretisiert/&quot;&gt;netzpolitik.org: Leistungsschutzrecht wird konkretisiert&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Nicht-nur-Google-soll-zahlen-952766.html&quot;&gt;heise.de: Leistungsschutzrecht: Nicht nur Google soll zahlen&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl ich mich durchaus schon länger mit der Materie befaßt habe, will mir nicht einleuchten, wofür die Verlage meinen, entlohnt werden zu müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Etwa für die Ignoranz, sich immer noch nicht mit den neuen Realitäten im Netz abgefunden zu haben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oder dafür, daß sie selektieren, tendenziös oder verkürzend berichten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Argumentation, daß die Selektion und Aufbereitung derart viel Knete eintreibbar machen soll, wie sich die Verlagshäuser das vorstellen, mutet abenteuerlich an. Insbesondere wenn man bedenkt, daß ja gerade ein Großteil der Nutzer eben nicht deren Online-Angebote wie eine Zeitung nutzt (also durchblättert und Gewicht eines Artikels beim Überfliegen zB an Spaltenzahl und Überschriftengröße festmacht), sondern eben gerade immer häufiger über Suchmaschinen einzelne Artikel aufruft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bisherige Geschäftsmodell aus dem Zeitalter der Printmedien ist genauso tot, wie das Holz auf dem (noch) gedruckt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man wird nicht umhinkommen, sein gesamtes Modell komplett zu erneuern. Alte Methoden helfen da nicht. Die Gesellschaft braucht Qualitätsjournalismus (übrigens egal ob professionell oder ehrenamtlich, ob im Rahmen großer Verlage oder als Bürgerjournalismus lokaler Blogs). Sie braucht Journalismus der unabhängig und kritisch recherchiert, informiert und hinterfragt (man prüfe mal sorgfältig, für wieviel Prozent der Artikel das heute zutrifft) und damit als vierte Gewalt ein notwendiges Korrektiv der pluralistischen Demokratie darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Modelle können einen solchen Journalismus zukunftsfähig machen? DAS ist die Frage, über die wir grübeln sollten statt über das Wünsch-Dir-Was-Leistungsschutzrecht.&amp;#160;&lt;/p&gt; 
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var flattr_uid = &#039;Stecki&#039;;
var flattr_tle = &#039;Was-für-Leistung-Schutzrecht, oder: Wir sind nicht bei Wünsch-Dir-Was&#039;;
var flattr_dsc = &#039;&lt;p&gt;Langsam aber sicher scheinen die Verlage die doch recht nebulösen Vorstellungen ihres Leistungsschutzrechts zu konkretisieren (siehe &lt;a href=\&quot;http://www.netzpolitik.org/2010/leistungsschutzrecht-wird-konkretisiert/\&quot;&gt;netzpolitik.org: Leistungsschutzrecht wird konkretisiert&lt;/a&gt; und &lt;a href=\&quot;http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Nicht-nur-Google-soll-zahlen-952766.html\&quot;&gt;heise.de: Leistungsschutzrecht: Nicht nur Google soll zahlen&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Obwohl ich mich durchaus schon länger mit der Materie befaßt habe, will mir nicht einleuchten, wofür die Verlage meinen, entlohnt werden zu müssen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Etwa für die Ignoranz, sich immer noch nicht mit den neuen Realitäten im Netz abgefunden zu haben?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Oder dafür, daß sie selektieren, tendenziös oder verkürzend berichten?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Argumentation, daß die Selektion und Aufbereitung derart viel Knete eintreibbar machen soll, wie sich die Verlagshäuser das vorstellen, mutet abenteuerlich an. Insbesondere wenn man bedenkt, daß ja gerade ein Großteil der Nutzer eben nicht deren Online-Angebote wie eine Zeitung nutzt (also durchblättert und Gewicht eines Artikels beim Überfliegen zB an Spaltenzahl und Überschriftengröße festmacht), sondern eben gerade immer häufiger über Suchmaschinen einzelne Artikel aufruft.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das bisherige Geschäftsmodell aus dem Zeitalter der Printmedien ist genauso tot, wie das Holz auf dem (noch) gedruckt wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Man wird nicht umhinkommen, sein gesamtes Modell komplett zu erneuern. Alte Methoden helfen da nicht. Die Gesellschaft braucht Qualitätsjournalismus (übrigens egal ob professionell oder ehrenamtlich, ob im Rahmen großer Verlage oder als Bürgerjournalismus lokaler Blogs). Sie braucht Journalismus der unabhängig und kritisch recherchiert, informiert und hinterfragt (man prüfe mal sorgfältig, für wieviel Prozent der Artikel das heute zutrifft) und damit als vierte Gewalt ein notwendiges Korrektiv der pluralistischen Demokratie darstellt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Welche Modelle können einen solchen Journalismus zukunftsfähig machen? DAS ist die Frage, über die wir grübeln sollten statt über das Wünsch-Dir-Was-Leistungsschutzrecht.&amp;#160;&lt;/p&gt; &#039;;
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    <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 18:31:16 +0100</pubDate>
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    <title>Google Streetview — Mein Gastbeitrag Pro in den Lübecker Nachrichten</title>
    <link>http://blog.stecki.de/archives/196-Google-Streetview-Mein-Gastbeitrag-Pro-in-den-Luebecker-Nachrichten.html</link>
            <category>Google Streetview</category>
            <category>Netzpolitik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Malte Steckmeister)</author>
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    &lt;p&gt;Anfang Juni durfte ich für den Regionalteil Stormarn der Lübecker Nachrichten die Pro-Seite eines Pro &amp;amp; Contra Google StreetView schreiben. Hier mein Beitrag:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der Argumente gegen Google Streetview auf unvollständigen oder gar falschen Annahmen und Informationen beruhen. Es ist ein ärgerliches Phänomen, dass gerade hierzulande oftmals die Debatte von Angst und Misstrauen beherrscht wird, welche leider nur zu häufig auf Unkenntnis beruhen oder interessengeleitet geschürt werden. Chancen und Möglichkeiten neuer Technologien werden übersehen, geraten in den Hintergrund oder werden totdiskutiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In vielen Ländern läuft Streetview seit Jahren ohne nennenswerte Probleme und Proteste. Denn außer der stetigen Behauptung recht konstruierter potentieller Missbrauchshypothesen ist bisher niemandem ein Schaden zugefügt, erhöhte Einbruchsraten sind nirgends festgestellt worden. Denn die Straßenzüge werden nicht – wie häufig geschrieben – „gefilmt“ (was vermutlich das Gefühl dauerhafter Videoüberwachung suggerieren soll), sondern einmalig aufgenommen. Und diese Aufnahmen unterliegen der seit dem Kaiserreich geltenden Panoramafreiheit, sind also vollkommenlegal. Um von vornherein Datenschutzprobleme zu vermeiden, werden Personen und Autokennzeichen ohnehin unkenntlich gemacht.
Wo soll hier der Eingriff in die Privatsphäre liegen? Denn Streetview nimmt eben einmalig nur das auf, was jeder andere ständig beobachten kann. Gelegentlich wurde in diesem Zusammenhang die Höhe, aus der die Aufnahmen gemacht werden, kritisiert. Übereifrige Datenschützer werfen dann Google vor, es würde über Zäune in Hintergärten gespäht. Aber auch andere Verkehrsteilnehmer sitzen erhöht und haben exaktdieselbe Perspektive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Blick für den Nutzen geht völlig verloren: Streetview erweitert wie auch Google Maps und Google Earth den Blick für die Welt. Es eröffnet tolle Möglichkeiten, Reise- und Ausflugsziele vorher zu erkunden. Und nicht zuletzt wird es zunehmend auch zu einem wichtigen Faktor im Stadtmarketing, weil Gäste und Investoren sich auf diesem Weg über den Standort informieren. Wenn diese dann schwarz sehen, weil die Gemeinde den Aufnahmen widersprochen hat, macht es den Ort sicher nicht attraktiver. Am Ende gilt: Lassen Sie sich nichts erzählen und nicht bevormunden. Schauen Sie einfach selbst und probieren Streetview einfach mal aus. Ich bin mir sicher, dass Sie dann zum Fan werden!&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Siehe vollständiges Pro &amp;amp; Contra: &lt;a href=&quot;http://www.ln-online.de/artikel/2794913/Streetview%3A_Begr%FC%DFt_oder_abgelehnt.htm&quot;&gt;Streetview: Begrüßt oder abgelehnt&lt;/a&gt; (Lübecker Nachrichten, Stormarn-Teil vom 01.06.2010).&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 13:14:11 +0200</pubDate>
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